Rauchmelder übertönen Blasinstrumente

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Geordnete Flucht: Diese Jungmusikerinnen nutzen eine neu installierte Feuertreppe.
Geordnete Flucht: Diese Jungmusikerinnen nutzen eine neu installierte Feuertreppe. (Foto: Michael Hochheuser)

Ein Video zur Brandschutzübung finden Sie unter

www.schwaebische.de/brandschutz-blasmusik

Viel Geld steckt der Blasmusik-Kreisverband Rottweil-Tuttlingen in seine beiden benachbarten Gebäude in Spaichingen, um sie beim Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. So wurde eine Fluchttreppe installiert, eine Feuerschutztür zum Heizraum kommt. Knapp 30 000 Euro investiert der Kreisverband in den Brandschutz, sagt dessen Vorsitzender Ottmar Warmbrunn.

Rrrrrrrriiiinnggggg. Ein durch Mark und Bein gehender Signalton pfeift durchs Erdgeschoss. Türen öffnen sich, Menschen schießen heraus. Schnell, aber geordnet verlassen sie das Gebäude, sammeln sich an dessen Seite. Über eine Fluchttreppe an der Außenwand laufen sechs, sieben Mädchen vom Obergeschoss hinab, stoßen zu den anderen. Gelächter statt Panik. Kein Ernstfall – eine Übung. „Hervorragend“, lautet das Fazit von Werner Eble, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender – und, beruflich bedingt, da im Brandschutz tätig, Leiter der Übung.

Hauptgrund für diese ist es, „zu testen, ob die Rauchmelder so laut sind, dass sie auch tagsüber zu hören sind, wenn Unterricht ist“, erläutert Eble. Denn Blasinstrumente verursachen bisweilen ganz schön laute Geräusche, die einen Rauchmelder schon mal übertönen können. Nicht so in den beiden Gebäuden des Kreisverbands: Sämtliche der 46 Jungmusiker aus den Kreisen Tuttlingen und Rottweil, die heute an Weiterbildungs-Lehrgängen teilnehmen, haben das schrille Signal sofort vernommen und mit den Kursleitern gesittet die Flucht angetreten.

„Länger als zehn bis 15 Minuten darf es nicht dauern, bis die Gebäude geräumt sind“, erläutert Eble. Gemeinsam mit den Lehrgangsleitern, die entsprechend instruiert wurden, wie sie im Brandfall handeln sollen, schaut er in alle Räume, ob nicht doch ein Jungmusiker den Warnton verschlafen hat. Im Erdgeschoss erklärt Eble Silvia Hermerschmidt aus dem Sekretariat, wie die Hausalarmierung für beide Gebäude funktioniert. „Wenn man bei Gefahr im Verzug den roten Knopf drückt, geht überall der Alarm los.“

Der Brandschutz gehört zum Gesamtpaket der Sanierung der Kreisverbandsgebäude, die laut Warmbrunn vor vier Jahren mit den Sanitäranlagen begann. „Wir haben versucht, die Abläufe zu optimieren.“ 80 000 Euro koste die Sanierung insgesamt. Jetzt stehe der Brandschutz im Vordergrund, „wegen gestiegener Anforderungen“. Eble habe in beiden Gebäuden vernetzte Rauchmelder installiert, zudem Feuerlöscher und Rettungswegkennzeichen platziert. Das Haus mit Übernachtungsmöglichkeiten im Obergeschoss habe bisher nur eine Fluchttreppe gehabt, deshalb sei außen eine Feuertreppe angebracht worden. Auch ein Sammelplatz sei eingerichtet worden. Noch konzipiert wird laut Warmbrunn ein Flucht- und Rettungsplan, um verwaltungstechnische Vorschriften zu erfüllen. Zudem bekommt der Heizraum eine Feuerschutztür, die diesen im Ernstfall zum übrigen Gebäude abgrenzt. „Die bisherige entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.“ Bis 2019 soll alles umgesetzt sein.

Eble ist zufrieden mit dem Ablauf der Übung. „Der Geräuschpegel des Alarms war laut genug – sogar während des Spielbetriebs war er zu hören.“ Alle seien „zügig rausgekommen“. Der Stadt Spaichingen könne man nun melden, dass die Übung „für den Fall der Fälle“ durchgeführt worden sei; bei den nächsten Lehrgängen soll die wiederholt werden.

Ein Video zur Brandschutzübung finden Sie unter

www.schwaebische.de/brandschutz-blasmusik

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