Julia Schumacher
Julia Schumacher (Foto: Schumacher)
Schwäbische Zeitung

Mit 15 Jahren hat Julia Schumacher ihre Leidenschaft für „Reining“ entdeckt, eine Sparte des Westernreitens – Jetzt sitzt die 32-Jährige für Deutschland bei den Weltreiterspielen in Tryon, USA, im Sattel. Die Spiele beginnen am Dienstag, Julia Schumacher sitzt erstmals am Mittwoch im Sattel. Kurz vor dem Wettkampf hat unsere Volontärin Caroline Messick mit der gebürtigen Spaichingerin gesprochen und erfahren, dass sie trotz langjähriger Erfahrung noch heute mit Lampenfieber zu kämpfen hat.

Frau Schumacher, Sie stehen kurz vor Ihrem Auftritt bei den Weltreiterspielen in Tryon, USA. Was für eine Art Wettkampf ist das? 

Die Weltreiterspiele sind für uns Reiner schon etwas ganz Besonderes, weil hier alle acht Disziplinen vom Deutschen Kader zusammenkommen. Es ist also alles vertreten: Springen, Dressur, Paradressur, Vielseitigkeit, Fahren, Distanzreiten, Voltigieren und eben Reining. Etwas Höheres als die Weltreiterspiele gibt’s für uns nicht.

Wie bereiten Sie sich auf das Turnier vor? Was ist Ihre Strategie? 

Ein Wettkampf ist ein Wettkampf, auch wenn das hier alles sehr besonders und sehr groß ist. Ich versuche mich da ein bisschen abzuschotten und mich nur auf mich zu konzentrieren. 

Welche Wettkämpfe bestreiten Sie bei den Weltreiterspielen in Tryon? 

Ich trete sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft an. Das heißt, am Mittwoch ist die Mannschaftswertung, was gleichzeitig die Qualifikation für das Einzelfinale am Samstag ist. Die Mannschaft besteht immer aus vier Reitern. Ich bin mit Grischa Ludwig, Robin Schöller, Markus Süchting und Maria Till zusammen hier. Von uns fünf werden vier Mannschaftsreiter benannt und die drei besten Punktzahlen gehen in die Wertung ein und davon geht dann die Platzierung aus.

...und das Ganze in „Reining“. Was ist „Reining“?

 

Reining ist, wie es immer so schön heißt, die Königsdisziplin des Westernreitens. Die Manöver, die man früher gebraucht hat, um die Rinderarbeit auf den Ranches zu betreiben, wurden innerhalb des Sports dressurmäßig verfeinert. Alles findet im Galopp statt, alles ist sehr rasant mit Spins. Es geht also um das schnelle Abstoppen aus vollem Galopp und Zirkel bei höchster Geschwindigkeit.

Haben Sie trotz Ihrer langjährigen Erfahrung noch mit Lampenfieber zu kämpfen? 

Ja definitiv, ich habe auf jeden Fall Lampenfieber. Jeder hat hier ein Stück weit Lampenfieber – die Frage ist, wie man damit umgeht. Ich versuche es anzunehmen, damit umzugehen und das in die richtige Richtung zu kanalisieren, damit es mir einen gewissen Schub gibt, nach ganz vorne zu reiten. Das wäre natürlich schon mein Plan und dafür gebe ich alles. Ich hoffe, das gelingt mir.

Und Ihr Pferd Coeurs Little Tyke? Wie geht der mit Lampenfieber um? 

Ob mein „Little“ Lampenfieber hat, kann ich schwer beurteilen. Aber natürlich merkt er meine Anspannung und die ganze Atmosphäre. Pferde sind da ja noch viel feinfühliger als wir Menschen. Bisher waren wir aber immer ein sehr gutes Team. Das Pferd bedeutet mir schon unheimlich viel. Mit ihm habe ich schon Meilensteine in meiner Karriere gelegt. Also wenn ich es irgendwie unter die ersten Platzierungen schaffe, dann definitiv mit ihm.

Welche Erwartungen setzt Ihr Trainer in Sie? Und welches Ziel haben Sie sich gesetzt? 

Wir sind alle heiß auf eine Medaille – sowohl in der Mannschaft als auch im Einzel. Allerdings hängt es ja nicht nur von mir ab, ob wir am Ende auf dem Treppchen landen oder nicht. Wichtig ist mir, dass ich die Leistung bringen kann, die ich dieses Jahr gezeigt habe. Wenn ich die abrufen kann, dann bin ich schon mehr als zufrieden. Und genau das erwartet natürlich auch der Bundestrainer von mir. Aber der hat jetzt erst zu mir gesagt, dass ich ein Leistungsträger im Team bin, weil ich mit meinem Pferd so stark war wie noch nie bisher in dieser Saison.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen