Räte bekräftigen Beschluss für Aldi-Areal

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So sollen die neuen Ortseingangstafeln aussehen.
So sollen die neuen Ortseingangstafeln aussehen. (Foto: Regina Braungart)
Redaktionsleiterin

Der Gemeinderat Wehingen hat am Montagabend in seiner Sitzung den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Bauser-Linse-Areal wiederholt und den Beschluss zur ersten Offenlage gefasst. Mit diesem Bebauungsplan sollen die Voraussetzungen geschaffen werden für den Bau eines Aldimarkts mit Wohnungen und Büros im Ortskern von Wehingen. Das ist umstritten. Entsprechend groß war das Interesse an der Sitzung.

Die meisten der rund 50 Zuhörer dürften nicht viel Neues gehört haben, denn Planer Ralf Haug, der vom Investor PMG beauftragt worden war, hatte auch schon in einer großen Bürgerversammlung berichtet, wie sich das Vorhaben aus den übergeordneten Struktur- und Bauleitplänen heraus entwickelt habe, wie es aussehen soll und wie der Verfahrensgang ist. Die Bürgerversammlung war deshalb in der vergangenen Woche angesetzt worden, weil sich Widerstand gegen das Vorhaben aus der Bürgerschaft geregt hatte. Die Initiatoren einer Unterschriftensammlung waren ebenfalls bei der Gemeinderatssitzung dabei.

Diskutiert wurde hier im Gegensatz zur Versammlung nicht mehr, sondern informiert und abgestimmt. Nach diesem erneuten Aufstellungsbeschluss soll es, so die Stellungnahme der Bürgerinitiative (siehe unten) zu einem Bürgerbegehren auf einen Bürgerentscheid kommen – jetzt fängt die Dreimonatsfrist dafür wieder an zu laufen. Die erste Liste liege immer noch beim Gemeindetag und der Rechtsaufsicht zur Prüfung, informierte Bürgermeister Gerhard Reichegger.

Heiße Eisen

Die Zuhörer blieben auch nach der Verhandlung der brennenden Punkte und verfolgten so auch die Verhandlung zweiter heißer Eisen: den Kampf der Gemeinde gegen Vandalismus beziehungsweise „Sauerei“ (so Bauhofleiter Wolfgang Dahlmann) im Bereich zwischen Schlossbergschule und Rathaus und anderswo sowie der Raserei in der Wörthstraße.

Die Räte änderten die Polizeiverordnung für den Bereich hinter dem Rathaus. Jetzt darf sich dort nur aufhalten, wer dazu befugt ist: Schüler, Lehrer, Kindergartenkinder, Erzieherinnen, Eltern oder von den Leitungen oder der Gemeinde berechtigte Personen oder reine Passanten. Alle anderen, die sich dort aufhalten, riskieren ein Knöllchen von 30 Euro. Und auch der private Ordnungsdienst dürfe in diesem Falle Personalien abfragen, so Bürgermeister Gerhard Reichegger.

An drei Anfang Juli durchgängig gemessenen Tagen (Donnerstag bis Samstag) wurden insgesamt 2448 Fahrzeuge in der Wörthstraße in beiden Richtungen gemessen. Davon fuhren 112 51 bis 55 Stundenkilometer, 20 über 60, fünf über 65 und fünf über 70 Stundenkilometer. Auslöser waren zwei Bürgeranträge auf Verkehrsberuhigung in der Wörth- und Kugelstraße. Die Gemeinderäte teilten die Sorge der Anwohner. Bernd Hafen sagte, er schlage eine Behandlung im Rahmen einer „großen Lösung“ vor, also Tempo 30 außer auf den Hauptverkehrsachsen. Und Jürgen Gätschmann bekräftigte: „Es gibt einen Riesenbedarf“.

Weil ohnehin ein Verkehrsgutachten in Arbeit ist, schlug Bürgermeister Reichegger vor, das Thema bis zu diesen Ergebnissen zurück zu stellen. Dem schlossen sich die Räte an.

Sie billigten auch ein Modell Wolfgang Dahlmanns für neue Ortseingangstafeln, die auch Platz für Veranstaltungshinweise lassen, und beschlossen die Anschaffung von vieren.

„Die Wehinger Bürger entscheiden lassen“

Wir haben Sabine Reger für die Bürgerinitiative gegen den Aldi im Ortskern um eine Stellungnahme gebeten: „Nachdem der Bürgermeister gestern in der Gemeinderatssitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Aldi wiederholt und damit der Bürgerinitiative die Gelegenheit gegeben hat, ein Bürgerbegehren erneut zu starten, wollen wir die geschaffene Möglichkeit natürlich nicht ungenutzt lassen. Es ist uns ein Anliegen, die Wehinger Bürger darüber mit entscheiden zu lassen, ob das Bauser-Linse-Areal, als einzig verbliebene Grün- und Gestaltungsfläche, in die noch ausstehende, künftige Gestaltung des Ortskerns mit einbezogen wird. Oder ob zugelassen wird, dass der derzeit geplante Bau eines Aldi-Verbrauchermarktes künftig das Ortsbild und den Charakter von Wehingen maßgebend prägt.“

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