Europäer mit gleichen Anliegen finden sich

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 Das Ehrenamt zeigt dem 20-jährigen Benedikt Jäggle, dass Kameradschaft über Ländergrenzen geht.
Das Ehrenamt zeigt dem 20-jährigen Benedikt Jäggle, dass Kameradschaft über Ländergrenzen geht. (Foto: Ronja Straub)
Ronja Straub

Europa verbindet Menschen, die gleiche Interessen haben. So auch in Spaichingen: Seit über zwanzig Jahren besteht die Kameradschaft zwischen der Feuerwehr Spaichingen und der in der Partnerstadt Sallanches. Eine Faser in dieser Verbindung ist Benedikt Jäggle.

Mitglied bei der Feuerwehr ist der 20-jährige Spaichinger seit seiner Jugend. 2016 war er bei einem Austausch der beiden Feuerwehren in Frankreich dabei. „Da habe ich erst so richtig verstanden, was Partnerschaft bedeutet“, sagt Jäggle. Drei Tage übers Wochenende hat er damals mit seinen Kameraden in Osten von Frankreich verbracht. Dort haben sie das Magazin der Sallancher Feuerwehr angeschaut und sich mit der Einsatzabteilung ausgetauscht, aber auch gemeinsam Musik gemacht und gegessen. „Einige konnten richtig gut Gitarre und Akkordeon spielen“, erinnert sich Jäggle. „In diesen Momenten habe ich Zusammenhalt gespürt.“

Dieses Erlebnis habe seinen Blick auf Europa geschärft: „Zuvor hatte ich keinen Bezug zu Europa“, sagt der Auszubildende. Er habe durch die Zeit in Sallanches eine andere Kultur und neue Lebenseinstellungen kennengelernt.

Austausch überwindet Feindschaften

„Die Franzosen legen mehr Wert auf Essen und dagegen weniger auf Autos“, sagt er. Außerdem würden die Franzosen oft auf viel engerem Raum leben als die Leute in Deutschland. „Trotzdem habe ich keinen Hauch von Unzufriedenheit gespürt“, sagt Jäggle. Und: „So kann man von einander lernen.“

Der Austausch habe ihn nicht nur persönlich weitergebracht: „Die Vergangenheit zwischen Deutschland und Frankreich war von Feindschaft und Krieg bestimmt“, sagt Benedikt Jäggle. „Um das richtig überwinden zu können, ist ein Austausch nötig.“ Allerdings sei ihm auch bewusst, dass er nicht für die Vergangenheit verantwortlich sei.

Benedikt Jäggle sagt, er möchte sich ein eigenes Bild von Europa machen und nicht auf andere hören. Damit er das weiterhin machen kann, gehe er bei der Europawahl wählen. „So zeige ich, dass die EU mir wichtig ist. „Das Bündnis der EU macht Europa lebbar“, sagt Jäggle. „Wir müssen gemeinsame Werte fördern und schützen.“

Reisefreiheit ist Verdienst der EU

Es sei nicht selbstverständlich, dass der Austausch mit Frankreich so einfach und reibungslos ablaufen kann. „Das ist ein Verdienst der EU und auf diesen Vorteil möchte ich nicht verzichten“, so Jäggle. Für ihn habe die EU nicht nur auf politischer Ebene einen hohen Stellenwert, sondern auch was die Kameradschaftspflege angeht.

Im Juli fährt es deshalb auch wieder mit der Feuerwehr nach Sallanches zu einem weiteren Besuch. „Ich freue mich schon auf die Kollegen und die Zeit dort“, sagt Jäggle.

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