Sehnsucht nach der Heimat ist weiter da

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Die „Lustigen Schwaben“ erinnerten mit Liedern an die alte Heimat.
Die „Lustigen Schwaben“ erinnerten mit Liedern an die alte Heimat. (Foto: Bianka Roith)
Schwäbische Zeitung
Bianka Roith

Der Tuttlinger Kreisverband der Banater Schwaben mit Richard Wagner an der Spitze hat am Sonntag zum Heimat-Nachmittag in die Stadthalle Spaichingen eingeladen und die Resonanz ist überwältigend gewesen. Donauschwaben aus Baden-Württemberg waren gekommen, um sich unter dem Motto „ Leit, wie schnell die Zeit vergeht“ zu unterhalten, Erinnerungen auszutauschen und das Programm zu genießen. Dieses wurde bestritten von den „Lustigen Schwaben“ aus Leimen unter der Leitung von Hanna und Franz Lang.

Zunächst stimmte die Gruppe Lieder über ihre ursprüngliche Heimat an, gespickt mit Sprüchen. „Heimat – ein kurzes Wort, in dem so viel steckt“, sagt eine Sängerin. „Es geht um Verwurzelung, den Ort, wo man sich wohlfühlt.“ Und dann beginnt der Gesang: „Banat, wir werden Dich nie vergessen. Wir sind lustige Schwaben und pflegen unseren Brauch.“ Dann geht es um einen Traum: „Es wär so wunderschön, die Heimat wieder zu sehen. Leider war es nur ein Traum.“

In jedem Lied und in jedem Gedicht wird die Sehnsucht spürbar. Sehnsucht der Menschen nach ihrer Heimat, aus der sie im Krieg vertrieben wurden und dann in Baden-Württemberg zwar wieder ein neues Zuhause fanden – doch das ist halt nicht dasselbe. „Mein Banaterland, schönes Heimatland, sei mir tausendmal gegrüßt, Dich vergesse ich nie. Die Erinnerung führt mich zu Dir hin.“ Dann ging es um die Muttersprache: „Meine Muttersproch halt ich in Ehren, will kein Wort davon verlieren.“ Sie stehe kaum in Büchern, „so langsam wird sich’s verlieren.“

Beim Banater Schwabenzug zogen viele Menschen los, „hielten hoch in Ehren der Ahnen Brauch und Sitte. Durch ihre Arbeit entstand ein blühendes Land“. Doch dann plötzlich: „Wir waren Feinde , hatten keine Zukunft mehr. Das ist der Schwaben Kampf und Leid.“ Doch keiner müsse sich schämen, „dass wir Banater Schwaben sind“. Die Vertreibung, das sei das Schicksal gewesen. Und jetzt danken die Ex-Banater Gott für die Freiheit: „Wir wollen nur Frieden.“

Nach diesem ersten Teil, der wahrscheinlich so manchem an die Nieren ging, gab es Kaffee und Kuchen.

Im zweiten Teil, einem Theaterstück, wurde eine Zeitreise erzählt, von der Taufe über Kindergarten, Schule, Jugend bis zur Hochzeit und Ausreise. Dafür wurden auch die Trachten von früher präsentiert. „Wir pflegen hier unsere Tradition, alle haben sich hier kennengelernt“, sagt Hanna Lang. Es gelte, die Tradition weiterzugeben. Doch bei solchen Liedern und Gedichten über die Heimat, „da kullern manchmal Tränen“.

Im dritten Teil wurde getanzt. Die „Lustigen Schwaben“ zeigten ihre Tanzkunst, aber auch die Kinder und Jugendlichen der Spaichinger Tanzgruppe. Aufgeführt wurden verschiedene Volkstänze.

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