„Schuhmuckl“ erleichtert das Los kolumbianischer Kinder

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Von den kolumbianischen Kindern wurden die Brüder Stefan und Magnus Schuhmacher (von links) begeistert aufgenommen.
Von den kolumbianischen Kindern wurden die Brüder Stefan und Magnus Schuhmacher (von links) begeistert aufgenommen. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

(sg) – Mit ihrem ganzen Herzblut haben sich die Familien Schuhmacher und ihr Freundeskreis dem Projekt „Schuhmuckl“ verschrieben. „Schuhmuckl“ ist seit September 2009 ein eingetragener Verein, der hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche in Kolumbien unterstützt und fördert.

Mit fünf Projekten kann der rührige Verein derzeit Hilfe leisten: Er finanziert an 365 Tagen im Jahr ein warmes Essen mit Getränk für 120 Kinder. Eine Köchin wurde eigens dafür angestellt. Für weitere 75 Kinder wird ein Essen mit Getränk zu 50 Prozent mitfinanziert. Eine Psychologin zur Betreuung der Kinder, ein Religions- und Ethiklehrer und ein Sportlehrer werden von „Schuhmuckl“ finanziert.

Das alles will der Verein 2012 weiter ausbauen. Vereinsvorsitzender Stefan Schuhmacher, ältester Sohn des ehemaligen Landtagsabgeordneten Franz Schuhmacher, und sein Bruder Magnus, der bei „Schuhmuckl“ zweiter Vorsitzender ist, haben noch jede Menge Projektideen in petto: Selbständigkeit, Umgang mit Hygiene und Müll, Wissen um gesunde Ernährung und vieles mehr wollen sie „ihren“ Kindern vermitteln.

Noch weitere Projektideen verfolgen die Schuhmacher-Brüder: Sie wollen „Essenspatenschaften“ vermitteln, mit anderen Hilfsorganisationen und Stiftungen kooperieren, eventuell die Schule in Cartagena ausbauen oder verlagern, am Ende „Hilfe zur Selbsthilfe“ ansteuern und eine Menge mehr. „Wir sind sicher, dass unser Geld eins zu eins bei den Kindern und Jugendlichen ankommt“, verspricht Stefan Schuhmacher der Versammlung.

Über 40 Mitglieder und Interessenten waren am Dienstag zur ersten Mitgliederversammlung in der „Hoffnung“ zum Teil von weither angereist. Sie verfolgten gespannt, was der Vereinsvorsitzende Stefan Schuhmacher zu berichten wusste.

Es war keine Mitgliederversammlung im üblichen Sinne – viel mehr ein Bekenntnis aller Beteiligten zum gemeinsamen Herzensanliegen.

Was vor drei Jahren mit 42 Mitgliedern begann, ist heute ein gut funktionierender eingetragener Verein mit 89 Mitgliedern. Die Schuhmachers haben mit Inbrunst bei ihren Freunden und Geschäftspartnern für die gute Sache geworben. Sie erlebten eine Welle der Hilfs- und Spendenbereitschaft.

Große Beharrlichkeit

Was „Schuhmuckl“-Chef Stefan Schuhmacher mit Hilfe seines Freundeskreises inzwischen mit großer Beharrlichkeit auf den Weg gebracht hat, gleicht einem kleinen Wunder. Überallhin streckt er zusammen mit seinen Zwillingsbrüdern Magnus und Dominik seine Hände aus; dabei sind ihm natürlich die vielfältigen Beziehungen seines Vaters Franz von großem Nutzen.

Nach etlichen Tiefschlägen gelang es, über die Claretiner in Cartagena und mit Hilfe von Luz Elena Jinemez, die den Vorsitz einer kolumbianischen Stiftung für notleidende Kinder inne hat, mit „Schuhmuckl“ in Cartagena Fuß zu fassen. Stefan Schuhmacher wurde sogar in den Stiftungsvorstand aufgenommen.

Weil die Ideen so reichlich sprudelten, kam der Kassenbericht von Schatzmeisterin Sabine Schuhmacher fast etwas zu kurz. Dabei konnten sich die Zahlen mehr als sehen lassen.

Mit großer Begeisterung nahmen die Besucher die finale Bilderschau von Magnus Schuhmacher auf. Er war im September für zwei Wochen mit seinem Bruder Stefan in Kolumbien, um zu sehen, was „Schuhmuckl“ dort leistet.

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