Geschafft: Spaichinger gewinnen ihren Badgers Cup

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Simon Schneider

Sie haben es endlich geschafft: Die RVS-Badgers aus Spaichingen haben zum ersten Mal ihr eigenes und international besetztes Inline-Skaterhockey-Turnier gewonnen und sich damit den Badgers-Cup gesichert.

Bereits zum sechsten Mal war am Pfingstwochenende die RVS-Arena in Spaichingen der Austragungsort des Badgers-Cups und damit der Treffpunkt der internationalen Skaterhockey-Szene. Erneut stellte sich das stark besetzte Turnier, das der Radfahrverein (RV) Spaichingen veranstaltete, als Garant für spannende und eng umkämpfte Spiele auf der Fläche heraus. Neben nationalen Teams reisten auch dieses Jahr wieder Mannschaften aus der Schweiz, Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien an.

Zum Jubel der Fans entschieden die Spaichinger erstmals das zweitägige Turnier für sich. Zum Auftakt sah es allerdings nicht nach einem Erfolg für die Badgers aus, denn gegen Gentofte Starz aus Dänemark mussten sie eine Niederlange einstecken. Obendrauf verloren sie auch das zweite Spiel gegen den Bundesligisten Duisburg Ducks mit 1:2. „Wir sind schwer ins Turnier gekommen, wie im vergangenen Jahr. Wir waren vielleicht vom Kopf her auf diesem Niveau zu Beginn noch nicht bereit. Es ist eben ein Unterschied zur zweiten Liga, gerade wegen der Schnelligkeit“, sagte der Kapitän der RVS-Badgers, Uwe Bisceglia.

Zwei Siege in der Vorrunde

Im Anschluss aber bogen die Spaichinger auf die Siegerstraße ein, gewannen in der Vorrunde ihre zwei verbleibenden Spiele. Wichtig, denn sonst wäre der Cup-Sieg bereits am Samstag unerreichbar gewesen. „Nach den Niederlagen haben wir unseren Weg gefunden, mehrere Sachen umgestellt und die Reihen anders organisiert“, so der Kapitän. Diese Änderungen machten sich bemerkbar. Gegen Utrecht Disaster aus den Niederlanden bejubelten die Zuschauer ein 3:1 und die Engländer Borehamwood Crusaders schlugen die Badgers mit 2:0.

Am Pfingstsonntag knüpften sie an diese Leistung an, besiegten in einem umkämpften Viertelfinale die Freiburger Beasts 4:3. Im Halbfinale allerdings ging es erneut gegen die Duisburger, die bis dahin alle ihre Duelle gewonnen hatten. Erst im Penaltyschießen setzten sich die Spaichinger durch und siegten 2:1. Damit lösten sie zum zweiten Mal in Folge das Finalticket. „Die Spiele waren eng. Wir wussten, dass wir als Kollektiv zusammenarbeiten müssen. Jedes Spiel hätte auch anders ausgehen können“, so die Einschätzung von Bisceglia zum Turnierverlauf.

Das Kuriose: Im Finale standen sie ihrem ersten Turniergegner gegenüber – Gentofte Starz. Und zunächst sah es nach einem Déjà-vu aus, denn der zweifache dänische Meister ging mit 2:0 in Führung. „Wir haben uns danach nochmals alle angefeuert, weil die Uhr in zwei Hälften mit je 15 Minuten gegen uns gelaufen ist“, erklärte der Kapitän.

Badgers gleichen vor der Pause aus

Mit einem Doppelschlag von Bisceglia und Leo Krebs egalisierten sie noch vor der Halbzeit das Ergebnis. „Es war für die Köpfe ganz wichtig, dass wir den Ausgleich noch in Hälfte eins erzielten“, meinte der Kapitän. Mit den Fans im Rücken und lautstarken Anfeuerungsrufen in der zum Finale vollen RVS-Arena nutzten sie ihren Heimvorteil aus, spielten in Hälfte zwei kampfbetont sowie konzentriert und schossen den viel umjubelten Siegtreffer von Dominic Auger in der 26. Minute.

Direkt nach dem Abpfiff gab es sowohl auf den Rängen als auch auf der Fläche kein Halten mehr. Helme, Schoner und Schläger flogen weg und alle Spieler stürmten zu ihrem Torwart Julian Käfer, der mehrmals den Sieg festhielt.

Damit gewannen die RVS-Badgers aus Spaichingen nach eng umkämpften Spielen zum ersten Mal ihren Badgers-Cup. „Der Turniersieg ist unbeschreiblich. Wir freuen uns riesig. Wir hatten mehr Spieler als die Dänen und damit auch mehr Luft im Finale“, beschrieb Uwe Bisceglia den vielleicht entscheidenden Vorteil und ergänzte: „Im nächsten Jahr wollen wir den Cup natürlich verteidigen“. Das Turnier sei auch eine gute Vorbereitung auf die richtungsweisenden Spiele in den kommenden Wochen gewesen. Dort geht es für die Badgers im Ligabetrieb um wichtige Punkte für die Play-Offs.

Der Turniersieg wurde von den Spielern und Anhängern nicht nur bei der Siegerehrung, sondern bis weit in die Nacht hinein gefeiert. Vor dem Finale sorgten die Mädels der Rollschuhabteilung für eine James-Bond-Choreographie.

Der RV Spaichingen kann damit nicht nur in sportlicher, sondern auch in organisatorischer Hinsicht die sechste Auflage als Erfolg verbuchen.

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