Landflucht für Alt und Jung verhindern

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 Sozialdezernent Bernd Hamann.
Sozialdezernent Bernd Hamann. (Foto: Franz Dreher)

Der Vorstand der Kreisseniorenunion (SU) will im kommenden März mit der Parteijugend (JU) bei einer gemeinsamen Veranstaltung Wege suchen, wie man die Lebensqualität in der ländlichen Region erhalten und verbessern kann. „Die junge Generation soll mit Mut und Optimismus in der Zukunft hier gut leben können“, appellierte der Vorsitzende Roland Ströbele bei einer Sitzung in Spaichingen und stemmte sich gegen den Abbau von Dienstleistungen auf dem Land.

Um zu erfahren, mit welchen Mitteln der Landkreis Rottweil die Seniorenarbeit fördert, hatte der Vorsitzende den Sozialdezernenten Bernd Hamann eingeladen. Auch er stellte fest, dass die Situation mit der hausärztlichen Versorgung in den Kommunen immer prekärer werde. Im benachbarten Kreis habe man schon vor 13 Jahren einen Kreisseniorenplan verabschiedet. Allerdings werde die mögliche finanzielle Förderung für Personalkosten, welche über die einzelnen Gemeinden beantragt werden müssen, nur schleppend in Anspruch genommen.

Die anwesenden CDU-Kreistagsmitglieder Klaus Schellenberg, Bernhard Schnee und Josef Schilling signalisierten der SU ihre Bereitschaft, gemeinsam mit der CDU-Kreisvorsitzenden Maria-Lena Weiss an einem kreispolitischen Programm zu arbeiten. So soll die Mobilität der Älteren mit der Hilfe von Ehrenamtlichen unterstützt und Aktionen gegen die Vereinsamung mit sogenannten „Kümmerern“ unternommen werden. Dabei will man das Rad nicht neu erfinden, sondern auf bereits vorhandene „vorbildliche Strukturen“ aufbauen. Zu einem ganzen Bündel von Maßnahmen gehöre auch die dringend notwendige Erhöhung der Kurzzeitpflegeplätze. Sorge macht der SU auch der längerfristige Erhalt der Spaichinger Klinik. Besonders die geriatrische Abteilung mit ihrem „sehr guten Ärzteteam und dem umsichtigen Pflegepersonal“ wurde von ehemaligen Patienten ausdrücklich gelobt.

Die stellvertretende SU-Vorsitzende Elisabeth Ehlers bemängelte, dass in den überregionalen Medien die CDU-Kandidatin für den Parteivorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, einseitig favorisiert werde. Maria-Lena Weiss ist neben Guido Wolf und Volker Kauder auf dem Parteitag in Hamburg stimmberechtigt. „Ich mache mir die Entscheidung nicht leicht, denn Merz punktet mit seinem fundierten Wissen über die Wirtschaft, während bei der CDU-Generalsekretärin die Werte und Grundsätze der CDU beeindrucken“, fasste die Kreisvorsitzende zusammen. Bei der offenen Abstimmung der Vorstandsmitglieder ergab sich eine große Mehrheit für Merz, wobei auf Jens Spahn keine einzige Stimme entfiel.

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