James Bond wendet in Spaichingen alles zum Guten

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 Auch „feierlich“ kann James Bond, wie die Markus Streubel und Markus Herzer bei „God Save the Queen“ bewiesen.
Auch „feierlich“ kann James Bond, wie die Markus Streubel und Markus Herzer bei „God Save the Queen“ bewiesen. (Foto: Manfred Brugger)

Eine humorvolle Hommage an 50 Jahre Bond-Filme und deren unvergessliche Hits hat am Freitagabend über 50 Fans dieses „Agenten ihrer Majestät“ zusammengeführt, überwiegend mittleren Alters. Veranstalter waren die Stadtbücherei und die VHS, für die Rotraud Birnbreier auf einer Kulturbörse in Freiburg war und einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen hat.

Das erfahrene Doppel-M-Team für Spezialeinsätze, Markus Streubel (Gesang) und Markus Herzer (Piano), ersterer ein stimmgewaltiger Reingschmeckter aus dem Ruhrgebiet, letzterer ein schwäbelnder Stuagarter, stürmte zu Beginn auf die Bühne. Von den Außenaufnahmen mit Daniel Craig auf einem Motorboot auf der Prim kommend und zunächst die Gäste in der spärlich besetzten ersten Reihe beruhigend, die bekanntlich oft für Spezialeinsätze herhalten müssen. Wie prompt jener junge Mann, der seinen Platz neben seiner Liebsten für „007“ räumen und dessen ungeniertes Flirten mitanhören musste, bevor er gnädiger Weise wieder als „008“ übernehmen durfte.

Danach wurde es feierlich, mit „God save the Queen“, der Königin des Empire fahnenschwenkend die Ehre erweisend. Das Bühnenbild war in Union Jack-Rot und Blau gehüllt, durchsetzt mit drei verhüllten Bond-Girl-Pappmaschees und allerlei liebevollen Requisiten, vom giftgelben „High Voltage“-Warnschild bis hin zur unverzichtbaren Flasche „Martini“, mit der wiederholt „nachgeölt“ wurde.

Die weltbekannten Soundtracks der Filme, längst Ohrwürmer bei jung und alt, bildeten entlang dieses Abends die akustische Kulisse, in allen möglichen Variationen dargeboten und mit liebevollen Wortspielen gewürzt: Nofinger statt Goldfinger, Sündenfall statt Skyfall, Praline statt Blondine.

Und die beiden Profi-Musiker, die schon über fünf Jahre gemeinsam auf der Bühne stehen, vermochten sich auch selbst auf den Arm zu nehmen. Mit technischen Finessen wie dem Uhrenvergleich einer Rolex mit einer Tschibo Replica, der Seilwinde in der Armbanduhr oder mit dem Bond-Girl, das hinter der Bühne kotzen muss.

Nach der Pause wurde es ernst mit dem Bösen in Gestalt des Phantoms „GOFTA“, das die Weltherrschaft an sich reißen und erst einmal besiegt sein will. Auf Messers Schneide kommen bei Mister Bond bekanntlich auch die weiblichen Waffen zum Einsatz. Mit einer übergroßen Transe auf beängstigend hohen Plateausohlen eindrucksvoll Gestalt annehmend. Bei der Gelegenheit bekam auch die Konkurrenz ihr Fett ab, vom gehauchten „Happy Birthday“ der Marilyn Monroe bis hin zum irritierenden Verwandlungskünstler Conchita Wurst.

Danach schlug die Stunde der tapferen Miriam, die aus der ersten Reihe auf die Bühne geholt wurde. Sie begegnete dem anschmachtenden James Bond unerschrocken auf Augenhöhe, meisterte souverän ihren Dialog-Vorlese-Part und wurde dafür mit reichlich Beifall vom Publikum belohnt.

Im Showdown, dem Finale, verrichtete der Racheengel des Guten wie gewohnt ganze Arbeit: Brachte den Verbrecher zur Strecke, entschärfte gerade noch rechtzeitig die Bombe und verabschiedete sich danach lässig aufs Zimmer 007 im hiesigen „Kreuz“.

Wer Appetit auf mehr bekommen hat: Am 2. April startet endlich der 25. Bond-Film unter dem Titel „Keine Zeit zum Sterben“ in den Kinos.

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