Enttäuschung über Gäubahn-Entscheid

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Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner aus Deilingen.
Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner aus Deilingen. (Foto: HWK)

Der jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Bundesverkehrswegeplan 2030 ruft im Handwerk der Region ein geteiltes Echo hervor: „Wir freuen uns einerseits, dass beim Ausbau des Straßennetzes viele unserer Wünsche berücksichtigt wurden und etliche Engpässe in absehbarer Zeit beseitigt werden sollen. Andererseits ist es sehr bedauerlich, dass für den Schienenverkehr nicht genauso deutlich die Weichen auf Zukunft gestellt wurden“, sagt Gotthard Reiner, Präsident der Handwerkskammer Konstanz.

Von einer besseren Anbindung durch den Ausbau der Gäubahn hätte unsere wirtschaftsstarke Region enorm profitiert, meint er laut einer Pressemitteilung.

Gute Erreichbarkeit und Anbindung sei für die Attraktivität der Region zwischen Bodensee und Neckar wichtig: „Für Firmen, die Fachkräfte in die Region bringen wollen, ist das ein echtes Argument. Es besteht also keineswegs nur ein potenzieller, sondern ein tatsächlicher Bedarf“, so Reiner weiter.

Bereits 2013 habe die Handwerkskammer Konstanz ihre Wünsche und Anregungen in die Planungen eingebracht. Im Bereich Straße mit Erfolg: Alle wichtigen regionalen Straßenbauprojekte wurden in den „vordringlichen Bedarf“ eingestuft, so etwa die Ortsumfahrungen Villingen-Schwenningen und Schramberg, die Umfahrungen Stockach, Rottweil, Jestetten und Immendingen sowie die A 98 von Schwörstadt nach Tiengen. Der Ausbau der B 33 bei Konstanz schreite bereits zügig voran, und auch der Ausbau der B27 Donaueschingen-Hüfingen sowie der Ortsumfahrung Behla sind als laufende und fest disponierte Projekte im Bundesverkehrswegeplan aufgeführt.

„Dass diese Vorhaben jetzt prioritär behandelt werden sollen, ist gut für den Südwesten,“ sagt Reiner. Enttäuschend sei es allerdings, dass der Ausbau des Schienenverkehrs im ländlichen Raum dem hinterherhinke: „Dass man Regionen, die zu den wirtschaftlich leistungsstärksten im Bundesgebiet gehören, dabei stiefmütterlich behandelt, ist nicht nachvollziehbar. Wir hoffen also sehr, dass zumindest im Bundestag die Stimmen aus der Region gehört werden.“

Zum Bezirk der Handwerkskammer Konstanz, der die Landkreise Konstanz, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Rottweil und Waldshut umfasst, gehören rund 12 000 Handwerksunternehmen mit über 70 000 Beschäftigten und 5 000 Auszubildenden.

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