VdK-Mitglieder denken an Austritt

Lesedauer: 5 Min
 Acht der 19 geehrten VdK-Mitglieder waren bei der Hauptversammlung in der „Hoffnung“ anwesend. Hier im Bild außerdem der Vorsta
Acht der 19 geehrten VdK-Mitglieder waren bei der Hauptversammlung in der „Hoffnung“ anwesend. Hier im Bild außerdem der Vorstand und die neugewählten Beisitzer des Ortsverbands Spaichingen. (Foto: Ronja Straub)
Ronja Straub

Lauter sind die Stimmen bei der Hauptversammlung des VdK-Ortsverbands Spaichingen in der „Hoffnung“ geworden, als es um ein bestimmtes Thema ging: Seit der Wahl von Verena Bentele aus Tettnang zur VdK-Präsidentin im Mai 2018 sind einige Spaichinger VdK-Mitglieder über die Höhe ihrer Bezüge verärgert. Sie ist die erste Hauptamtliche auf diesem Posten und erhält dafür eine Bruttovergütung von 120 000 Euro jährlich. „Uns stört das massiv und wir haben uns mehrmals beschwert“, sagte die Frauenvertreterin Maria Streicher bei der Sitzung am Freitagabend. „Einige Mitglieder wollen aufgrund dessen aus dem Verein austreten.“

Bisher war der Bundesvorsitzende des VdK ehrenamtlich tätig. Wie bereits im Januar in der Schwäbischen Zeitung berichtet, hatte eine Satzungsänderung bei der Wahl Benteles ihre Vergütung möglich gemacht. Zudem hatte der VdK-Bundesvorstand im September 2018 die Vergütung für die frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung beschlossen. Im Januar klagte der Südwest-Verband des VdK in diesem Fall vor dem Landgericht Berlin, um eine Rechtswidrigkeit der beiden Entscheidungen zu bewirken.

Vom VdK-Bundesverband habe es bislang keine Rückmeldung gegeben, sagte Maria Streicher. Der Spaichinger Ortsverband versuche solange, die Mitglieder zu halten, bis es nähere Informationen gibt. Viele sagten bei der Hauptversammlung, es könne nicht sein, dass der Jahresbeitrag der Mitglieder unter anderem für solch hohe Gehälter von Vorsitzenden eingesetzt werde.

„Schon seit einigen Jahren wird darüber diskutiert, ob die Personalauswahl an der Spitze des Verbandes auf Rentner oder Pensionäre begrenzt sein sollte“, sagt Cornelia Jurrmann, Pressesprecherin des Sozialverbands VdK Deutschland, auf Anfrage. Mit Verena Bentele habe der Verband eine neue Ära eingeleitet. „Die Aufgabe von Frau Bentele ist nur in Vollzeit zu bewältigen“, sagt Jurrmann. Der große Mitgliederzuwachs seit Mai 2018 sei „die beste Rückmeldung für die Arbeit von Frau Bentele“.

Als sich die Stimmung unter den 35 VdK-Mitgliedern beruhigt hatte, konnte es mit den Ehrungen der Mitglieder weitergehen. Das goldene Treueabzeichen mit dem Aufdruck „40 Jahre VdK“ überreichte die Ortsgruppenvorsitzende Elfriede Maurer an Brigitte Bader aus Spaichingen. Bader war viele Jahre Frauenvertreterin und Beisitzerin im Verband. Außerdem gratulierte der Ortsverband seinem ältesten Mitglied Edelgard Spinn aus Spaichingen zu 25 Jahren Mitgliedschaft. Die 94-Jährige dankte Verein und Mitgliedern in einer kleinen Ansprache. Ebenfalls für 25-jährige Treue wurden Anselmi Palmerino aus Rietheim-Weilheim und Gerhard Kraft aus Denkingen ausgezeichnet.

Das silberne Treueabzeichen für zehn Jahre beim Sozialverband VdK erhielten Erich Beiter, Anastasia Csizmar, Martin Csizmar, Theresia Friedrich, Josef Gerard, Martin Hafner, Christa Hoffmann, Hannelore Kühn, Maria Lischcevich, Franz Meitinger, Maria Streicher, Pavel Teplykh und Andreas Weigant, alle aus Spaichingen, ferner Andrea Mattes und Erich Schnekenburger, beide aus Frittlingen.

Frauenvertreterin Maria Streicher blickte auf das Vereinsjahr zurück und betonte besonders den Aktionstag zur Barrierefreiheit am Spaichinger Bahnhof, der für VdK-Mitglieder als Betroffene wichtig war. Am Spaichinger Bahnhof ist es sowohl für Rollstuhlfahrer, als auch für Menschen mit Rollator ohne Hilfe unmöglich von der „Hühnerleiter“ auf den Bahnsteig zu kommen.

Bei den Wahlen gab es keine großen Veränderungen: Der bisherige Beisitzer Gerhard Neininger wird in Zukunft von Anton Mattes und Ernst Zepf unterstützt. Außerdem wählten die Mitglieder Andrea Lücke von der bisher kommissarischen zur dauerhaften Kassenprüferin.

Über das kommende Vereinsjahr informierte der zweite Vorsitzende Werner Streicher. Der Ausflug am 13. Juli sei bereits geplant. Es geht nach Pforzheim, wo die Teilnehmer den Gasometer besichtigen und als zweiten Stopp das Kloster Maulbronn besuchen. Am 9. Mai findet der Muttertagskaffee im Gasthaus „Hoffnung“ statt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen