Grüner Tee ist wahres Lebenselixier

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Grüner Tee schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund.
Grüner Tee schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund. (Foto: Ronnefeldt/dpa-tmn)
Schwäbische Zeitung

Tee ist das älteste und wohl beliebteste Getränk der Welt. Aus Assam kam die Teepflanze vor 5000 Jahren nach China. Vor 3000 Jahren gab Kaiser Shen Nung einige Blätter in heißes Wasser. Das war der erste Tee. Seither schätzen ihn die Chinesen.

Kaiser Shen Nung gilt als Begründer der chinesischen Kräuterheilkunde. Viele seiner Lehren sind heute noch gültig. Zuerst nutzten sie den Tee ausschließlich als Arznei. Grüntee ist ein Klassiker der chinesischen Heilkunde. Mit ihm kurierten die Chinesen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Rheuma, Konzentrationsschwäche und Sehstörungen. Erst um 800 n. Chr. schmuggelten japanische Mönche Tee-Samen in ihre Heimat. Sofort prägte Tee das kulturelle Leben der Japaner. Weitere 800 Jahre später brachten die Holländer den ersten Tee nach Europa.

Grüner Tee ist ein Genuss- und Heilmittel. Er schmeckt, stärkt Seele, Geist und Nerven und hilft, die Gesundheit zu erhalten. Grüner Tee beugt vielen Erkrankungen, vom einfachen Schnupfen über viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten bis hin zum Krebs vor. Er unterstützt die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers, verleiht neue Energie, verzögert und lindert die Beschwerden des Älterwerdens. Er ist also ein wahres Lebenselexir. Während meiner Arbeit in chinesischen Krankenhäusern war das wichtigste Utensil immer der grüne Tee. Dieses Getränk durfte niemals ausgehen.

Grüner und schwarzer Tee stammen von derselben Pflanze. Unfermentierten Tee, also grünen Tee, können Sie, wenn Sie gesund sind, jederzeit in beliebiger Menge trinken.

Die Weltproduktion von Tee liegt bei 2,5 Millionen Tonnen im Jahr. Der wertvollste Teil des Teestrauchs ist seine Knospe. Sie bestimmt später die Handelssorte. Bei meinen Besuchen in China hat es mich am Anfang auch gewundert, dass es 100 Gramm Tee zwischen einem und 100 Euro gab. Dies liegt nicht nur an der Sorte, sondern hauptsächlich an der Zubereitung und Verarbeitung des rohen Tees. Heute verwendet man die verschiedenen Zubereitungsarten als Alternative oder Ergänzung zu synthetischen Medikamenten.

Wenn Sie das erste Mal grünen Tee versuchen, empfehlen sich Lung Ching, Pi Lo Chung, Sencha oder Kukucha, auch Jasmintee. Liebhaber von schwarzem Tee nähern sich dem grünen Vetter am besten über den Oolong-Tee, später können Sie es mit Gunpowder, Lung Ching und Sancha versuchen.

Frisches, reines Quellwasser wäre das Beste für die Tee-Zubereitung. Ungeeignetes Wasser reduziert die Qualität des Getränks. Ungeeignet zum Tee kochen ist kalkhaltiges, gechlortes, fluoridiertes oder abgestandenes Wasser, nicht gekochtes und zu lange gekochtes Wasser. All das verfälscht den Geschmack und beeinträchtigt die Qualität des Tees.

Zusätze wie Zucker verzögern die Aufnahme der Wirkstoffe. Zitrone und Grapefruit reichern den Tee mit Vitamin C an, also gut bei Erkältungskrankheiten und zur Stärkung der Immunabwehr. Milch und Sahne schwächen die Wirkungen des Tees etwas ab, halten aber etwas länger an. Alkoholika sind zur raschen Erwärmung und Belebung geeignet.

Koffein verhalf dem Tee zu seinem Siegeszug. Es wird hier als Thein bezeichnet. Tee wirkt langsamer als Kaffee. Am wichtigsten ist zweifellos die anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Müdigkeit verschwindet, Aufmerksamkeit wächst, sensorische Reize werden besser wahrgenommen. Die Konzentration verbessert sich, Reaktion und Lernvermögen steigen. Die Wirkung hält fünf bis sechs Stunden an. Das Thein erweitert die Blutgefäße und verbessert die Sauerstoff-Versorgung vieler Organe. Gesichtshaut, Herz, Lunge und Nieren werden besser durchblutet. Die Inhaltsstoffe des Tees treiben den Harn aus, die Filtrationsrate der Nieren steigt. Das trägt wesentlich zur Entgiftung des Körpers bei. Auch hebt das Getränk die Stimmung an und wirkt leichten Depressionen entgegen. Die Wirkung von Schmerzmitteln wird ebenfalls verstärkt, das heißt, es reichen oft schwächere Schmerzmittel aus.

Weiterhin enthält der Tee die Inhaltsstoffe Theophyllin und Theobromin. Beide wirken besonders auf das Herz und verbessern die Durchblutung der Herzkranzgefäße. Sie treiben den Harn aus und tragen zur Entgiftung bei. Theophyllin weitet die Bronchien und entspannt die Lungengefäße (wichtig bei Asthma).

Die Gerbstoffe und ätherischen Öle machen den Geschmack des grünen Tees aus. Viele Gerbstoffe sind zugleich Bitterstoffe. Je mehr Gerbstoffe die Teeblätter enthalten, desto bitterer schmeckt der Tee. Man kann also die Wirkung durch die Zubereitung die Wirkung des Tees manipulieren. Gerbstoffe beruhigen und stabilisieren den Magen-und Darmkanal und hemmen Entzündungen. Bei äußerlicher Anwendung können sie Schleimhäute oder nässende Hautschichten schützen. Wunden verheilen schneller, entzündetes Gewebe beruhigt sich.

Mineralstoffe und Spurenelemente: Fluor, Mangan, Calcium, Kalium, Eisen, Zink und Natrium. Fluor festigt Zähne und Knochen. Mangan stärkt Knorpel, Knochen und Bindegewebe. Calcium ist gut für Knochen und Zähne. Kalium beeinflusst die Nerven, den Zellstoffwechsel, Wachstum und Sauerstoffversorgung des Gehirns. Eisen ist Bestandteil der roten Blutkörperchen. Zink festigt das Bindegewebe, regt den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem. Natrium wirkt auf den Flüssigkeits- und Säure/Basen-Haushalt.

Sonstige Inhaltsstoffe sind die Vitamine: A (Carotin) – Sehkraft und Radikalenfänger; B1 (Thiamin) – stärkt Nervenzellen und Muskeln; B2 (Ribonflavin) – für den Stoffwechsel und die Zellatmung; B5 (Pantothensäure) – steigert Stoffwechsel und Entgiftungsreaktionen; C (Ascorbinsäure) – vielfältige Wirkung, stärkt die Abwehrkräfte und den Zellstoffwechsel; E (Tocopherol) – schützt die Zellen, fördert die Durchblutung; K – ist an Blutgerinnung und Knochenbildung beteiligt.

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