Skilangläufer Christian Winker sucht die Herausforderung

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Beim Massenstart in italienischen Livigno führte Christian Winker (Nr. 88) das Feld an.
Beim Massenstart in italienischen Livigno führte Christian Winker (Nr. 88) das Feld an. (Foto: Nordic People)
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Christian Winker aus Spaichingen hat schon früh in der Saison die gute Schneelage auf der Alpensüdseite genutzt, viele Schneekilometer trainiert und inzwischen die ersten Rennen absolviert. In dieser Saison hat er sich dem neu gegründeten deutschen Marathonteam „nordic people“ angeschlossen. Der Auftakt für die Pro Teams fand bereits im November in Livigno statt bei zwei Rennen der „Visma Classic“ Serie. Beim Teamprolog am ersten Tag über 15 Kilometer waren 33 Teams am Start. Jeweils fünf Läufer liefen als Gruppe zusammen. Mit einem Platz im Mittelfeld konnten die Sportler vom Team „nordic people“ zufrieden sein.

Viele namhafte skandinavische und russische Sportler mit Weltcuperfahrung sind in diversen Teams vertreten. Den Stellenwert dieser Pro Serie kann man daran erkennen, dass die Rennen in Norwegen auf einem Sportsender live übertragen werden. Das zweite Rennen ging über 35 Kilometer im Massenstart in klassischer Technik. Alle Eliteläufer schieben inzwischen diese Rennen in Doppelstocktechnik ohne Steigwachs durch, was an den Anstiegen schon selektiv ist. Nachdem die Strecke anfangs flach, dann aber zunehmend schwerer wurde, hatte sich Christian Winker eine spezielle Taktik zurechtgelegt. Um sein Team zu präsentieren, übernahm er nach acht Kilometern die Führung und belegte beim ersten Zwischensprint nach zwölf Kilometern Platz drei. Anschließend musste er die starke Führungsgruppe jedoch ziehen lassen und sein eigenes Tempo laufen. Mit sechs Minuten Rückstand kam er am Ende auf Platz 77.

Höhepunkte für das Team werden der Marcialonga (70 Kilometer) und der Wasalauf (90 Kilometer) sein, auch diese Rennen werden nur mit Gleitwachs gelaufen. Überraschend kam vor Weihnachten eine Einladung zum Vasaloppet China in Changchun (50 Kilometer) Anfang Januar. Im vergangenen Winter hat Christian Winker bereits seine Stärke auf den ganz langen Strecken als Sieger beim 100-Kilometer-Rucksacklauf von Schonach zum Belchen in 6:25 Stunden gezeigt. Im April war er dann noch in Lillehammer ein Rennen über 120 Kilometer gelaufen, wo er in 7:30 Stunden Platz 14 belegte.

Zusätzlich zu seinen eigenen sportlichen Aktivitäten hat Christian Winker noch einen Teilzeitjob bei der deutschen nordischen Paralympischen Skimannschaft als Skitechniker angenommen. Sowohl bei Trainingsmaßnahmen als auch Wettkämpfen muss er die Skier für die Starter herrichten. Vor Weihnachten war er mit der Mannschaft zwei Wochen in Lillehammer beim Para-Weltcup. Als verantwortlicher Servicemann für zehn Sportler und fünf Begleitläufer musste er über 100 Paar Ski testen und die Skier fürs Rennen auswählen.

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