Kunst trifft wieder Wirtschaft: Hermann Früh vom Handels- und Gewerbeverein im Interview

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 Im Jahr 2014 hat die Veranstaltung „Kunst trifft Wirtschaft“ tausende interessierte Besucher in die Spaichinger Gewerbebetriebe
Im Jahr 2014 hat die Veranstaltung „Kunst trifft Wirtschaft“ tausende interessierte Besucher in die Spaichinger Gewerbebetriebe gelockt. Nun möchten der Handels- und Gewerbeverein und der Kunstkreis das Großereignis am 22. September wiederholen. (Foto: Archiv: Regina Braungart)
Schwäbische Zeitung

Die Veranstaltung „Kunst trifft Wirtschaft“, die der Handels- und Gewerbeverein Spaichingen im Jahr 2014 gemeinsam mit dem Kunstkreis durchgeführt hat, war seinerzeit ein großer Erfolg und hat tausende Menschen einen Blick hinter die Kulissen der heimischen Wirtschaft werfen lassen. Nun soll der Event am Sonntag, 22. September, wiederholt werden. Redaktionsmitarbeiter Frank Czilwa hat mit Hermann Früh, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins Spaichingen, über den Stand der Planungen gesprochen:

Herr Früh, was hat den Gewerbe- und Handelsverein bewogen, „Kunst trifft Wirtschaft“ wieder aufleben zu lassen?

Das war der große Erfolg und die Erfahrungen vom letzten Mal. Wir fahren im Gewerbe- und Handelsverein ja zweigleisig: Da ist zum einen der Bereich Handel und Einzelhandel und zum anderen der Bereich Industrie, Gewerbe und Dienstleistung. Für den Handel tun wir ja einiges. Für das Gewerbe gibt es vor allem die Gewerbeschau, die alle fünf Jahre stattfindet.

2014 entstand dann aus Kontakten mit dem Kunstkreis heraus die Idee, das ein bisschen zu verbinden. Das ist ja im Prinzip wie ein „Tag der offenen Tür“ der Betriebe. So haben die Betriebe die Möglichkeit sich - auch potenziellen Fachkräften - zu zeigen; aber auch viele Spaichinger wissen gar nicht, was für Betriebe es im Ort gibt und wo sie zu finden sind. Wir haben seitdem immer wieder gehört, das sollte es wieder geben.

Heißt das, dass „Kunst trifft Wirtschaft“ die Gewerbeschau ersetzt?

Nein, das heißt es nicht. Wir machen auch wieder eine Gewerbeschau, die nächste in etwa drei Jahren.

Das erste „Kunst trifft Wirtschaft“ liegt jetzt auch schon fünf Jahre zurück. Wenn es beim ersten Mal so gut ankam, warum dann diese lange Pause?

Das war eben auch, weil wieder eine Gewerbeschau dazwischen lag, so dass der Turnus zwischen den großen Veranstaltungen im Mittel schon bei etwa zweieinhalb Jahren liegt. Und dann muss man bedenken, dass das Ganze ja immer einen sehr großen Aufwand bedeutet.

Noch bis 15. Juni können sich Betriebe zur Teilnahme anmelden. Wie sieht der Rücklauf bis jetzt aus?

Die Anmeldungen laufen gerade an, so dass wir die gewünschte Zahl von 30, 35 Betrieben noch nicht erreicht haben. So um die 30 Minimum sollten es schon sein.

Gibt es aus den Erfahrungen vom ersten Mal heraus Dinge, die man gelernt hat, die man vielleicht besser machen will?

Das klingt jetzt vielleicht vermessen: Aber wir haben nichts zu beanstanden und wollen es im Großen und Ganzen wieder genauso machen wie beim letzten Mal. Wir wollen vielleicht das eine oder andere technisch etwas aufpeppen und sind für die Eröffnungsveranstaltung auch schon mit den Veranstaltungstechnikern von Light and Sound im Gespräch. Aber das Grundkonzept wird sich nicht verändern.

Und wie sieht dieses Konzept aus?

Jeder Betrieb gestaltet sein Umfeld selber, und entscheidet, welchen Künstler er einlädt, was er sonst noch anbieten möchte und wie er seinen Betrieb zur Schau stellt. Aber wir tauschen uns natürlich schon miteinander aus. Vor allem im Bereich des Caterings wollen wir uns kulinarisch ein wenig abstimmen, damit nicht drei Mal Currywurst angeboten wird.

Wird es auch wieder einen Shuttle-Bus geben?

Das haben wir vor. Wir sind zwar noch ganz am Anfang der Planung, aber einen Shuttle-Bus wird es sicher wieder geben. Die Betriebe, die sich an diesem Tag vorstellen, sind ja weit verteilt. Es gibt vielleicht welche in der Innenstadt, aber zum Beispiel auch auf Eschenwasen oder in der Max-Planck-Straße, die man nicht alle leicht zu Fuß erreichen kann.

Wir kommt es zu dieser Kombination von „Wirtschaft“ mit „Kunst“ und nicht, sagen wir zum Beispiel, mit Sport?

Das war mehr Zufall: Mein Vorgänger als Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins, Roland Dreizler, malt selber als Hobbykünstler und war und ist auch nach wie vor im Kunstkreis aktiv. Er ist auch diesmal unser Ansprechpartner im Kunstkreis. Insofern liegt diese Kombination „Kunst trifft Wirtschaft“ auch an der Person von Herrn Dreizler.

Aber auch beim Publikum ist diese Kombination dann ja gut angekommen ...

Das ist natürlich immer ein Risiko, wenn Sie so etwas machen, aber es ist dann wirklich sehr gut gegangen. Wo man nicht drin steckt, das ist das Wetter. Das war beim ersten Mal fantastisch, so dass es ein schöner, aktiver und bewegter Tag war. Die Messlatte liegt natürlich hoch, aber wir denken, dass es auch diesmal wieder ein schöner und aktiver Tag werden wird.

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