Im Jahr des Frauenwahlrechts: Das Kulturprogramm wird weiblich

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 Stolz auf das Programm 2019: Rotraud Birnbreier (Stadtbücherei), Clemens Schmidlin (Volkshochschule), Angelika Feldes (Gewerbem
Stolz auf das Programm 2019: Rotraud Birnbreier (Stadtbücherei), Clemens Schmidlin (Volkshochschule), Angelika Feldes (Gewerbemuseum) und Bürgermeister Hans Georg Schumacher (v.l.). (Foto: Emanuel Hege)

Kabarett mit Frauenpower. Der Kulturarbeitskreis hat sein Programm für 2019 vorgestellt, die Auftritte reichen von politischem Kabarett über Mundart bis hin zu Shows für Kinder – auffällig in diesem Jahr: Der Frauenanteil. Alle drei geplanten Abendveranstaltungen haben eine Hauptdarstellerin.

„Normalerweise versuchen wir eine Künstlerin pro Jahr zu bekommen, nun haben wir ein reines Frauen-Kabarett“, sagt Angelika Feldes, sie ist Leiterin des Gewerbemuseums und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises. Die Auswahl sei eher zufällig so weiblich ausgefallen, trotzdem findet Feldes das Angebot passend: „Kommendes Jahr wird 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. Es wird daher wieder viel um Gleichberechtigung gehen.

Kanzlerin, Tussis und eine Sängerin

Am 15. März eröffnet Marianna Schätzle im Gymnasium Spaichingen das Programm 2019. Die gebürtige Schwäbin zieht als Double von Kanzlerin Angela Merkel durch Deutschland und hält mit „Früher war nix to go“ unter anderem der Bundesregierung den Spiegel vor. Als zweites spielt Ingrid Kappeler-Kewes in der Aula des Gymnasiums. Die Musikerin aus der Region war Jahre lang mit der Frauenkabarettgruppe „Die Liederspenstigen“ auf Tour. Nun veräppelt sie als Solokünstlerin in „Vorbeischwimmer“ vor allem kuriose Alltagssituationen – immer dabei: Ihre Stimme und die Gitarre. Rena Schwarz ist die dritte Kabarettistin. Am 17. Mai macht sie mit ihrer Show „Supertussis packen aus“ ihrem Namen alle Ehre und bringt schwarzen Humor nach Spaichingen.

 Der neue Flyer zum Kulturprogramm 2019.
Der neue Flyer zum Kulturprogramm 2019. (Foto: Emanuel Hege)

Für das Kinderprogramm sind in diesem Jahr wieder drei Shows geplant. Am 13. April kommt Peter Löhmann mit einer Zaubershow in die Stadthalle. Die beliebte Freiburger Puppenbühne macht am 11. Oktober Halt in Spaichingen – 2019 wird „Kasper und der Pirat der sieben Meere“ aufgeführt. Am 6. November schließt das Chamaeleon Theater das Veranstaltungsjahr für den Arbeitskreis ab. Das Kindertheater führt „Schneewittchen“ auf.

„Klein aber fein“, beschreibt Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher das alljährliche Programm. „Der Arbeitskreis schafft es immer wieder Künstler herzuziehen, die anders sind als das Angebot der größeren Bühnen in Rottweil und Tuttlingen.“ Angesichts des kleineren Budgets sei das Alternativprogramm toll und finde immer Anklang, sagt Schuhmacher. In einer Stadt mit vielen CDU-Wählern eine Merkel-Parodie einladen – die Auswahl 2019 findet Schuhmacher im positiven Sinne mutig. Genau darum gehe es im Kabarett und in der Kulturarbeit.

Spaichingen ist als Veranstaltungsort gefragt

Laut Feldes werden die Veranstaltungen trotz der Kultur-Konkurrenz aus Tuttlingen und Rottweil weiterhin gut angenommen. Auch die Künstler selbst wollen gerne nach Spaichingen, sagt Feldes. „Wir bekommen über das Jahr viele Anfragen von Künstlern und Agenturen, als Veranstaltungsstandort sind wir durchaus gefragt.“

Für das Programm 2019 hat der Kulturarbeitskreis einerseits auf die Vorlieben des Publikums geachtet, andererseits versuche man auch neue Wege zu gehen. „Wir überlegen uns, was würde passen. Dabei darf es aber ruhig auch Ausreißer im Programm geben“, sagt Feldes. So wie der Auftritt von dem damals recht unbekannten Nico Semsrott 2012. „Der war eher etwas für das jüngere Publikum, auch bei solchen Künstlern kommen viele Zuschauer.“

Der Arbeitskreis, in dem das Gewerbemuseum, die Volkshochschule und die Stadtbücherei beteiligt sind, ist nicht nur mit den Besucherzahlen zufrieden. „Wir arbeiten seit über 30 Jahren am kulturellen Programm in Spaichingen und wir sehen, dass unsere Arbeit immer professioneller wird“, sagt Feldes. Obwohl sich der Verkauf der Tickets oft von selbst trage, sei der Arbeitskreis gut mit der Presse vernetzt und sorge auch im Internet für die notwendige Präsenz. „Wir machen Werbung über die Homepage der Stadt und haben auch eine eigene Facebook-Seite“, sagt Feldes.

Auch das Ticketsystem wurde vor rund vier Jahren erneuert und so können Zuschauer nicht nur an den bekannten Vorverkaufsstellen der Stadt die Tickets kaufen: „Auch bei Partnern in Rottweil, Tuttlingen oder Trossingen bekommt man hochwertig gedruckte Tickets“. Für dieses Jahr hofft die Arbeitsgruppe das Weihnachtsgeschäft mitnehmen zu können. Tickets seien schöne Geschenke, findet Feldes.

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