Fröhlicher Scharfmacher: Pfeffer macht lustig

Lesedauer: 4 Min
 Der Fenchel wird schon seit dem Mittelalter für seine stimmungsaufhellende Wirkung geschätzt.
Der Fenchel wird schon seit dem Mittelalter für seine stimmungsaufhellende Wirkung geschätzt. (Foto: dpa-tmn)
Helmut Gruner

Im zweiten Teil seines Beitrag zu Gewürzen in der Reihe „Heilsame Natur“ berichtet Heilpraktiker Helmut Gruner über Gewürze, die die Laune verbessern können.

Seit alters her wissen wir, Pfeffer macht lustig. Ebenso lange sind Wissenschaftler Molekülen für Gute Laune auf der Spur. Um genauer zu ergründen, wie sich einzelne Nahrungsmittel auf die menschliche Psyche auswirken, verfolgen Forscher den Weg der Essensbestandteile im Körper. Der Zucker in Schokolade oder im Pudding kurbeln die Ausschüttung von Insulin an. Dadurch wird die Produktion von Serotonin stimuliert, welches eine Schlüsselfunktion bei der Regulierung von Stimmungen und Wohlbefinden einnimmt. Deshalb wird es auch als „Gute-Laune-Hormon“ beschrieben.

Eine ähnlich stimmungsaufhellende Wirkung können aber auch Gewürze haben. In der Muskatnuss wurden Bestandteile entdeckt, die mit den opiatähnlichen Wirkstoffen von Hopfen oder Cannabis eng verwandt sind. Und der Pfeffer ? Der Scharfmacher ist ein Kapitel für sich. Feurige Inhaltsstoffe von Gewürzen regen an und wärmen innerlich: Piperin im Pfefferkorn, Capsaicin in der Chilischote (Inhaltsstoff in vielen Rheuma-Salben), Gingerol im Ingwer sowie Galangol und Gingerol in der Galgantwurzel. Sie sorgen auch für bessere Laune. Die Scharfmacher reizen den Geschmackssinn und tun der Zunge wirklich weh. Diese Art von Schmerz wiederum aktiviert Endorphine im Gehirn, die gute Laune machen.

Guter-Laune-Tee

Das Gewürze auch Heilkraft bei psychischen Erkrankungen entfalten können ist hierzulande spätestens seit dem Mittelalter bekannt. Hildegard von Bingen schreibt: „Wie auch immer gegessen macht der Fenchel den Menschen fröhlich, gibt eine schöne Hautfarbe, einen guten Körpergeruch und eine gute Verdauung“. Hildegard’s „Gute Laune Tee“ hatte es in sich: Fenchel, Anis und Kümmel zu gleichen Teilen mischen, einen Esslöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, acht Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und mit etwas Honig gesüßt trinken. Dazu werden Hirseplätzchen und Äpfel gereicht.

Fast schon schwärmerisches Fazit von Pharmazeuten anno 2006: „Fenchel ist also gemäß Hildegard bestens geeignet, um schlechter Laune, depressiven Verstimmungen und der Winterdepression vorzubeugen - an dieser Stelle sei auch die in vielen Klosterküchen geschätzte Fenchelmilch mit Honig hingewiesen, die auch ganz wunderbar zu Keksen und Kuchen schmeckt, sowie, darüber hinaus bei Einschlafstörungen sehr hilfreich sein kann.“

Einem US-amerikanischen Forscher war dies bereits 1980 klar. Dr. Michael Albert Puleo hatte Fenchel und Anis auf ihre antidepressive Wirkung untersucht und für durchaus hilfreich befunden. Hilfreich können auch Rosmarin und Salbei sein. Ihre ätherischen Öle fördern die Durchblutung und wirken sich begünstigend auf verschiedene Hirnfunktionen aus. Die Folge: Der Mensch entspannt sich und beginnt sich wohl zu fühlen.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen