Goldene Klänge in der Dreifaltigkeitskirche

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 Studierende des Instituts für Alte Musik der Musikhochschule Trossingen spielten in der Kirche auf dem Dreifaltigkeitsberg zu d
Studierende des Instituts für Alte Musik der Musikhochschule Trossingen spielten in der Kirche auf dem Dreifaltigkeitsberg zu den Themen Krieg und Liebe. (Foto: Fynn Liess)
Fynn Liess

Unter dem Motto „Amore e Guerra“ – Musik über die Liebe und den Krieg – hat am Sonntag das Konzert vom Ensemble des XVII. Jahrhunderts in der Dreifaltigkeitskirche stattgefunden.

Das Ensemble, bestehend aus Studierenden des Instituts für Alte Musik der Musikhochschule Trossingen, spielte unter der künstlerischen Leitung von Prof. Lorenz Duftschmid ausschließlich Kompositionen von Claudio Monteverdi.

In einer Ansprache erklärte der Leiter, dass der Titel des Konzerts auf das achte Madrigalbuch des Komponisten zurückgehe, in welchem die Liebe und der Krieg als ein großes Gleichnis aufgeworfen werde. Neben Auszügen aus Monteverdis Oper „L’Orfeo“ und der Marienvesper erklangen ausgewählte Madrigale aus dem achten Buch, etwa das berühmte „Lamento della Ninfa“ oder das „Ballo delle Ingrate“.

Sänger der Musikhochschule Trossingen verstärkten das instrumentale Ensemble auch unter Einsatz historischer Gestik, die die Texte äußerst eindrucksvoll deklamierten.

Solistisch traten Baiba Urka, als anmutige Verkörperung der Musik im Prolog des „L’Orfeo“ und Romina De La Fuente, die der „Ninfa“ im „Lamento della Ninfa“ trotz aller Leidensfähigkeit eine edle Aura verlieh, auf.

Amor mit Charme

Marlene Holzwarth, Elisabeth Kreuzer und Simon Hegele, die im „Ballo delle Ingrate“ den Gottheiten Amor, Venus und Pluto ihre Stimmen liehen, gelang eine überzeugende Charakterzeichnung ihrer Figuren. Es war ein Amor voll mit augenzwinkerndem Charme zu hören, eine verruchte, becircende Venus, und ein stimmgewaltiger Pluto, der die langen und nicht wenig sperrigen Rezitative stilistisch gekonnt meisterte.

Am Schluss des „Ballo delle Ingrate“ sang Naoko Kamiyama zudem die Partie der titelgebenden „Undankbaren“ und gab sich auf fesselnde Art dem tiefen Schmerz hin, der der Rolle innewohnt.

Zu den weiteren Höhepunkten zählte das sechsstimmige Madrigal „Hor che’l ciel e la terra“, das – auf einem enormen künstlerischen Niveau vorgetragen – das Publikum tief erschütterte. Zudem stach das Ensemble aus Barocktrompeten und –posaunen heraus. Es tauchte die Kirche zu Beginn und Ende des Konzertes in goldene Klänge.

Teil einer Konzertreihe

Das Konzert auf dem Dreifaltigkeitsberg war Teil einer Serie von vier Konzerten, die die Musikhochschule Trossingen in Vorbereitung auf das erste Baden-Württembergische Opernschultreffen durchgeführt hat. Der Trossinger Beitrag mit szenischer Aufführung der Musik von Monteverdi findet am 23. Juni im Wilhelma-Theater in Stuttgart statt. Ein weiteres Konzert mit dem Programm, ebenfalls szenisch gesetzt, ist am 21. Juni im Konzertsaal der Musikhochschule Trossingen.

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