Neues Buch über Konrad Albert Koch vorgestellt

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Hermann Dannecker, Autor Peter Wagner und Frau Marlies sowie Nachkommin Konrad Albert Kochs Gisela Koch freuen sich über den ge
Hermann Dannecker, Autor Peter Wagner und Frau Marlies sowie Nachkommin Konrad Albert Kochs Gisela Koch freuen sich über den gelungen Vortragsabend. (Foto: Sabine Schätzle)

Der Maler und Burgenforscher Konrad Albert Koch (1869-1945) hat auch zahlreiche Burgruinen und Burgställe im Kreis Tuttlingen erforscht, kartografiert und in Zeichnungen und Gemälden rekonstruiert. Besonders das Wissen über die Oberhohenberg bei Deilingen geht vor allem auf seine Erkenntnisse zurück. In der Oberhohenberghalle in Schörzingen ist am Samstag eine neue Biographie von Autor Peter Wagner mit dem Titel „Der Burgenforscher Konrad Albert Koch“ vorgestellt worden

Moderator Hermann Dannecker fasste die Vorgeschichte zusammen: Ein Kreis aktiver Bürger traf sich im Frühjahr, um den Erhalt des Geburtshauses Konrad Albert Kochs – des „Neuhaus“ – zu bereden. Dabei bemerkten sie schnell, dass es nicht nur erstrebenswert sei, das Gebäudes zu erhalten, sondern auch das Lebenswerk von Konrad Albert Koch zu schützen. So wurde Peter Wagner kontaktiert: Der Rottenburger Heimatforscher war zu diesem Zeitpunkt bereits dabei, für ein geplantes Buch über Koch zu recherchieren.

Wagner hatte mit seiner charismatischen Ausstrahlung gleich die Zuhörer auf seiner Seite. Humorvoll stellte er sich und seinen Weg in die Burgen- und Heimatforschung vor. Bereits bei seinem ersten Projekt, der Weilerburg in Rottenburg, war er auf den Namen Konrad Albert Koch gestoßen. Schon hier stellte sich heraus, dass der Entwurf Kochs beinahe identisch mit dem aktuellen Ausgrabungsergebnis war. So sei die Qualität der Arbeiten Kochs höher als von Fachleuten oft angenommen.

Gisela Koch, Nachfahrin Kochs und Besitzerin des Neuhauses, Heimatforscher Heiko Peter Melle und Schörzinger Albvereinler wie Daniel Bayer sowie der Kulturamtsleiter des Schwäbischen Albvereins, Manfred Stingel, halfen Wagner bei seinem Projekt. Finanzielle Unterstützung kam vom Land Baden-Württemberg und dem Schwäbischen Albverein. Wagners Frau, die Landschaftsfotografin Marlies Wagner, hat alle Burgen im heutigen Zustand fotografiert. So ergab sich in der Hohenberghalle auch eine Ausstellung: Die Zeichnungen K.A.Kochs im Vergleich mit der jeweiligen Landschaft im heutigen Zustand.

Das Lebenswerk Kochs ist extrem umfangreich, um die 100 Burgen hat er akribisch mit Ausgrabungen und Recherchen dokumentiert. In seinem Elternhaus bekam er als Kind Kontakt mit vielen Reisenden und schon früh interessierte er sich für Burgen. Nach Ausbildung bei einem Dekorationsmaler studierte er an der Stuttgart Kunstgewerbeschule. Als er in der Aixheimer Kirche ein Bild malte, holte ihn der damalige Schörzinger Pfarrer Nägele zur Ausmalung der dortige St. Gallus Kirche. 1908 bis 1913 begann Koch mit dem örtlichen Albverein Ausgrabungen auf dem Oberhohenberg. Gertrud von Oberhohenberg gilt als Stammmutter der Dynastie der Habsburger.

Heimatforscher Heiko Peter Melle stellte die Forschungsmethoden Kochs vor. Die Burgenzeichnungen Kochs werden zwar teils als zu großartig genannt, die Ausmessungen sind jedoch detailgetreu. Hermann Dannecker ist mit einigen Schörzingern dabei, einen „Förderkreis zur Erforschung und Publizierung des Lebenswerkes von Konrad Albert Koch und zur Erhaltung seines Geburtshauses“ zu gründen. Der Förderkreis will künftig Ausstellungen über und mit Material von Koch sowie Wanderungen und Vorträge zum Thema organisieren. Vor allem aber soll ein offizielles Archiv erstellt werden.

Das Buch "Der Burgenforscher Konrad Albert Koch" ist in Schörzingen im Neuhaus sowie im Haus der Volkskunst in Dürrwangen zu erwerben.

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