Gymnasium verabschiedet Schulleiter

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Acht Jahre leitete der Rheinländer das Spaichinger Gymnasium, jetzt wurde er mit einer bunten Feier in den Ruhestand verabschie
Acht Jahre leitete der Rheinländer das Spaichinger Gymnasium, jetzt wurde er mit einer bunten Feier in den Ruhestand verabschiedet: Michael Lamberty (links) nimmt seine Entlassurkunde von Thomas Steiner vom Regierungspräsidium Freiburg entgegen. (Foto: Caroline Messick)
Crossmediale Volontärin

Mit Anekdoten aus Schülertagen, viel Tanz und Musik sowie Ausschweifungen über seine Schnitzkünste ist Spaichingens Gymnasialschulleiter Michael Lamberty am Montagnachmittag in den Ruhestand verabschiedet worden. „Du bist immer im Hier, im Jetzt und ganz in deiner Schule.“ Mit diesen Worten eröffnete Lambertys Nachfolger Jürgen Pach die zweistündige Feier und verabschiedete sich gleichzeitig von seinem Vorgänger.

Mit viel Witz ging Pach auf Lambertys Schnitzkünste ein, die dieser derzeit noch im Eingangsbereich der Schule ausstellt. Sowohl für dessen Kunstfertigkeit als auch für sein Anliegen, soziales und kooperatives Lernen zu fördern, bewundere er ihn.

„Ein Schulleiter verabschiedet sich mit einer Feier“ – normalerweise. Dieser täte es mit einer Kunstausstellung, bemerkte Thomas Steiner vom Regierungspräsidium Freiburg; auch er kam nicht drumherum, auf Lambertys Kunst einzugehen. Lambertys Nachfolger brauche große Füße, wenn er in dessen Fußstapfen treten wolle. Die habe Pach, der seit 2002 Englisch und Geschichte am Gymnasium unterrichte, zum Glück.

Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher beglückwünschte Lamberty dazu, dem „kleinen Kosmos des Gymnasiums Spaichingen Lebenshauch verliehen“ zu haben. Auch für seinen Anteil, die Schule als eine führende in den naturwissenschaftlichen Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik etabliert zu haben, lobte Schuhmacher den scheidenden Schulleiter. Kurz hielt sich Elternvertreter Jürgen Gäckle; er wisse, dass Lamberty ausschweifende Reden nicht möge. Das Gymnasium Spaichingen sei eine Schule mit überwiegend zufriedenen Schülern, Eltern und Lehrern – dafür dankte er ihm.

Acht Jahre lang hat Lamberty laut Lehrervertreter Manuel Vogel an der Schule verbracht und ihn und das Kollegium stets mit neuen Ideen und Aufgaben bedacht. Stück für Stück habe er eine Führungskultur entwickelt. Vogel lobte vor allem Lambertys Blick für Gleichberechtigung: „ Es wurde nie einem Bereich etwas weggenommen, ohne es einem anderen zugute kommen zu lassen.“

Auch die Schülersprecher meldeten sich gegen Ende der Feier zu Wort. Lamberty habe ihnen gesagt, er sei ein aufmüpfiger Schüler gewesen. Von diesem pikanten Detail und davon, dass ihr Direktor auch Schulbücher schreibt, waren sie positiv überrascht.

Die letzten Worte hatte der scheidende Schulleiter selbst. „Diese stimmige Abschlussfeier ist mir unter die Haut gegangen“, sagte Lamberty. Der Auftritt der Schul-Big-Band mit ihrer Interpretation von „Smoke on the water“ sei ein starkes Abschiedssignal für ihn gewesen. „So schicken Sie mich kraftvoll in den Ruhestand“, witzelte er. Lamberty dankte vom Kollegium über die Fördervereine der Schule bis zum Hausmeister allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Besonderen Dank sprach er seinen Schülern aus: „Ihr habt mich täglich darin bestärkt, dass ihr jede Anstrengung wert seid.“

Langweilig wird es Lamberty im Ruhestand nicht werden: „Ich freue mich jetzt auf die Zeit mit meiner Familie und Zeit für kurzfristige Reisen an den Bodensee.“ Und auch sein Garten warte auf ein Upgrade.

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