Konzentriert beobachten und lenken die Piloten ihre Modelle mit der Fernsteuerung, während im Hintergrund weitere Modelle auf ih
Konzentriert beobachten und lenken die Piloten ihre Modelle mit der Fernsteuerung, während im Hintergrund weitere Modelle auf ihren Start warten. Da gab es Flugzeuge mit einer Spannbreite von 10 Metern. (Foto: Alois Groß)
Herlinde Groß

Mit ihren Flugvorführungen hat die Modellfluggemeinschaft Hohenkarpfen das Interesse der Besucher des Klippeneck-Segelflugwettbewerbs geweckt. Während die Piloten die Tageswettbewerbsaufgaben bereits gemeistert haben und sich wieder am Boden befanden, starteten einige Mitglieder der Modellfluggemeinschaft ihre Modelle.

Die Zuschauer waren überrascht von der Vielfalt und Größe der Flugzeugmodelle, die wie ihre großen Schwestern in 300 bis 400 Metern Höhe am Himmel ihre Kreise zogen und Loopings, Rollen und Rückenfliegen zeigten. Auch leichte Zweckfliegermodelle kreisten in den Lüften.

„Ein Flugmodell ist ein Fluggerät, das in miniaturisierter Größe meist zum Zweck des Vergnügens oder als Hobby betrieben wird. Es handelt sich dabei entweder um die Verkleinerungen eines Vorbilds aus der personentragenden Luftfahrt oder um ein reines Zweckmodell, das in dieser Erscheinung nur im Modellflug vorkommt“, informierte der Vorsitzende der Modellfluggemeinschaft, Thorsten Ahrens. Die meisten gezeigten Modelle seien im Maßstab 1:3 einem Flugzeugtyp nachgebaut, wie zum Beispiel das Modell „D 1017 Libelle“ mit einer Spannweite von fünf Metern. Er selber habe in zeitintensiver Kleinarbeit das Schulungsflugzeug der SFG Spaichingen-Aldingen „ASK 21“ im Maßstab 1:3,5 für seinen Sohn gebaut. Natürlich mit den gleichen Erkennungszeichen.

Hobby kostet Zeit und Geld

Bestanden die Modelle anfangs aus Balsanholz, so werden sie jetzt aus GFK (Glasfaser verstärktem Kunststoff) – wie die großen Schwestern – hergestellt. Natürlich braucht man für das zeitintensive Hobby auch ein bisschen Kleingeld, ließ Thorsten Ahrens durchblicken. Von einigen Hunderten Euros bis einige Tausend sei alles drin.

Lautes Motorengeräusch macht auf den gerade stattfindenden Flugzeugschlepp mit dem Motorzweckmodell von Alexander Pfaff und dem Segler von Alex Rothenbacher aufmerksam. „Beim Schlepp reicht für den Elf-PS-Motor des Modells ein Liter Zweitaktmischung etwa 30 Minuten“, informiert Alexander Pfaff. Ansonsten fliegen die Modelle gleich wie die großen Segelflugzeuge: An einem Seil fest gehängt, fliegt auch das Motorflugzeugmodell mit dem Segelflieger im Schlepptau in die Luft. Wenn eine bestimmte Höhe erreicht ist, wird das Segelflugzeug abgekoppelt und fliegt ganz alleine. Ab dann sei es Sache des Piloten, mit der Fernsteuerung den Segelflieger oben zu halten, erläutert Alexander Pfarr.

Seit den 50er Jahren haben sich Menschen gefunden, um ihre Modellflieger am „Karpfen“ in die Lüfte steigen zu lassen. Ab einem Gesamtgewicht von fünf Kilogramm und einer gewissen Spannbreite dürfen Flugmodelle nur auf zugelassenem Gelände in die Luft starten. Dazu muss der Flugbetrieb über eine Versicherung gesichert sein. Das Gebiet um dem Hohenkarpfen ist geradezu ideal für den Segelflug. Um mit dem Naturschutzgebiet in Einklang zu leben, werden dort ausschließlich Segelflugzeuge und Flugzeuge mit Elektromotor gestartet.

Sitz des Vereins ist Hausen ob Verena. Zurzeit sind in ihm 55 Personen organisiert. Der Einzugsbereich ist groß und reicht von Stockach bis Villingen-Schwenningen. „Die etwas in die Jahre gekommenen Mitglieder bilden ihre Söhne aus, und somit ist der Nachwuchs gesichert“, erklärt der Vorsitzende. Für aktive Mitglieder ist ein Eignungsnachweis, der im Fernstudium erworben werden kann, notwendig, Zur ARGE auf dem Klippeneck bestehe ein guter Kontakt und bei bestimmten Veranstaltungen gehe man eine Kooperation ein.

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