Pater Hugo heftet Denkinger Jägern geweihte Tannenzweige an.
Pater Hugo heftet Denkinger Jägern geweihte Tannenzweige an. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Ein alter Brauch der Jäger wird seit einigen Jahren auf dem Dreifaltigkeitsberg wieder gefeiert. Eine große Anzahl Jäger und Freunde der Natur aus der Region haben sich am vergangenen Samstag bei der Klosterkirche auf dem Dreifaltigkeitsberg versammelt, um gemeinsam mit Pater Hugo eine Andacht im Freien zu feiern.

Normalerweise findet die Segnung zu Beginn des Jagdjahres am 1. Mai statt. Doch wegen der Coronakrise musste diese Segnung verschoben werden. Umso mehr freuten sich die Jäger mit Pater Hugo, dass sie die Feier jetzt unter Einhaltung der Coronavorschriften, soweit es möglich war, begehen konnten.

Nach einem Zitat von Mahatma Gandhi – „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun“ – richtete Pater Hugo den Blick auf die heutige Zeit. Wenn wir uns vergegenwärtigten, was wir erreichen wollten und uns fragten, was wir dafür getan haben, so wüssten wir, welchen Wert die vergangenen Monate trotz allem für uns wirklich besäßen, so Pater Hugo. Der Blick zurück gebe Antwort auf die Frage. Er zeige, an welchen Punkt im Heute dieser Weg geführt hat.

Die Zukunft ist heute noch ungewiss. Gewiss sei jedoch, dass die Menschen ihre Gegenwart gestalten können und damit Einfluss auf unsere Zukunft nehmen. Denn „das schönste Geschenk ist Zeit“, sagte Pater Hugo, „die jeder vom Schöpfer erhält“.

Doch das Leben sei nicht einfach das, was mit uns geschieht. Wenn es so wäre, dann würden wir nur auf äußere Erwartungen und Einflüsse reagieren und uns von diesen bestimmen lassen. Wir würden gelebt, statt zu leben.

Aber das Leben sei auch das, was wir selbst aktiv herbeiführen, so Pater Hugo weiter. Ermutigende Gedanken und persönliche Vorsätze unterstützten das. Das Jahr 2020 werde ein Jahr zum Innehalten, zum Anhalten und zum Nachdenken.

Auch zum Nachdenken über das Tun eines Jägers, sagte der Pater. Nach seinem Patron, dem heiligen Hubertus, hege und pflege der Jäger, respektiere alle Kreaturen der Schöpfung Gottes und wirke aktiv im Naturschutz mit.

Pater Hugo segnete die Jäger, die ihre Freizeit diesem Ideal widmen und überreichte ihnen je einen geweihten Tannenzweig, den sogenannten Bruch, als Symbol. In den Fürbitten wurde dafür gebetet, dass die Menschen einen neuen Umgang mit der Schöpfung erhalten. Es soll verhindert werden, dass zerstört wird, was aus guten Händen kommt.

Die Feier wurde musikalisch von den Jagdhornbläsern aus dem Kreis und der Region mit verschiedenen Jagdsignalen wie dem „Jagd aus“ umrahmt, wobei auch den im vergangenen Jagdjahr verstorbenen Jägern gedacht wurde.

Der Erlös aus der anschließenden gemütlichen Vesperrunde ist für die Kindervorsorgeklinik Tannheim vorgesehen.

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