Künstlerisch: Werke zeigen alte Heimat

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Der ehemalige Zeichenlehrer Peter Kneipp stellt zurzeit seine Bilder im Vereinsraum der Banater Schwaben aus. Zur Vernissage kam
Der ehemalige Zeichenlehrer Peter Kneipp stellt zurzeit seine Bilder im Vereinsraum der Banater Schwaben aus. Zur Vernissage kam (Foto: Franz Dreher)
Schwäbische Zeitung
Franz Dreher

„Wir Banater können mehr als Essen und Trinken“, hat Richard Wagner bei der Eröffnung der Ausstellung des Donauschwaben Peter Kneipp in der Vereinsstube in der Hinteren Schulgasse am Samstagnachmittag gescherzt. Damit meinte er, dass trotz der harten Arbeit und der schweren Nachkriegszeit unter seinen Landsleuten immer wieder Talente mit künstlerischen Leistungen hervor getreten sind.

Ein solcher Künstler ist der 1939 geborene Peter Kneipp, der nach seiner Umsiedlung vor 16 Jahren von Rumänien in Tuttlingen seine Wahlheimat gefunden hat. Museumsleiterin Angelika Feldes beleuchtete den Werdegang des Banaters aus dem kleinen Dorf Jebel bei Temeschwar, dessen zeichnerisches Talent bereits in der Schule aufgefallen war. Doch zuerst sollte Kneipp etwas Solides lernen, weshalb er Lehrer wurde.

Als es 1954 ein Bild des jungen Lehrers den Weg nach Paris zu einer Ausstellung schaffte, spornte das den Hobbymaler natürlich zu weiteren Leistungen an. Nach einigen Jahren als Grundschulpädagoge studierte Kneipp am Pädagogischen Institut in Temeschwar, um dann als Zeichenlehrer am Gymnasium seiner Leidenschaft besser frönen zu können. In dem von ihm geleiteten Künstlerkreis Tibor Bottlik und in einer Sommerakademie vermittelte Kneipp sein Wissen weiter.

In seiner zweiten Heimat erweiterte Kneipp seine Techniken und beteiligte sich weiterhin an mehreren Ausstellungen. Die aktuell gezeigten Arbeiten zeigen nicht nur Dorf- und Landschaftsbilder, sondern auch detailverliebtes Stillleben, filigrane Tuschezeichnungen, Collagen und geometrisch streng gezeichnete Grafiken einer ganz ungewöhnlichen und persönlichen Stilrichtung.

Angelika Feldes ging auf die mit viel Liebe gemalten Bilder der dörflichen Idylle aus dem Banat ein. Damit sei der Heimatkünstler zum Dokumentar einer Vergangenheit geworden, in welcher viele Familien ihre Häuser und Dörfer verlassen mussten.

Der anwesende Aussteller selbst meinte bescheiden, dass es ein gutes Stück Arbeit gegeben habe, die sich jedoch gelohnt habe. Und dass die ausgestellten Exponate viele Erinnerungen an die Jugendzeit wieder wachriefen, konnte man an den wehmutsvollen Erzählungen der hauptsächlich älteren Besucherschar heraus hören. Zur großen Freude der Darowaer Landsmannschaft überlässt Kneipp das Bild „Unsere Kirche in Darowa“ der Heimatstube in Spaichingen.

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