Bianka Roith

Spaichingen/ Dreifaltigkeitsberg - Der Gospeltrain aus Horb hat auf dem Dreifaltigkeitsberg in der Wallfahrtskirche Station gemacht und seine Zuhörer in Sekundenschnelle verzaubert. Die Sängerschar mit ihrem Dirigenten Winfried Bentele hat das Publikum entführt auf eine Reise in die Welt der Gospelmusik und die ganze Kirche mit wunderschönem Klang erfüllt.

Diese Lieder haben die Seele berührt, sie aber auch gestreichelt. Manche Stücke waren bekannt, andere ganz neu. Doch die Zuhörer wurden nie allein gelassen. Winfried Bentele hatte zu jedem Stück eine kleine, aber feine Geschichte parat. „Vielleicht wundern Sie sich, dass ich immer etwas erkläre. Zum einen mache ich das, weil vielleicht nicht alle Englisch können oder sie verstehen unser Englisch nicht“, meinte er augenzwinkernd.

Schwung und Gottes Rascheln

Den Anfang machte ein Sängerquartett mit dem eher unbekannten Lied „Tebe pajom“ und der glockenhellen Stimme von Solosängerin Judith Bentele.

Dann platzierten sich alle Sängerinnen und Sänger in blauen Kutten mit gelben Schals um das Keyboard ihres Dirigenten. „Amazing Grace“ hat mit Sicherheit bei jedem ins Schwarze getroffen und vermutlich auch bei denen, die zuvor bei der Marienfeier waren und sich jetzt vielleicht vorsichtig auf diese Musik einließen.

Nach dem schwungvollen „Joy fully sing“ begrüßte Winfried Bentele die Anwesenden und neu Hinzugekommenen. „Vielen Dank, dass Sie da sind und geblieben sind.“

Zu „Elijah Rock“ erklärte der Dirigent, dieser Elijah sei in die Wüste gezogen und habe Großes erwartet. Aber Gott habe er nicht gesehen, nur ein ganz leises Rascheln von Gottes Rock gehört. Und die Männer versuchten, dieses leise Rascheln musikalisch zu erzählen.

Bei „Oh sinner man“ erinnerte der Chorleiter dran, dass jeder einmal ein Sünder sei, weshalb man immer vor dem Teufel auf der Hut sein müsse.

„Don’t make a sound, Devil’s gonna hear you“ (Mache kein Geräusch, der Teufel wird Dich hören).

Mit viel Schwung ging es zu dem Gospel-Klassiker „Oh happy day“. Das Publikum war zwar aufgefordert mit zu klatschen, doch es wurde nur vorsichtig mitgeklatscht.

Damit sich alle besser kennenlernen, erzählte Winfried Bentele von der bunt zusammengewürfelten Sängerschar mit Mitgliedern aus Meßkirch, „von der Alb ra“, einen Sänger aus Holland, der eher selten dabei sei, und einen Sänger aus Gambia, von dem der Dirigent das Fasten lernte.

Dazu gehörte das Überwinden des inneren Schweinehundes, wie im Lied „We shall overcome“ thematisiert. „Aber diese Kraft haben wir nicht.“

Obwohl das Konzert in der Kirche stattfand, wurden die Sänger des Gospel Trains für jedes Stück mit viel Beifall belohnt und am Schluss gab es sogar „Standing Ovations“.

Es lohnte sich auf jeden Fall, sich von diesem Gospel Train in eine andere Welt entführen zu lassen. Und vielleicht nimmt der ein- oder andere ein Lied oder eine Liedzeile mit nach Hause in die eigenen vier Wände und erinnert sich noch eine Weile an das wunderschöne Konzert auf dem Dreifaltigkeitsberg.

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