Eine Online-Plattform, die auch als Marktplatz genutzt werden soll, will der Gewerbe- und Handelsverein. Irritationen gab es, we
Eine Online-Plattform, die auch als Marktplatz genutzt werden soll, will der Gewerbe- und Handelsverein. Irritationen gab es, weil damit die Erwartung verbunden ist, dass die Stadt den Antrag stellen sollte. (Foto: Arno Burgi)
Redaktionsleiterin

Spaichingen - Es ist ein großer Wurf, den der Gewerbe- und Handelsverein da vorhat: einen digitalen Marktplatz nicht nur zur Präsentation von Einzelhandelsgeschäften und deren Angeboten, sondern auch als Informationsquelle vor allem für Service-Informationen. Das soll als Pilotprojekt angelegt werden und vom Land mit 200 000 Euro gefördert werden. Zwei Jahre lang ist die Aufbauphase gedacht. Die Stadt soll 15 000 Euro beisteuern und der Gewerbe- und Handelsverein ebenfalls 15 000. Außerdem sollen die Mitglieder selbst sich mit 10 000 Euro beteiligen: Kostenrahmen für die zweijährige Aufbauphase also: 240 000 Euro.

In drei Sitzungen hat sich der Gemeinderat beziehungsweise der Verwaltungsausschuss mit der Sache beschäftigt. Der Verwaltungsausschuss hatte grünes Licht gegeben, dass die Stadt die Zustimmung zum Ideenwettbewerb des Landes gibt. Auch im Gemeinderat wurde „der Teilnahme des Handels- und Gewerbevereins zur Bewerbung in die Förderung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz für die Erstellung eines lokalen Online-Marktplatzes“ zugestimmt. Inwieweit sich hier die Stadt schon an Kosten binde, wollte Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher mit mehrmaligem Nachfragen wissen: Im Bewerbungsverfahren gar nicht, war die Auskunft von Citymanagerin Simone Stoffel und dem GHV-Vorsitzenden Hermann Früh.

Daher beinhaltete der Beschluss nicht, dass sich die Stadt jetzt schon in das Projekt verpflichte, aber ein Schreiben, dass die Stadt die Bewerbung unterstütze, sagte Bürgermeister Schuhmacher zu. Nun stellte sich aber heraus, dass die Stadt selbst den Antrag stellen müsse, weil das Land keine Zuschüsse an private Vereine vergeben kann. Daher kam in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Thema noch einmal aufs Tapet.

In dem Begleitschreiben des GHV zur vorhergehenden Sitzung hatte allerdings tatsächlich gestanden: „Der GHV möchte mit einem Konzept für einen „Online Marktplatz“ im Namen der Stadt Spaichingen an dem (...) Ideenwettbewerb teilnehmen“.

Im gesamten Förderrahmen von einer Million seien sechs bis acht Kleinstädte aufgerufen: „Wir sind die Kleinste“, so Simone Stoffel bei der Vorstellung des Projekts. Bedeutet: Spaichingen habe gute Chancen, aufgenommen zu werden.

Der Gewerbe- und Handelsverein hat bereits das Konzept von einer Tuttlinger Firma auf eigene Kosten erstellen lassen. Finanziell würde die Stadt erst ins Boot geholt, wenn der Wettbewerb gewonnen werde. Nämlich durch Anstellung eines „Kümmerers“ - auf Kosten des Projekts - und 15 000 Euro Zuschuss in den ersten beiden Jahren.

Wer trägt die Folgekosten?

Nach Ablauf der Förderung müssten insgesamt 3500 Euro, so die Vorausberechnung, monatlich getragen werden. Von wem, ist noch nicht klar. Um dem Gewerbe- und Handelsverein die Teilnahme noch fristgerecht zu ermöglichen, beschloss der Gemeinderat, die Bewerbung „der Stadt als Vorhabenträger des Gesamtprojekts“. Und im Fall der Gewährung der Fördergelder werde der Verwaltungsausschuss zusammen mit dem Gewerbe- und Handelsverein die der jeweiligen Partei obliegenden Aufgaben erörtern und festlegen und dann dem Gemeinderat vorlegen.

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