Fred Feuerstein hat noch viele Eisen im Feuer – 1. Teil der Rentner-Serie

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Fred Feuerstein im TV-Kursstudio. Er hilft mit, hält sich aber selber auch körperlich fit.
Fred Feuerstein im TV-Kursstudio. Er hilft mit, hält sich aber selber auch körperlich fit. (Foto: Manfred Brugger)
Manfred Brugger

Mit dem letzten Schultag 2016 hat sich für Friedbert Feuerstein (Jahrgang 1952, den alle nur Fred nennen) ein Lehrerleben geschlossen, das 1977 an der hiesigen Realschule begonnen hatte. Nach zehn Jahren wechselte er an die Löhrschule in Trossingen, um 2004 nochmals zu wechseln – an die hiesige Schillerschule. Dort fungiert er bis heute als hochgeschätzte „Eiserne Reserve“.

Sei es als Begleitperson bei Klassenausflügen („keine Schullandheim-Aufenthalte mehr, das ist mir zu stressig“), beim jährlichen Fackelbauen für den Funkensonntag und immer dann, wenn in Zeiten knapper Personalreserven Unterrichtsausfälle drohen, also meistens reichlich kurzfristig Not am Mann ist.

Sein handwerkliches Talent bringt der gelernte Elektriker gerne noch heute ein und die „Sockensuchmaschine“ bei einem der Schillerschulfeste der letzten Jahre – ein ratternder und blinkender Roboter - dürfte vielen Schülern und Eltern noch heute in lebhafter Erinnerung sein.

Die zweite Liebe dieses leidenschaftlichen Pädagogen gilt dem Turnverein Spaichingen, mit über 2000 Mitgliedern bekanntlich der größte Verein in Spaichingen und einer der größten im ganzen Landkreis Tuttlingen.

Dort fungiert er als zweiter Vorsitzender und sportlicher Leiter, zu dessen kniffligen Aufgaben unter anderem die komplexen Hallenbelegungspläne zählen, um allen Vereinssporttreibenden in Spaichingen gerecht zu werden.

„Herr der Rapportzettel“

Daneben ist er der „Herr der Rapportzettel“ für die mittlerweile 125 Übungsleiter des TV, die es jährlich auf fast 11000 Übungsstunden bringen, die alle erfasst, und die vierteljährlich abgerechnet sein wollen (in der Summe macht das runde 20000 Euro jährlich aus). „Tendenz steigend, weil der Verein bestrebt ist, die Quote der lizensierten Übungsleiter – immerhin schon ein Drittel – noch weiter voranzubringen.“

Die Aufgabe des TV-Heims – „ein Glücksfall“, so sagt er – zugunsten des TV-Kursstudios in der Hauptstraße 136, wo auch die TV-Geschäftsstelle ihren Sitz hat, war 2015 ein außerplanmäßiger Kraftakt, beim dem viele fleißige Hände dieses quicklebendigen Vereins angepackt haben.

Auch jene des flinken und unermüdlichen Fred Feuerstein, der in seiner aktiven Sportler-Laufbahn viele Jahre lang im Bantamgewicht (bis 57 Kilo) für den seinerzeit hochklassig ringenden ASV Tuttlingen auf die Matte ging, vorzugsweise im griechisch-römischen Stil.

Als Vater zweier erwachsener Söhne (Jonathan und Florian) und Großvaters eines in Besigheim wohnhaften Enkels (Espen, ein nordischer Name) ist er natürlich auch familiär immer da, wenn er gebraucht wird, oder Not am Mann ist.

Der leutselige und topfitte Rentner hat darüber hinaus noch mehrere andere Hobbies. Vom Cross-Bike-Fahren (im Rahmen von AOK-Radtreffs) über das Motorradfahren (mit seiner BMW 850 und seinen Kumpeln hat er jüngst in drei Tagen 900 Kilometer im Hohenlohischen absolviert) bis hin zum Wandern (im Familienkreis), Reisen (zuletzt in Namibia) und Fotografieren (das Einscannen der Dias steht immer noch auf seiner To-do-Liste).

Und der Fünf-Mann-Stammtisch der einstigen Realschul-Starter 1977 kommt noch heute regelmäßig zusammen.

Drei Jahre nach der Versetzung in den „Unruhestand“ ist der gebürtige Badener mit sich zufrieden. Denn er zählt sich zu der beneidenswerten Minderheit von Rentnern, die nach eigenem Bekunden Zeit haben.

Und er läßt deswegen seine Tage auch ganz bewusst langsam angehen. Am liebsten mit einem ausgiebigen Achte-Frühstück und einer ausführlichen Lektüre seiner Heimatzeitung, die ihren treuen Leser auf diesem Wege herzlich grüßt.

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