Klimaschutz kann kinderleicht sein

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„Mister Erde“ alias Martin Bachmann brachte den Spaichinger Kindergartenkindern auf spielerische Weise das Thema Klimaschutz näh
„Mister Erde“ alias Martin Bachmann brachte den Spaichinger Kindergartenkindern auf spielerische Weise das Thema Klimaschutz näher. (Foto: Esra Yüceyurt)
Esra Yüceyurt

Das Stück „Auf der Erde geht’s heiß her“ hat am Donnerstag Premiere gefeiert. Die Inszenierung behandelt verschiedene Aspekte des Klimaschutzes, wie beispielsweise Kohlendioxid-Emissionen und eine sachgerechte Mülltrennung. Gespannt lauschten die Mädchen und Jungen des Kindergartens St. Michael in Spaichingen dem Klimaschutz-Theaterstück des Landkreises Tuttlingen und des Theaters Bahnhof Mühlheim. Es soll bereits kleine Kinder mit dem Thema vertraut machen.

Die Vier- bis Siebenjährigen wirken zunächst unsicher, sind jedoch gespannt, was auf sie zukommt. Ihre anfängliche Unsicherheit legt sich schnell, sobald „Mister Erde“ alias Martin Bachmann die Bühne betritt. Samt passender Kostümierung singt und reimt er, ganz zum Vergnügen der Kinder. Er bringt ihnen komplizierte Thematiken mithilfe von Gesang und Beispielen aus dem Alltag der Kinder Mia und Tom näher, die durch Puppen dargestellt werden. Zum besseren Verständnis werden wichtige Schlüsselbegriffe nicht nur vereinfacht vorgetragen, sondern mit verschiedenen Stilmitteln wie erklärenden Bildern dargestellt.

Fünf wichtige Regeln sollen die Kinder aus dem Bühnenstück mitnehmen: Das Auto kann für kürzere Strecken stehen gelassen werden, um nicht nur Geld zu sparen, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Essen, wenn möglich, unverpackt oder in Papierverpackungen kaufen. Den Müll stets sortieren, Kohlendioxid vermeiden sowie Strom und Wasser sparen.

Die Kinder lachen insbesondere über die sprachliche und optische Gestaltung der Darbietung. Martin Bachmann erzählt vom Alltag der Geschwister Mia und Tom Maier. So lernt Tom auf einem Ausflug seiner Kindergartengruppe, wie wichtig Mülltrennung ist. Mia erfährt im Unterricht etwas über den natürlichen Treibhauseffekt und die Bedeutung der Bäume und Pflanzen für die Umwelt. Durch verschiedene Alltagsszenerien schafft Bachmann es, den Kindern die fünf Grundthemen des Stücks zu erklären. Für Regie und Ausstattung zeichnete Cécile Bachmann-Legrand verantwortlich, Martin Bachmann schrieb die Texte.

Bei der anschließenden Fragerunde sind die Kinder engagiert bei der Sache. Sie erzählen von ihren Erfahrungen mit Mülltrennung und Strom- und Wasserverbrauch. „Man muss immer das Licht ausmachen“, meint eines der Kinder aufgeregt. Als Bachmann zu viel Kohlendioxid in der Umwelt mit dem Tragen eines Pelzmantels im Sommer vergleicht, bringen manche Kinder ihre Überraschung durch Buhrufe oder kritische Kommentare zum Ausdruck. Damit das Thema präsent bleibt, überreicht Adrienne Metzl, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Tuttlingen, dem Kindergarten ein Heft, mit Liedern zum Nachsingen, Spielen und Bildern zum Ausmalen.

„Es ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt“, sagt Bachmann. Der Theater Bahnhof Mühlheim und Adrienne Metzl kamen vor etwa einem Jahr zusammen, um die Vorführung auf die Beine zu stellen. „Es gibt nur wenige Theater, die dieses Thema für Kinder in so jungem Alter erreichbar machen“, sagt Metzl. „Wir sind auf den Theater Bahnhof Mühlheim zugegangen, um den Kindern das Thema Klimaschutz zu erklären, und um zu zeigen, dass Klimaschutz kinderleicht sein kann“, erläutert Metzl. Um die nächste Generation mit dem Umweltschutz vertraut zu machen, fragte Metzl zunächst verschiedene Kindergärten und Grundschulen im Landkreis, ob Interesse an einem Theaterstück bestünde. Nach positiven Rückmeldungen wurde die Thematik auf die Vor- und Grundschüler angepasst.

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