„Es war alles cool auf dem Bauernhof“

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Mit großem Appetit verspeisten die Kinder das leckere Frühstück bei Sabine Sauser.
Mit großem Appetit verspeisten die Kinder das leckere Frühstück bei Sabine Sauser. (Foto: Herlinde Groß)
Herlinde Groß

Bereits zu Beginn der Ferien hat der Obst- und Gartenbauverein Hausen ob Verena sein Ferienprogramm in einer ganz anderen Art veranstaltet, und zwar mit „Übernachtung auf dem Bauernhof“. An die Stelle des jahrelang durchgeführten Kartoffelfeuers im Herbst rückt nun dieser neue Programmpunkt.

17 Kinder erlebten schöne Stunden auf dem Riesle-Biohof mit Spielen, Grillen, Geschichten erzählen. Auf Streifzügen wurde der ganze Hof mit den Gebäuden durchforscht.

Es war für sie ein besonderes Erlebnis. Da die Kinder oft auf den Hof kommen, wissen sie schon, dass es keine lila Kuh gibt, dass die Schweine im Stall grunzen und die Kälbchen auf der Weide umher tollen. Dagegen turnten die Kinder in der Lagerhalle herum, kein Geländer war vor ihnen sicher. Zuletzt rissen sie einen Quaderballen Stroh auseinander. Die anschließende Strohschlacht brachte alle ins Schwitzen, und in der Halle war eine große Staubwolke. Auf drei Strohlagern wurde dann die kurze Nacht verbracht.

Umfrage unter den Kindern

Am Samstagmorgen liefen die Kinder zur Alten Mühle, wo Sabine Sauser bereits mit frischer Milch, Eiern, Wurst und Marmelade ein reichhaltiges Frühstücksbuffet aufgebaut hatte. Dazu gab es jede Menge selbst gemachten Apfelsaft. Die beiden Tage wurden für die Hausener Kinder zu einem richtigen kurzen Verwöhnurlaub, was eine Umfrage auch bestätigte:

Gern hätte Elias Hauser (elf Jahre) einen solch großen Traktor, wie der Rieslebauer. Die drei Schweine füttern, war für ihn das Höchste auf dem Biohof. „Zum ersten Mal schlief ich auf einem echten Stroh. Es war sehr lustig und wir hatten viel Spaß in der Nacht“, erzählt er.

„Wir haben zu Hause einen eigenen Hof, aber nur Pferde“, sagte der zehnjährige Marcel Eppler. „Hier gibt es Kühe, Schweine und vor allem die niedlichen Kälbchen. In der Nacht haben wir auf unserem Strohlager sehr viel Blödsinn gemacht. Als es etwas ruhiger wurde, stellte ich fest, dass das Stroh nach Frucht riecht“, so Marcel Eppler. „Aber ganz schwer sind die Strohballen, die wir auf dem Acker ein Stück gerollt haben“, stellte Marcel fest.

Bis um zwei Uhr in der Nacht, lag Marie Klöcker (acht Jahre) wach auf ihrer ISO-Matte im Stroh, „denn wir lachten und machten Blödsinn. Interessant war es auch einem Ohrenzwicker zuzuschauen“. Die Spiele am Abend, hauptsächlich das Schubkarrenfahren, haben ihr sehr gut gefallen.

„Es war alles cool auf dem Hof“, erzählt die achtjährige Linnea Lüdcke. Am besten hat ihr die Geschichte, die Susanne erzählt hat, gefallen. Als sie nach 2 Uhr nachts endlich eingeschlafen war, wurde sie von dem lauten Grunzen der Schweine wieder geweckt. Zum ersten Mal schlief sie auf richtigem Stroh, das allerdings in der Nase gekitzelt habe, wie sie erzählt.

Sidney Lüdcke (elf Jahre) fand das Schlafen auf den Strohballen fast bequemer wie im Bett. „Man hatte viel mehr Platz und es war einfach anders wie im Bett zu schlafen.“ Der Geschmack des Strohs hat sie nicht gestört. „Die Spiele am Abend waren super, hauptsächlich das Schubkarrenfahren und das Wasser-Weitergeben.“ Im Übrigen war sie schon öfters auf dem Hof.

Leider hat der achtjährige Linus Klaiber keine ISO-Matte dabei, sodass das Stroh ihn in der Nacht öfters gepiekst hat. Eines stellte er indessen fest: „Das Übernachten auf dem Bauernhof macht mehr Spaß wie das Kartoffelfeuer.“ Besonders die Schweine zu füttern gefiel ihm. „Wenn die sich dann im Dreck suhlen, musste ich laut lachen.“

Dem elfjährigen Timo Merkel war das Strohlager doch etwas zu hart. Sein Bett sei viel weicher. Auch musste er vom Strohstaub viel niesen. Da er öfters auf dem Rieslehof weilt, kennt er ihn in- und auswendig. Doch das Versteckspielen in den Hallen bei Dunkelheit war gigantisch. Als dann am Abend der Zauberer mit der Hexe als „Kälbergeister“ kamen und Geschichten erzählten, war der Abend gesichert

Das Traktorfahren fand Sebastian Klaiber (neun Jahre) am schönsten. „Das Grillen am offenen Feuer war sehr gemütlich. Zu essen und zu trinken gab es reichlich.“ Eigentlich wollte er mit seinem Freund die Nacht durchmachen, doch um 4 Uhr sind sie eingeschlafen. „Aber jetzt habe ich richtig Hunger und freue mich auf das Frühstück“, sagte er.

Für Uwe Riesle und seine Frau Bertrun wurde das Kinderferienprogramm des OGV zu einem richtigen Bauernfeiertag. Am Freitagmittag und Samstagmorgen widmeten sie sich ausschließlich den Kindern. „Die Arbeit zusammen mit Susanne Pfrang vom OGV hat sehr viel Spaß gemacht.

„Die Kinder sollen sich auf dem Bauernhof wohl fühlen und alles kennen lernen“ lautete das Ziel des Ehepaares. Uwe Riesle: „Am meisten hat mich überrascht, dass kein Kind ein Handy dabei hatte.“

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