Hautärztin warnt vor künstlichen Fingernägeln

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Künstliche Fingernägel sind eine kreative Form des Körperschmucks, doch sie können auch negative Folgen für die Gesundheit haben
Künstliche Fingernägel sind eine kreative Form des Körperschmucks, doch sie können auch negative Folgen für die Gesundheit haben (Foto: Henning Kaiser / dpa)
Esra Yüceyurt

In klassischem Rot, bunt oder French-Look, es gibt sie in allen Formen und Farben: künstliche Fingernägel. Der Trend scheint immer begehrter, vor allem bei der jungen Generation.

Annika Flaig aus Spaichingen hat künstliche Fingernägel, weil sie weiblicher aussehen möchte. Die 19-Jährige findet ihre Nägel „zu klein“ und „nicht schön“. Flaig besucht seit ihrem 16. Lebensjahr alle vier bis fünf Wochen ein Nagelstudio. „Ich habe damit angefangen, weil meine Mutter immer schöne, künstliche Fingernägel hatte“, sagt Flaig.

Heute durchsucht sie die Sozial-Media-Plattform Instagram nach dem Hashtag Nails, auf der Suche nach neuen Motiven für ihre Nägel. „Nägel auf Bildern, die mir gefallen, lasse ich nachmachen“, sagt die Spaichingerin.

Was ihr aufgefallen ist: „Manche machen es für die Aufmerksamkeit anderer.“ So erklärt sie sich die Bilder in den Sozialen Medien.

Auch wenn Annika Flaig im Alltag ab und zu Probleme mit den Nägeln hat, möchte Sie sie nicht kürzen. „Dann geht die Ästhetik verloren“, sagt sie. Pro Behandlung bezahlt die Spaichingerin etwa 30 Euro.

Künstliche Fingernägel gefragt

„Künstliche Nägel sind ein großes Thema und sehr gefragt. Die Nachfrage ist, im Vergleich zu den Jahren davor, gestiegen“, sagt Angelika Mattes. Sie ist Nagelmodellistin und Nageldesigner in ihrem Nagelstudio „Beauty Nail and more“ in Spaichingen. Für ihren Beruf absolvierte Sie eine sechswöchige Grundausbildung und mehrere Aufbaukurse.

Eine Ausbildung als Nagelmodelistin findet sie ratsam, da man so „am Menschen arbeitet“.

Kein Problem mit der Reinigung

Mattes findet künstliche Fingernägel pflegeleicht - sie habe auch keine Probleme mit der Reinigung. „Um die Hygiene zu sichern, bekommt jeder Kunde seine eigene Feile und alles wird desinfiziert“, so Mattes.

Ihre Hauptkundschaft besteht aus Frauen zwischen 20 und 78 Jahren - diese möchten meistens lackierte Nägel mit Gel-Lack. Darunter befindet sich eine Schicht aus Acryl, wodurch die Nägel härter werden und durch Formen an den Naturnagel individuell angepasst werden.

Nagelpflege sei nicht nur bei Frauen gefragt. „Maniküre und eine Behandlung für Nägel-Kauer nehmen auch Männer gerne in Anspruch“, sagt Angelika Mattes vom Nagelstudio in Spaichingen.

Hier wird eine Schicht aus Acryl aufgetragen, diese härtet die Nägel und baut sie auf.

Was die Hautärztin sagt

Hautärztin Katharina Wroblewska warnt vor künstlichen Fingernägeln. „Künstliche Fingernägel sehen gut aus, man sollte sie aber vermeiden, um das Nagelbett nicht zu schädigen“, sagt sie. Von Zeit zu Zeit kommen Patienten mit einer Kontaktallergie gegen Stoffe der Nägel zu ihr. Unter den künstlichen Nägeln können sich oft versteckte Infektionserreger, wie Pilze oder Bakterien, befinden. „Die Infektionen können pro Besuch beim Nagelstudio schlimmer werden, auch ohne vorherige Beschwerden“, sagt die Spaichinger Hausärztin. Allergiker seien dafür anfälliger. Mikroverletzungen beim Feilen und mögliche Luftlöcher könnten zu Infektionen führen. Im Nagelstudio sollten Kunden darauf achten, dass jeder Kunde mit einer neuen Feile behandelt wird oder diese aus Metall besteht. Eine gelbe oder bräunliche Färbung, ein Belag auf den Naturnägeln oder Rötungen der Haut um den Nagel seien Merkmale einer Infektion.

Wroblewska empfiehlt: Die Haut um den Nagel gesund halten und spezielle Öle statt Seife beim Händewaschen verwenden, anschließend die Hände eincremen.

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