„Signal ans Klinikpersonal, die Treue zu halten“

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 Pro Spaichingen nimmt Stellung zum Kreistagsbeschluss zur Spaichinger Klinik.
Pro Spaichingen nimmt Stellung zum Kreistagsbeschluss zur Spaichinger Klinik. (Foto: Emanuel Hege)
Schwäbische Zeitung

„Trotz des knappen Ergebnisses war es eine richtige und sehr gute Entscheidung des Kreistags, nun erst einmal ein Gutachten erstellen zu lassen, um die Zukunft der Klinik Tuttlingen-Spaichingen einer objektiven Zweitmeinung zu unterwerfen“, heißt es in einer Stellungnahme von Pro Spaichingen zur Kreistagssitzung über die Zukunft des Klinikums im Landkreis Tuttlingen. „2013 hatte Landrat Stefan Bär das bekannte Solidaris-Gutachten initiiert, was damals im Kreistag großen Zuspruch fand. So ist es auch jetzt nur sinnvoll und konsequent, vor einer solch weitreichenden Entscheidung das gesamte Klinikum nochmals von unabhängigen Experten prüfen zu lassen.“

Schließlich stünden den „überschaubaren Kosten“ eines Gutachtens aktuell noch nicht belegte Kosten einer Verlegung und einem Ausbau des Klinikums in Tuttlingen in zweistelliger Millionenhöhe gegenüber. Auch „dem von Privatisierungsängsten verunsicherten Klinikpersonal in Spaichingen“ gelte dies als „Signal, dem Klinikum Tuttlingen-Spaichingen vertrauensvoll weiterhin die Treue zu halten. Die Patienten brauchen und schätzen eure Empathie und Kompetenz“, so Pro Spaichingen.

„Es gilt nun wieder, Frieden im Kreis zu halten. Dass wir nun, entgegen den bisherigen Plänen der Klinikleitung und des Landrats, überhaupt so weit gekommen sind, liegt an vielen Personen und Organisationen, denen es für ihren Einsatz zu danken gilt“: der Bürgerinitiative für den Erhalt der Klinik, die über 10 000 Unterschriften gesammelt habe. Viele Firmen aus dem Bereich Spaichingen und Heuberg hätten sich solidarisiert und „Kante“ gezeigt. Letztendlich habe jedoch der Kreistag entschieden, so die Stellungnahme. „Bei vielen Kreisräten konnte man in den letzten Wochen einen Sinneswandel feststellen, der nur durch die unermüdliche interne Arbeit von Einzelnen, quasi im Verborgenen, zustande kommen konnte.“ Vorwiegend sei die geschlossene Haltung der CDU-Fraktion entscheidend gewesen „für dieses sehr zufrieden stellende Ergebnis. Aber es hat auch Kreisräte gegeben, welche mutig gegen ihre Fraktion gestimmt haben, und dadurch die Mehrheit komplett machten“.

Und nicht zuletzt gelte der Dank den Bürgern selbst, „die sich frei und unabhängig von Parteizwängen in vielen Leserbriefen zur Sache erklärt haben“.

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