Jugendfeuerwehr spielt Einsätze wie im Ernstfall durch

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 Tristan Müller (links) und Joscha Keck (rechts) ziehen einen sogenannten Schlauchhaspel zum gespielten Einsatz.
Tristan Müller (links) und Joscha Keck (rechts) ziehen einen sogenannten Schlauchhaspel zum gespielten Einsatz. (Foto: FF Spaichingen)
Ronja Straub

Am Wochenende haben die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Spaichingen den Alltag einer Berufsfeuerwehr erlebt: Während der 24 Stunden wurden die 16 Jugendlichen zu neun Einsätzen, unter anderen ein Gebäudebrand, eine Personensuche und ein Bruch eines Staudamms, gerufen.

Zum ersten Einsatz riefen Jugendwart Florian Baal, die Jugendleiter Florian Schmid und Vincent Krämer und die acht weiteren Helfer aus der Einsatzabteilung die Jugendlichen direkt nach dem Beziehen der Betten im Schlaafsaal des Spaichinger Magazins.

Puppe aus Böschung retten

Ein lautes Dröhnen klang durch das Magazin und die Jugendlichen rannten zur Anzeige, um zu sehen, um welchen Einsatz es sich handelt: Die Hälfte der Jugendlichen sollte eine abgestürzte Person in der Nähe des Freibads retten. Schnell zogen die Jugendlichen sich ihre Ausrüstung an und ohne Blaulicht, aber mit Feuerwehrfahrzeug fuhren aktive Feuerwehrmitglieder sie zum Einsatzort. Dort teilte die Gruppe sich auf: Ein Teil baute einen Scheinwerfer auf, ein Anderer sperrte die Straße und ein Dritte sicherte den „Retter“ mit einem Seil. Dieser wurde zum Opfer, dargestellt durch eine Schaumstoffpuppe, heruntergelassen. Die andere Gruppe kam mit einer Trage zur Böschung und gemeinsam retteten sie die Puppe. Gian-Luca Maurer aus Spaichingen war beim ersten Übungs-Einsatz an diesem Wochenende dabei. „Ich finde es super, dass wir alles fast wie im Ernstfall durchspielen“, sagte der 16-Jährige. „Das stärkt auch unser Gemeinschaftsgefühl, wir sind einfach ein super Team.“

Einsätze wie aus dem Feuerwehr-Alltag

Im Laufe des Wochenendes lernten die angehenden Feuerwehrmänner außerdem, was zu tun ist, wenn Menschen in einem Waldstück vermisst werden, wenn ein Mülleimer brennt, wie sie eine Person mit einer Drehleiter retten können und wie sie den Bruch eines Staudamms kontrollieren.

Ein Highlight für die zehn- bis 17-Jährigen war der Einsatz bei einem angenommen Kellerbrand in einer Autowerkstatt auf dem ehemaligen Bundeswehrareal in der Rudolf-Diesel Straße. Die Jugendlichen sollten den fiktiven Brand bekämpfen und nach zwei vermissten Mitarbeiter der Werkstatt suchen.

Die Einsätze fanden fast rund um die Uhr statt – zumindest war der letzte abends um 21 Uhr und am nächsten Morgen ging es um sechs Uhr weiter.

Die Jugendfeuerwehr Spaichingen macht solche Übungswochenenden für ihre 20 Mitglieder alle zwei Jahre. Beitreten können Interessenten ab zehn Jahren. In der Regel erfolgt ab dem vollendeten 17. Lebensjahr der Übergang in die Einsatzabteilung. Die Jugendfeuerwehr veranstaltet für ihre Mitglieder alle vierzehn Tage einen Übungsabend.

Ein Video zu dem Übungswochenende finden Sie unter www.schwaebische.de/jugendfeuerwehr-spaichingen

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