So ähnlich wie die Tagespflege in Gosheim soll auch die neue Einrichtung in Balgheim einmal aussehen.
So ähnlich wie die Tagespflege in Gosheim soll auch die neue Einrichtung in Balgheim einmal aussehen. (Foto: Gisela Spreng)
Herlinde Groß

Bei der Mitgliederversammlung der Sozialstation Spaichingen-Heuberg in Reichenbach sind nun endgültig die Weichen für einen Neubau der Tagespflege „Im Tal“ in Balgheim gestellt worden. Einstimmig beschlossen die Vertreter der 14 Mitgliedsgemeinden den Neubau der Tagespflege mit Gesamtkosten von 923 000 Euro auf dem in Balgheim erworbenen Grundstück an der Keltenstraße.

Zuvor erläuterte Vorsitzender Bürgermeister Albin Ragg den Sachverhalt im Verfahren Bau einer weiteren Tagespflege. Nachdem über die Zuschussanträge für 15 Plätze 2017 sowie 2018 negativ entschieden worden sei, soll ein dritter Versuch für 2019 gestartet werden, denn der Vorstand will auf den Zuschuss von 300 000 Euro nicht verzichten.

Aufgrund der aktuellen Marktsituation durch überhitzte Baukonjunktur mit langen Wartezeiten und hohen Preisen für Bauleistungen werde es bei einem Baubeginn 2018 zu vertretbaren Preisen kaum möglich sein, das Projekt noch im laufenden Jahr abzuschließen, so Ragg. Der Vorstand empfahl deshalb der Versammlung, den Bau in den kommenden Monaten soweit vorzubereiten, das heißt Baugenehmigung einholen, Ausführungspläne und Ausschreibungsunterlagen erstellen, dass im Spätherbst die Ausschreibung der Bauleistungen mit einem Baubeginn Ende März 2019 vorgenommen werden könne. Um die Chance auf Bewilligung eines Landeszuschusses zu erhalten, wird parallel nochmals ein Förderantrag gestellt. Damit eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Spätherbst 2018 nicht notwendig wird, wurde der Vorstand einstimmig bevollmächtigt, die Arbeitsvergaben und alle notwendigen Schritte vorzunehmen.

Architekt Robert Weber aus Gosheim erläuterte die erstellte Kostenschätzung auf dem Stand des geschätzten Preisniveaus 2019 unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen des Baugrundstücks in Balgheim. Anhand eines Grundrisses erläuterte er das Gebäude, das mit nur kleinen Veränderungen exakt dem Bau der Gosheimer Tagespflege entspricht. „Alle Erfahrungen von Gosheim fließen in das neue Projekt ein“, so Weber.

Dass großer Bedarf in der Tagespflege vorhanden ist, zeigten die Aussagen aus dem Tätigkeitsbericht der Pflegedienstleiterin Renate Zepf: Seit Eröffnung im Dezember 2015 nehmen in der Regel knapp 60 Personen das Angebot in Anspruch. Die durchschnittliche Belegung betrage pro Tag 13 Gäste, sodass das Kontingent von zwölf auf 15 Plätze erweitert werden musste.

Ragg dankte Vorstandsmitgliedern, Vertretern der Kirchengemeinden, Gemeinden sowie dem Leitungsteam mit Pflegedienstleiterin Renate Zepf und Geschäftsführer Winfried Kapp „für die gute Zusammenarbeit und das Geleistete“. Besonderen Dank sprach er allen Mitarbeiterinnen „für die hervorragende Pflege und ihren liebevollen Einsatz zum Wohle der Patienten“ aus. „Wir sind trotz vieler Mitbewerber der Marktführer im Bereich der mobilen häuslichen Pflege in der Raumschaft Heuberg-Spaichingen. Bei der letzten MdK-Überprüfung haben wir wiederum die Note eins erhalten, was auch für das sehr gute Arbeitsklima unter den Mitarbeitern Zeugnis ablegt,“ sagte Ragg.

In seinem Rückblick zeigte sich der Vorsitzende mit der Entwicklung der Sozialstation sehr zufrieden. Trotz eines „akuten Mangels“ an ausgebildeten Pflegekräften sei es möglich gewesen, neue Mitarbeiter für das Team zu gewinnen.

Die Versammlung genehmigte den Jahresabschluss sowie den Wirtschaftsplan für 2018 und für notwendige Investitionen den Betrag von 75 000 Euro einstimmig. Für die aus ihrem Amt ausscheidenden früheren Bürgermeister Gustav Schlecht und Gerhard Minder wurden die Bürgermeister Jochen Arno, Hausen o.V., als ordentliches Vorstandsmitglied, und Benedikt Buggle, Böttingen, als stellvertretendes Mitglied für ein Jahr gewählt.

Dass die gemeinnützige Institution in 40 Jahren zu einem mittelständischen Betrieb angewachsen ist, zeigte die Nennung der Mitarbeiterzahlen durch Geschäftsführer Winfried Kapp und der Tätigkeitsbericht der Pflegedienstleiterin Renate Zepf. Die Einsatzzahlen im Bereich der Grundpflege stiegen 2017 auf einen Höchststand von 60320 an. Von der Einführung der neuen Einstufungskriterien nach dem Pflegeergänzungsgesetz II in die fünf Pflegegrade sind 318 Personen betroffen. Mit 94 592 Einsätzen liege die Behandlungspflege konstant auf dem Niveau der Vorjahre. 126 988 Hausbesuche wurden getätigt und 586 Patienten im vergangenen Jahr betreut. Daneben stiegen die Beratungsbesuche auf 942 an, während 219 Teilnehmer die jeweils sieben Betreuungsgruppen besuchen.

In Vertretung der Vorsitzenden Kirstin Ippen vom Mobilen Sozialen Dienst des DRK zeigte Olga Hilfried ebenfalls beachtliche Zahlen der 18 Helferinnen auf. Insgesamt 14800 Essen auf Rädern wurden verteilt und 805 Hausnotrufegeräte sind angeschlossen. Auch die Vertreterinnen der Hospizgruppen Spaichingen und Heuberg trugen positive Berichte vor, während die Vorsitzende Renate Zepf von MiKaDo sich für das gute Miteinander bedankte.

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