Theaterstück macht auf das Thema Essstörungen aufmerksam

Die beiden Theaterleute im Gespäch über ihr Selbstbild.
Die beiden Theaterleute im Gespäch über ihr Selbstbild. (Foto: Gymnasium)
Schwäbische Zeitung

Essstörungen unter Jugendlichen nehmen zu. Das Theaterprojekt „Püppchen“ will auf dieses Problem aufmerksam machen und dabei helfen, dass Schülerinnen und Schüler nicht krank werden. Jüngst geschah das im Gymnasium, das darüber berichtet.

Das Präventionstheater „Püppchen“ sind die Sozial- und Theaterpädagogin Monika Wieder und der Musicaldarsteller Manuel Weinmann. Auf der Bühne erzählen sie die Geschichte der Teenager Lena und Luis.

Lena ist die „perfekte“ Tochter. Sie widerspricht nie und erledigt alles, was ihre Eltern von ihr verlangen. Niemand fragt danach, was sie selbst will. Lena sehnt sich danach, „dass mich mal endlich jemand lieb hat“. Um die innere Leere zu füllen, stopft sie immer wieder Unmengen von Essen in sich hinein. Danach übergibt sie sich. Lena hat Ess-Brechsucht oder Bulimie, so der Fachausdruck.

Immer wieder trifft sich Lena mit Luis. Luis ist in eine Anorexie gerutscht, zu Deutsch Magersucht. Luis will gut aussehen. Aus einer anfänglichen Diät ist der Zwang geworden, immer weiter abzunehmen. Dafür treibt Luis viel Sport, verschenkt seine Pausenbrote und behauptet, er sei Veganer. Jedes Mal, wenn die Waage weniger anzeigt, freut er sich, wenn nicht, ist er frustriert. Obwohl Luis immer dünner wird, fühlt er sich immer noch zu dick.

Lena und Luis leiden unter ihren Essstörungen. „Merkst du nicht, wie krank wir sind. Wir brauchen doch Hilfe!“, sagt Lena einmal. Schließlich vertraut sich Lena einem Lehrer an und beginnt eine Therapie. Am Ende kann sie sagen „Ich mag mich genauso wie ich bin“, und „Ich lebe richtig gern“.

Aufmerksam und gespannt folgten die Siebtklässler den Protagonisten auf der Bühne.

Im anschließenden Gespräch mit den Jugendlichen erklärten die Darsteller verständnis- und humorvoll („Die Pubertät ist ein Arschloch“), wie Essstörungen entstehen. Und sie betonten, worauf es wirklich ankommt: Sich so anzunehmen, wie man ist, seine Stärken zu erkennen und stolz auf sich zu sein. Am Ende gab Monika Wieder den Jugendlichen mit auf den Weg: „Geht und werdet wundervolle Menschen, denn ihr hab schon alles in euch, was ihr dazu braucht“.

„Püppchen“ ist ein Projekt der AOK, das vom Landkreis Tuttlingen unterstützt wird. Eingeladen wurden Wieder und Weinmann im Rahmen des Präventionsprogramms des Gymnasiums Spaichingen. Das Programm unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, stark und gesund durchs Leben zu gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen