Überfliegerin: Nora Zepf vom TV Spaichingen gewann bei den Kreismeisterschaften gleich vier Wettbewerbe.
Überfliegerin: Nora Zepf vom TV Spaichingen gewann bei den Kreismeisterschaften gleich vier Wettbewerbe. (Foto: Bernd Mueller)

Ins Schwitzen kamen alle gleichermaßen. Aber während die Zuschauer der Kreis- und Regionalmeisterschaften bei den hohen Temperaturen die wenigen schattigen Stellen im Spaichinger Stadion bevölkerten, zeigten die Nachwuchsleichtathleten starke Leistungen und sorgten für zahlreiche Lichtblicke. „Das war eine wirklich schöne Veranstaltung“, freute sich Jürgen Rünzler.

Zur guten Laune des Technischen Leiters der Leichtathletikabteilung vom gastgebenden TV Spaichingen dürfte das gute Abschneiden seines Vereins nicht unerheblich beigetragen haben. Mit 14 Kreismeistertiteln waren die Primstädter die überragende Mannschaft, hängten auch die LG Tuttlingen-Fridingen (sieben), die TG Trossingen (drei) und den TV Möhringen ab.

Gleich zwölf Siege für die Hausherren sammelten Tom Conzelmann (M 13), Felix Fetzer (M 12) und Nora Zepf (W 11) ein. Die Sportler gewannen jeweils den Drei- und Vierkampf in ihrer Altersklasse und trugen mit ihren Punkten auch zum Erfolg in der Mannschaftswertung bei.

Sehr zur Freude der Kinder war das Abschneiden dann auch sichtbar. Im Gegensatz zu vorherigen Meisterschaften entschied sich Spaichingen dagegen, einen Wimpel für einen Sieg zu überreichen. „Wir haben Medaillen verteilt. Was haben die Kinder schon von einem Stofffetzen. Der Wimpel landet doch nur in der Ecke. Mit den Medaillen haben sie etwas in der Hand“, sagte Rünzler. Oder besser um den Hals. „Die Sieger haben ihre Medaillen nicht mehr abgelegt.“

Eisold siegt überlegen und verpasst Kreisrekord

Einmal Gold gab es auch für Moritz Eisold. Und die Medaille hatte sich das Leichtathletik-Talent aus Tuttlingen-Fridingen mehr als verdient. Mit 767 Punkten Abstand degradierte er seine Konkurrenz im Vierkampf. „Das war der Hammer“, zog auch Rünzler seinen Hut. Eisold sei in allen Disziplinen den Mitbewerbern überlegen gewesen. Vor allem aber im Kugelstoßen: Sein bester Versuch landete bei 11,30 Metern – beinahe doppelt so weit wie der Stoß von Simon Frey (SV 1921 Waldmössingen/6,32 Meter). Trotz der Dominanz in seiner Klasse habe es Eisold nicht geschafft, den Kreisrekord zu verbessern. „Der besteht jetzt seit 25 Jahren. Dafür hat es noch nicht gelangt.“

Einen spannenden Wettkampf sahen die Zuschauer im Vierkampf der M 11. Mit gerade einmal 32 Punkten Vorsprung verwies Jonas Schneider (LG Tuttlingen-Fridingen) den Schwenninger Tim Rodinger auf Platz zwei. „Das war ein heißer Kampf“, pustete Rünzler im Nachhinein noch durch. Für den Höhepunkt aus Sicht der TG Trossingen sorgte Etienne Duclaux. Der Junge nahm dreimal Gold mit nach Hause. Im Vier- und Dreikampf der M 10 war der junge Musikstädter nicht zu bezwingen und führte sein Team auch in der Mannschaftswertung im Dreikampf der U 12 auf den ersten Platz. Hauchdünne 41 Zähler mehr hatte Trossingen gegenüber Tuttlingen-Fridingen gesammelt. Bei 18 Entscheidungen im Dreikampf der beiden Teams, so Rünzler, sei der Abstand schon sehr gering gewesen. „Die Führung hat zwischen beiden Mannschaften ständig gewechselt“, sagte der Spaichinger Organisator. Am Ende entschied aber Duclaux über den Sieg. Im Vierkampf drehte die LG den Spieß um. Dort gaben die besseren Leistungen im Hochsprung den Ausschlag.

Für eine große Überraschung sorgte Kim Ackermann in der W 15. „Mit ihrem Sieg haben wir nicht gerechnet“, gab Rünzler zu. Aber die starke Zeit über die 100 Meter (13,50 Sekunden) bescherten ihr den Vorsprung, der bis zum Ende hielt. Mit 1727 Zählern gab sie Yvonne Höhn (TV Oberndorf/1712 Punkte) knapp das Nachsehen. Für den Sieg in der Vierkampf-Mannschaftswertung reichte es aber nicht. Dort präsentierte sich die LG Tuttlingen-Fridingen mit Hannah Schneider, Flora Ames und Annika Vogt deutlich ausgeglichener.

Medaillengarantin für den FV Möhringen war Emma Schulz. Die junge Athletin gewann den Vierkampf in der W 12, holte in dieser Altersklasse den dritten Platz im Dreikampf und schloss beide Wettbewerbe mit der Mannschaft auf dem zweiten Platz ab. Besonders die Leistung im Hochsprung imponierte Rünzler. Mit 1,36 Metern schaffte sie zwölf Zentimeter mehr als die Konkurrenz und lag deshalb im Vierkampf vorne.

„Das war eine runde Geschichte. Es hat alles gestimmt“, freute sich Rünzler nach der gelungenen Kreis- und Regionalmeisterschaft. Alleine könne ein Verein so eine Veranstaltung nicht stemmen. Deshalb gab es ein Lob an die übrigen Vereine aus der Region Tuttlingen. Alle hatten Kampfrichter gestellt und so für den reibungslosen Ablauf gesorgt. „Der Kreis hält zusammen“, meinte der Spaichinger Organisator zufrieden.

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