Modernisieren mit Geld von Stadt und Land

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Hausbesitzer loten Sanierungs-Möglichkeiten aus
Zum Auftakt des neuen Sanierungsgebiets in Spaichingens Stadtmitte hat die begleitende Stadtentwicklungsgesellschaft in Stuttgart eine Führung angeboten. 1,2 Millionen Euro an Zuschüssen von Bund, Land und Stadt stehen zur Verfügung.
Redaktionsleiterin

Erster Kontakt ist möglich bei ingo.neumann@steg.de

Ein Video finden Sie im Laufe des Freitags unter www.schwaebische.de

Eine Fotogalerie gibt es unter www.schwaebische.de/sanierung-spaichingen

Mehr als 60 Interessierte haben sich die Erläuterungen der Mitarbeiter der Stadtentwicklungsgesellschaft Steg bei einem Rundgang und anschließender Information zum Thema Sanierungsgebiet Stadtmitte II angehört. Die wichtigste Botschaft überhaupt am Mittwochabend: Wer ein Haus im Geltungsbereich besitzt, kann sich, ob er nun im Rahmen des Sanierungsgebiets sanieren will oder nicht, von Bauingenieur und Energieberater Alexander Vojinovic kostenlos begutachten und aufschreiben lassen, in welchem Zustand sein Gebäude ist. Und: Was in welchem Zeitraum dringend, weniger dringend und möglicherweise verändert werden kann.

Eindringlich appellierte Citymanagerin Simone Stoffel im Namen der Einzelhändler dafür, sich „nicht zu verzetteln“, indem man das Gebiet so auseinanderziehe und das Gewerbemuseum samt einem neuen Anbau in das Konzept einbeziehe. Stattdessen solle lieber die Innenstadt gestärkt werden mit Aufenthaltsbereichen, Wasserspielen, Grün, Spielmöglichkeiten. Ansonsten drohe die Innenstadt „kalt“ zu werden und sich auszudünnen. Man könne am Samstag, wenn Wochenmarkt ist, sehen, wie sehr das Zentrum belebt sei, wenn die Leute dorthin angezogen würden.

Widerspruch vom Planer

Widerspruch gab es von Planer Hannes Munk. Der Bereich Realschule/Gewerbemuseum gehöre zur Innenstadt, und es gehe auch darum, einen ersten Schritt zur Anbindung des Bahnhofs in die Innenstadt zu schaffen.

Seit Dienstag ist die Satzung des Sanierungsgebiets – angelegt auf acht bis zehn Jahre – gültig. Die darin verzeichnete Kosten- und Finanzierungsübersicht – einschließlich der Kosten für einen neuen Gewerbemuseumsanbau – überschreitet jedoch den bewilligten Zuschussrahmen von zirka 700 000 Euro des Bundes und Landes plus zirka 500000 Euro seitens der Stadt (die Zuschüsse werden im Verhältnis 60 zu 40 zugeteilt). Man beabsichtige, wenn die Beteiligung gut sei, Aufstockungsanträge zu stellen.

Die eingetragenen Anteile für öffentliche Vorhaben (Neuordnung von Hofwies, des Stadtgartens und des Gewerbemuseums samt Anbau sowie die Gestaltung von Hauptstraße und Kreuzplatz) sind Bestandteil der Satzung. Diese hat der Gemeinderat im März so beschlossen.

Geführt von Munk und Projektleiter Ingo Neumann von der Steg sowie Kämmerer Christian Leute und Stadt-Ansprechpartnerin Marleen Woelke, machten sich die Bürger ein Bild von den Gebieten, um die es geht: Kreuzplatz, Seitenbereich der Hauptstraße bis zur kleinen Angerstraße, Gewerbemuseum und Vorgasse.

Im Gymnasium stieß Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher dazu und schilderte erste Details. Zum Beispiel solle das begleitende Grün der Hauptstraße trotz Primverdolung am Kreuzplatz bestehen bleiben, aber die Parkplätze aufgegeben werden, der Kreuzplatz solle aufgewertet werden. Die Stadt sei außerdem dabei, Flächen aufzukaufen, auch um „gegebenenfalls nachzuverdichten mit Geschosswohnungsbau“, was diskutiert werden müsse.

Schuhmacher und Neumann gingen auf einen Vermerk ein, der im Grundbuchamt für jedes Gelände eingetragen worden sei. Dies habe keine Nachteile, sondern dokumentiere, dass man förderberechtigt sei, sagte Schuhmacher. Neumann führte aus, dass der Sanierungsvermerk unter anderem auch bedeute, dass bauliche Veränderungen genehmigungspflichtig seien und nichts, was den Sanierungszielen widerspreche, genehmigt werde, egal ob man Fördermittel bekomme oder nicht.

Die anwesenden Grundstücksbesitzer bekamen Hinweise, wie sie bei Sanierungsinteresse vorgehen können; und auch dazu, dass sich eine Sanierung im Sanierungsgebiet auch steuerlich lohnen könne.

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