Kinder feiern ihre eigene Fasnet mit Umzug und Ball

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Einige Kinder sind wohl noch zu schüchtern für den Kinderumzug in Spaichingen: Ein Kleinkind hängt Dienstagnachmittag mit seinem Vater am Fenster und blickt mit großen Augen auf die Hauptstraße und den Kinderumzug – den Hästrägern scheint jedoch kein Weg zu weit. Drei Lumpenhansele gehen zielstrebig auf das Fenster zu und beschenken Kind und Vater mit Gutsle.

Für die zwei Jungnarren Phil Danielzyk und Louis Kollmar ist das die klare Hauptaufgabe beim Fasnet-Abschluss am Dienstag: „Das wichtigste beim Kinderumzug ist, die Gutsle zu teilen“, sagt Louis. Aber auch das Konfetti-Einseifen macht den beiden Spaß. Der Spaichinger Fasnet-Dienstag sei zwar deutlich kleiner und gemütlicher als der Sonntag, jedoch auch eine wichtige Tradition, meint Steffen May, Vorstand der Zunft Deichelmaus. „Wichtig ist, dass die Kinder wirklich teilnehmen können, und sie werden außerdem an das Brauchtum herangeführt“, erläutert May.

Fasnet-Abschluss im Zeichen der Kinder
Die Spaichinger Fasnet geht zu Ende. Mit dem Kinderumzug und dem Kinderball steht die Stadt ganz im Zeichen der kleinen Narren.

Zum Brauchtum gehört auch die Tafel Schokolade am Ende des Umzuges. In der Unterführung zwischen Marktplatz und Stadthalle wird an alle Teilnehmer eine verteilt. Kaum gibt May vom Umzugswagen aus den Startschuss, rennen auch schon hunderte Kinder zu den Narren mit den großen Boxen. Eine Nachwuchshexe muss sogar von ihrem Vater eingefangen werden, so schnell ist sie in Richtung süße Belohnung gestürmt.

Auf dem Kinderball in der Stadthalle wird es im Anschluss bunt und laut. Von der Decke hängen hunderte farbige Tücher, in der Mitte, hoch über den Köpfen der rund 800 Gäste, dreht sich ein Karussell mit großen und kleinen Lichtern. Die Guggemusik dröhnt zwischen den Wänden derweil um ein Vielfaches lauter als auf der Straße. Die Kinder lassen sich davon jedoch nicht stören – kreischend rennen sie zwischen den Tischen und auf der Bühne umher, während die Eltern versuchen sich zu unterhalten. Die zehnjährigen Mika Sindele und Keanu Zimmerer finden sogar, „die laute Musik ist das Beste am Kinderball“.

Rund 30 Mitglieder des RV Spaichingen helfen jedes Jahr, die Veranstaltung zu stemmen. „Wir sind aber schon eingespielt, jeder hat seinen Bereich“, sagt Vereinsvorstand Bianca Zimmerer. Seit wann der Radfahrverein denn schon den Kinderball veranstaltet? „Das weiß ich gar nicht genau, schon seit ich denken kann, macht der RV das.“ Also seit sie ein kleines Mädchen war.

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