Europaminister Guido Wolf (Mitte), Dr. Albrecht Dapp (links neben ihm), freuen sich mit weiteren Repräsentanten der Gedenkstätte
Europaminister Guido Wolf (Mitte), Dr. Albrecht Dapp (links neben ihm), freuen sich mit weiteren Repräsentanten der Gedenkstättenarbeit über das Engagement der Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Französischen Gymnasiums. (Foto: Ministerium)
Schwäbische Zeitung

Europaminister Guido Wolf hat gemeinsam mit Catherine Veber, der Generalkonsulin Frankreichs in Baden-Württemberg, in Stuttgart Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Französischen Gymnasiums Freiburg für ein besonderes Projekt gewürdigt. Mit dabei als Vertreter der Gedenkstätten des KZ-Komplexes Natzweiler, zu dem auch Spaichingen gehört, der Spaichinger Dr. Albrecht Dapp.

Die 17 Jugendlichen hatten eine französische Übersetzung des Arbeitsheftes „Im Lager bin ich Europäer geworden“ von Marie Koehn erarbeitet. Dieses wird vom Verbund der Gedenkstätten im ehemaligen KZ-Komplex Natzweiler (VGKN) gemeinsam mit dem Centre Européen du Résistant Déporté (CERD) nunmehr in deutscher und französischer Sprache herausgegeben. Darüber berichtet eine Pressemitteilung des Ministeriums.

Lebensgeschichten im Mittelpunkt

Europaminister Guido Wolf sagte zu den Schülern: „Dank Eurer Übersetzung steht dieses wichtige Arbeitsheft zur Entstehung der Europäischen Idee auch unseren Freundinnen und Freunden jenseits des Rheins zur Verfügung.“

Mit dem pädagogischen Arbeitsheft sollen künftig junge Menschen in Frankreich und Deutschland ihren Besuch in einer der Gedenkstätten von Natzweiler vertiefen. Herzstück der Arbeitsmaterialien sind sechs exemplarische Lebensgeschichten von Menschen, die im Hauptlager Natzweiler oder in einem der zahlreichen Außenlager gefangen waren – fünf Männer und eine Frau.

Sie stammen aus sechs Nationen und wurden aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich nach der Befreiung in unterschiedlicher Weise für Versöhnung und Gerechtigkeit, vor allem aber für die Verständigung und Annäherung der Völker Europas, eingesetzt haben.

Wolf: „Diese Lebensgeschichten müssen gerade der jungen Generation Beispiel und Verpflichtung sein. Unser Europa lebt von jungen Menschen, die sich für Frieden und Rechtstaatlichkeit einsetzen und auch sprachliche Barrieren über-winden. Ihr selbst habt mit Eurem Übersetzungsprojekt ein gutes Beispiel gegeben, das unsere Anerkennung und unseren Dank verdient.“

Für die beiden Auftraggeber, den VGKN und das CERD, ist das Arbeitsheft ein Baustein bei ihrer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die 2018 mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet wurde. Es steht beispielhaft für das Konzept einer europäisch geprägten Erinnerungskultur. Gefördert wurde das Projekt durch das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) und das Département Régio-nal des Affaires Culturelles (DRAC).

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