Das halten die Donauschwaben von der Städtepartnerschaft Spaichingen –Darowa

Herlinde Groß

Die einstigen Darowaer, die heute in der Region Spaichingen/Aldingen und darüber hinaus leben, sind nach zwei Jahren Pandemiepause zum 40. Heimatorttreffen in die Spaichinger Stadthalle gekommen, um das Kirchweihfestjubiläum ihrer Heimatkirche zu feiern.

Auftakt der Großveranstaltung war der Gottesdienst mit Heimatpfarrer Paul Kollar und dem Darowaer Kirchenchor unter der Leitung von Erich Meixner. Zur Kaffeezeit spielten die „Dorfschwaben Musikanten Darowa“ unter Leitung von Franz Müller.

Anschließend begrüßte der Heimatortsvorsitzende Johann Winze die zahlreichen Gäste.

Bestätigung aus Rumänien

Bürgermeister Markus Hugger ging in seinem Grußwort auf den Spagat zwischen der Erinnerung an die alte Heimat und dem Bekenntnis zur neuen Heimat ein. Er zeigte sich dankbar für die Bereicherung der Stadtgesellschaft durch ihrer gelebten und gezeigten Traditionen. Deshalb möchte er zusammen mit dem Stadtrat eine Partnerschaft mit Darowa in Rumänien anstreben. Bei seinem kürzlichen Besuch dort erhielt er die Bestätigung für diesen Schritt, und gegenseitig seien bereits entsprechende Unterschriften geleistet worden.

Die Partnerschaft solle zum einen dem kulturellen Austausch dienen, gegenseitige Hilfe gewährleisten und darauf zielen, die ehemalige Heimat zu pflegen und zu behüten, sowie die Wurzeln zu ihrer Heimat in Verbindung zu halten. Im gemeinsamen Europa sei diese kommunale Partnerschaft von großer Bedeutung.

Spaichingen wäre Nummer 21

Auch Verbandsvorsitzender Peter Leber gratulierte zum 40-jährigen Jubiläum. Was die HOG in den vergangenen Jahren geschaffen habe, soll nun mit einer Partnerschaft gekrönt werden. In ganz Deutschland gäbe es bisher 20 Partnerschaften mit Rumänien und Spaichingen sei dann die 21. Partnerschaft mit Darowa, so Leber.

Umfrage zur Partnerschaft

Wie die angestrebte Partnerschaft bei den Landsleuten ankommt, zeigt unsre kleinen Umfrage:

So begrüßt Siegfried Mell, Villingen das Vorhaben. Darowa und die dort in Armut lebenden Rumänen könne man so auch wirtschaftlich unterstützen. Er selber war früher zwölf Jahre in der Verwaltung tätig und wisse, wovon er spreche. Er schätze es hoch, dass Bürgermeister Hugger diese Initiative ergriff. Bei seinen öfteren Besuchen in seiner alten Heimat konnte er feststellen, dass die Rumänen keinen Hass auf die Deutschen hegten und sich über einen Zusammenschluss sehr freuen würden.

Das sagt Franz Aulila

Obwohl ursprünglich geplant, konnte der Bürgermeister von Darowa, Tilimoi Sorin, nicht anwesend sein. Er hätte sicher seine Freude über die Partnerschaft Ausdruck verliehen, sagte Franz Aulila. Er findet die Partnerschaft von großem Wert für den gegenseitigen Austausch.

Es ist wirklich an der Zeit, dass dies bezüglich etwas passiert, findet Nikolaus Bohateret. So gebe Spaichingen etwas zurück, was die HOG bisher in der Stadt geleistet haben. „Auch für die Kinder ist die Partnerschaft wichtig, so erfahren sie auf vielfältiger Weise wo unsere Wurzeln sind und unsere einstigen Häuser und die alte Heimat wird so sicher erhalten.“

Auch Sigmund und Alfred aus Aldingen finden die Sache sehr gut. Man könnte dadurch zu einer Gemeinschaft zusammen kommen und sich gegenseitig mehr besuchen und auch menschlich austauschen. Bisher ging der Weg meistens nur auf den Friedhof der Angehörigen.

„Wenn die Partnerschaft bald vollzogen wird, ist dies eine willkommene Sache“, meint Johann Winze. Im heutigen Europa könnte man hierdurch eine Brücke schlagen, die bestimmt alle glücklich macht. Spaichingen und Rumänien (Darowa) würden sich näher kommen und sicher zuguter Letzt auch Freunde werden.

Donauschwabe aus Gosheim

Als Donauschwabe aus Gosheim begrüßt Paul Koller die Verbindung. Alle Beteiligten würden sicher davon profitieren.

Erhard Sutschek stammt zwar nicht aus Darowa, sondern aus einer Nachbargemeinde. Er findet die Partnerschaft aber toll, die „bestimmt gute Früchte tragen wird im gegenseitigen Austausch, ob auf der wirtschaftlichen wie kulturellen Ebene“.

Eine ältere Dame ohne Namensnennung sagte, „ich bin jetzt bald 90 Jahre und habe in Spaichingen eine zweite Heimat gefunden. Meine Gedanken gehen jedoch täglich in die alte Heimat und hauptsächlich zu meinen Angehörigen auf dem Friedhof. Zu der Partnerschaft kann ich wenig sagen, weil ich es auch in meinem Alter nicht mehr so recht verstehe, aber dass es eine gute Sache ist, wenn die Stadt eine Verbindung und eine Gemeinsamkeit anstrebt, darüber freue ich mich ganz arg.“

Technische Hilfe

Als 17-Jährige verließ Marianne Lewedey ihre alte Heimat und wohnt jetzt in Denkingen. Durch die Partnerschaft könne man Darowa finanziell unterstützen, den Partnern den neuesten Stand der Technik zum Beispiel bringen, aber auch auf kulturellem und wirtschaftlichen Gebiet vieles austauschen. Ohne Probleme könnte man die alte Heimat mit der Kirche besuchen. Vor allem könnten bei einem Besuch die Kinder und Jugendlichen sehen, dass man auch ohne Handys und dergleichen glücklich und zufrieden sein kann.

Alle Augen waren dann auf den Einzug der Trachtenträger und Tanzpaare gerichtet.

Unter Leitung von Christine Wolanka, Brigitte Polling und Käthe Minze zeigten die Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen unter den Klängen des „Original Banater Echo“ bunte Tanzkultur aus der alten Heimat. Nach dem gelungenen Tanzprogramm spielten die „Primtäler Musikanten“ zum Tanze auf.

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