Kinder können auch zuhause lernen

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 Bücher - auch zum Lernen - sind jetzt, wenn die Kinder zuhause bleiben müssen, noch wichtiger.
Bücher - auch zum Lernen - sind jetzt, wenn die Kinder zuhause bleiben müssen, noch wichtiger. (Foto: Symbol: Monika Skolimowska / dpa)
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Die Schulen und Kindertagesstätten in Baden-Württemberg bleiben von Dienstag an bis zum 20. April geschlossen. Für die Eltern bedeutet das, dass sie ihre zu Hause bleibenden Kinder möglichst sicher und sinnvoll beschäftigen müssen. Wir haben dazu einige Tipps eingeholt.

In Spaichinger Schulen ist man gewappnet und hat teilweise bereits am Freitag den Kindern Bücher und Lernmaterialien mit nach Hause gegeben. Aufgaben werden den Schülern per E-Mail zugeschickt.

Susanne Ejiogu, Erzieherin und Leiterin des städtischen Kindergartens „Sonnenschein“, gibt ein paar Tipps, wie man Kindergartenkinder beschäftigen kann: „Die Spielzimmer sind ja meistens voll, und das wenigste wird genutzt“, so Ejiogu, „Kinder können sich dort lange beschäftigen, bestenfalls mit Erwachsenen, die sich für sie Zeit nehmen.“ Wichtig ist aber: Die Kinder sollten nicht in Betreuung der Großeltern gegeben werden, da ältere Menschen vom Corona-Virus ganz besonders bedroht sind und daher vor Ansteckung geschützt werden müssen.

Besonders Kreativspiele regen Kinder an, ihre Fantasie spielen zu lassen, und mit Papier, Schere und Kleber können sie sich erfahrungsgemäß lange beschäftigen. Auch Vorlesen oder Selberlesen aus Büchern und Bilderbüchern ist natürlich sinnvoll. Für Vorschulkinder gibt es auch schon Arbeitsmappen, die die Kinder auf die Schule vorbereiten und ihre Konzentration schulen.

Neben Gesellschaftsspielen rät Susanne Ejiogu auch dazu, mit den Kindern viel in die Natur hinaus zu gehen. So wird es auch im Kindergarten gemacht: „Wir brauchen hier keine Turnhalle“, so Susanne Ejiogu, „wir ziehen einfach die Turnschuhe an und gehen raus. Das tut den Kindern gut und macht ihnen besonders Spaß.“

Wer zu Hause zu wenige Spiele, Bücher oder Bilderbücher hat, dem kann die Stadtbücherei helfen: „Wir sind für Ausleihen gerüstet“, so Rotraud Birnbreier, Leiterin der Stadtbücherei Spaichingen. Insgesamt gibt es dort rund 20 000 Medien und genauso viele E-Books für die Online-Ausleihe („Onleihe“) für alle Altersklassen. Für die Kleinsten gibt es Bilderbücher, aber auch Bücher zum Lernen, wie die Tiptoi-Bücher, ein Lernsystem, bei dem Kinder mit einem Stift auf ein Bild oder einen Text klicken können, um mit dem Buch zu interagieren.

Außerdem hat die Stadtbücherei zahlreiche Spiele, DVDs und Kinderhörspiele auf CD wie „Die fünf Freunde2 oder „Die drei ???“ Früher gab es in der Stadtbücherei auch noch Computerspiele, aber heute nicht mehr, da diese meist heruntergeladen werden. Aber in der Onleihe können auch Lernprogramme heruntergeladen werden.

Wie die Büchereien im Land selbst mit der Corona-Situation umgehen sollen, ob etwa Desinfektionen oder ob die Büchereien – angesichts von Empfehlungen, Sozialkontakte einzuschrenken – ganz geschlossen werden, darüber gebe es noch keine verbindlichen Informationen oder Handreichungen, so Rotraud Birnbreier. „Im Moment laufen eigentlich nur die Drähte heiß.“

Vor allem musste sich Rotraud Birnbreier mit der Verschiebung einer geplanten Veranstaltung beschäftigen: Die bisher für den 6. Mai geplante Kinder-Veranstaltung „Die Abenteuer des kleinen Pinocchio“ hat die Stadtbücherei vorsorglich auf den Herbst verschoben.

Eventuell eine Art „Lieferservice“ einzurichten, bei dem ausgeliehene Medien ins Haus geliefert werden, darüber hat die Stadtbücherei-Leiteirn noch nicht konkret nachgedacht: „Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man das machen sollte. Dazu hätten wir gar nicht genug Personal.“

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