Doppelter Haydn bei „Kultur & Klinik“

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 V.l.: Candela Gómez (Violoncello), Alexey Fokin (Violine), Sara Gómez (Viola) und Alexander Pilchen (Violine)
V.l.: Candela Gómez (Violoncello), Alexey Fokin (Violine), Sara Gómez (Viola) und Alexander Pilchen (Violine) (Foto: MH Trossingen)
Schwäbische Zeitung

Werke von Joseph und Michael Haydn spielt das Werther Quartett am Sonntag, 18. Februar 2018, um 19 Uhr in der Reihe „Kultur & Klinik“ in der Kapelle des Gesundheitszentrums Spaichingen. Das teilt die Hochschule für Musik Trossingen mit.

Nur fünf Jahre trennen die beiden Brüder, doch musikalisch sind sie ganz unterschiedliche Wege gegangen, wie die Iris-Marquardt-Preisträger von 2017 anhand von zwei Werken zeigen wollen. Eröffnet wird der Abend mit dem Streichquartett g-Moll op. 20 Nr. 3 von Joseph Haydn, in dem er wie bei allen Quartetten von op. 20 sensibel mit Klangfarben spielt, mal beißend, mal besänftigend, mal spöttisch, mal sehnsüchtig. Jedes Mal, wenn Motive wiederkehren, erklingen sie in einem anderen Kolorit.

Michael Haydn, ein Freund Mozarts und sein Nachfolger als Organist an der Dreifaltigkeitskirche in Salzburg, wählte für seine Quartette gerne die Form des Divertimentos, der instrumentalen Unterhaltungsmusik also, deren Struktur freier ist. Für das Divertimento in B-Dur hat er sechs Sätze mit zwei Menuetten und einem eröffnenden Marsch gewählt. Seine „Cammer-musique“ sprüht vor Ideen, ist aber technisch höchst anspruchsvoll – für das Werther Quartett laut Hochschule eine reizvolle Herausforderung. Die vier auf historische Aufführungspraxis spezialisierten Studierenden der Musikhochschule Trossingen haben sich den Werken der klassischen Stilepoche verschrieben.

Inspiriert von Goethe

Den Anstoß dazu gaben vier Instrumente, die der Potsdamer Geigenbauer Tilman Muthesius für die Musikhochschule nach historischen Vorbildern als Quartett gebaut hat. Zu ihrem Ensemble-Namen inspirierte sie der Goethe-Roman „Die Leiden des Jungen Werther“. Das Grundthema „Sturm und Drang“ ist sowohl für den stilistischen Schwerpunkt des Ensembles charakteristisch wie auch für das energiegeladene, leidenschaftliche und kontrastreiche Spiel der Geiger Alexey Fokin und Alexander Pilchen wie der Bratscherin Sara Gómez und der Cellistin Candela Gómez. Wesentliche Impulse erhielt das Ensemble von Anton Steck (Barockvioline) und Werner Matzke (Barockcello). Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten.

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