Falscher Microsoft-Mitarbeiter erschleicht sich Zugangsdaten

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Ein Mann ist von einem Betrüger zur Herausgabe seiner Bankdaten gebracht worden.
Ein Mann ist von einem Betrüger zur Herausgabe seiner Bankdaten gebracht worden. (Foto: Friso Gentsch)
Schwäbische Zeitung

Mit einem Schaden von 100 Euro ist ein Spaichinger davon gekommen, nachdem ein vermeintlicher Mitarbeiter einer Software-Firma sich seine Passwörter und Zugangsdaten erschwindelt hatte.

Der 55 Jahre alte Mann hat dem Polizeirevier Spaichingen mitgeteilt, dass er bereits vor einer Woche an einem Vormittag durch einen unbekannten jungen, englisch sprechenden Mann mit orientalisch klingendem Akzent und vermeintlich deutscher Mobiltelefonnummer als Anrufererkennung angerufen worden sei. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter von Microsoft aus. Er vermittelte dem 55-Jährigen, dass dessen Informationssysteme eine Vielzahl von Fehlermeldungen zeigen würden, der Personal-Computer sei gehackt worden. Er sei durch Microsoft mit der Fehlersuche und Fehlerbehebung beauftragt worden.

Dem Anrufer gelang es, den 55-Jährigen zu täuschen und über das Internet Zugriff auf den Rechner des Geschädigten zu erhalten, berichtet die Polizei. Während der vorgetäuschten Beratung ließ es der Geschädigte zu, dass eine angebliche Testüberweisung in Höhe von 100 Euro vom Bankkonto des Geschädigten erfolgte. Der Geschädigte nannte dem angeblichen Techniker der Firma Microsoft zusätzlich die Zugangsdaten und Passwörter zum Bankkonto, zur Kreditkarte, zum E-Mail-Account und zu einem Internet-Dienstleister.

Zur Begleichung der durch die Fehlerbehebung verursachten Kosten forderte der Anrufer den Geschädigten zudem auf, Geldwertkarten des Anbieters Steam im Wert von 200 Euro bei einem Lebensmittelmarkt zu erwerben.

Dem Geschädigten kamen schließlich Bedenken und er beendete das Gespräch. Anschließend informierte er seine Hausbank und änderte unmittelbar nach dem Telefonat sämtliche an den unbekannten Anrufer verratenen Zugangsdaten und Passwörter.

Nach bisherigen Erkenntnissen bestehe der einzige Schaden im Verlust von 100 Euro durch die angebliche Testüberweisung, so die Polizei. Das Polizeirevier Spaichingen leitete ein Ermittlungsverfahren wegen versuchtem Betrugs und Ausspähen von Daten ein.

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