„Honoratioren kommen lebend davon“

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„Klosterkeller“ heißt das neue Buch von Silke Porath. Darin stolpert Pater Pius über ein Skelett und beginnt Nachfroschungen anz
„Klosterkeller“ heißt das neue Buch von Silke Porath. Darin stolpert Pater Pius über ein Skelett und beginnt Nachfroschungen anzustellen. Denn die Gebeine sind nicht so alt wie sie scheinen. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Pater Pius ermittelt wieder: Silke Poraths neues Buch „Klosterkeller“ ist erschienen. Zwölf Jahre hat die Autorin in Spaichingen gewohnt. Daher lebt ihr ermittelnder Pater natürlich auf dem Dreifaltigkeitsberg. Doch nun wagt er sich in neue Gefilde. Regina Braungart hat mit Silke Porath über den Krimi und ihr Wirken als Autorin gesprochen.

Frau Porath, Sie haben in Spaichingen mit der langen Lesenacht und anderen Aktivitäten das kulturelle Leben bereichert und sind vor einiger Zeit aus privaten Gründen nach Balingen umgezogen. Trotzdem bleiben Sie mit Ihrem neuen Buch Pater Pius und dem Dreifaltigkeitsberg treu. Aber jetzt spielt die Geschichte um den ermittelnden Pater auch im Balinger Raum. Haben Sie dort ein neues Kloster gründen lassen oder wie vermitteln Sie die regionale Erweiterung?

Pater Pius wohnt weiterhin auf dem Berg. Der Orden hat ein Haus geerbt, das in Balingen steht. Pius und Bruder Johannes sollen die Räume prüfen und vermessen. Mein Co-Autor Sören Prescher und ich haben lang überlegt, wo das passieren soll, was wir als Kriminalfall im Kopf hatten. Als ich ihm dann Fotos vom Zollernschloss gezeigt habe, war klar: Tatort gefunden. Sören wohnt in Nürnberg und hatte bei seinem Recherchebesuch einen ganz anderen Blick auf die Stadt, was wiederum den Figuren zugute kommt.

Wer wird diesmal ermordet? Bisher musste ja ein Bürgermeister und ein Brauereibesitzer dran glauben...

Honoratioren kommen dieses Mal lebend davon. Das Opfer ist eine Frau aus der so genannten High Society, in der Designerklamotten und Geld die Hauptrolle spielen.

Wieso heißt das neue Buch „Klosterkeller“?

Bei der Erstbegehung will Pius den mittelalterlichen Keller begutachten und stolpert über ein Skelett. Das ist aber gar nicht so alt, wie es auf den ersten Blick scheint. Die ursprüngliche Idee dazu hatte mein bisheriger Co-Autor der Krimis, Andreas Braun, der leider verstorben ist. Sören und ich haben gern dafür gesorgt, dass dieser gruselige Fund Auslöser für Pius neuen Fall ist.

In den bisherigen Bänden gab es immer wieder Anspielungen auf Spaichinger Menschen, nicht zuletzt auf den mit gesundem Menschenverstand ausgestatteten Pater Pius. Haben Sie das Lokalkolorit ausgeweitet?

Pius und Johannes entdecken Balingen. Kommissar Fischer ermittelt in Trossingen. Kollegin Hälble sucht eine Wohnung in Spaichingen. Und ja, natürlich menschelt es wieder. Pius hat ja das Talent, die Leute zum Reden zu bringen.

Gibt es noch Anspielungen auf Leute aus Ihrer alten Heimat?

Ganz ehrlich: Ich muss immer schmunzeln, wenn Leser sich oder andere in den Büchern entdecken. Denn alle Figuren sind völlig fiktiv. Ich freue mich aber sehr, wenn die erfundene Personage als echt empfunden wird. Dann habe ich meinen Job richtig gemacht.

Wie ist Ihr neuer Roman aufgebaut und an welche Zielgruppe richtet er sich?

In der Geschichte sendet natürlich wieder Radio Donauwelle. Übrigens auch bei Facebook, wo die Leser und „Hörer“ ihr eigenes Musikprogramm machen. An eine bestimmte Zielgruppe denke ich nicht, ich freue mich über jeden, der ein paar nette Stunden im Kloster verbringen mag.

Haben Sie noch Kontakte nach Spaichingen und zu wem?

Na klar! Ich bin regelmäßig im Städtle und habe ganz viele liebe Freunde. Ist ja ehrlich gesagt quasi ein Katzensprung von Balingen nach Spaichingen.

Engagieren Sie sich jetzt in Balingen kulturell?

Über FreiRaumKreativ, einen Kulturverein, ist mir quasi eine Schreibgruppe ,zugelaufen', die ich leiten darf. Ich darf beim Programm des Kulturbahnhofs mitwerkeln und es sind einige Sachen auf städtischer und privater Seite im Werden.

Woran arbeiten Sie sonst?

Gerade haben Sören Prescher und ich einen weiteren kriminellen Reiseführer abgeschlossen. Jetzt freue ich mich darauf, in ein Frauenbuchprojekt abzutauchen, das seit zwei Jahren angeklopft hat. Na und dann mal sehen, welche Geschichte von mir erzählt werden will.

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