Die 80 stimmt den Jubilar nachdenklich

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Zwei Weggefährten: Franz Schuhmacher und Erwin Teufel.
Zwei Weggefährten: Franz Schuhmacher und Erwin Teufel. (Foto: F. Dreher)
Franz Dreher

Der Spaichinger Ehrenbürger und CDU-Politiker Franz Schuhmacher hat auf vielfältige Weise seine Spuren in der Stadt und darüber hinaus hinterlassen. Sein jahrzehntelanges Wirken findet nicht nur bei der von ihm geprägten CDU Anerkennung, auch politisch anders Denkende zollen ihm Respekt.

Das wurde beim Geburtstagsfest, das die Kommune am Samstagabend in der Stadthalle ausrichtete, einmal mehr deutlich. Neben Bürgermeister Hans-Georg Schuhmacher und dem Gemeinderat gratulierten dem Ehrenbürger zahlreiche Politiker wie Altministerpräsident Erwin Teufel, CDU-Bundestagsabgeordneter Volker Kauder, Justizminister Guido Wolf und Altbürgermeister Albert Teufel. Doch schon bei der persönlichen Begrüßung der rund 120 geladenen Gäste wurde klar, worin das Geheimnis der Popularität des Jubilars liegt: Schuhmacher macht keinerlei Unterschiede bei Rang oder Namen, für ihn sind alle gleich.

Seit 2005 Ehrenbürger

„Schuhmacher verstand es, die Menschen nicht zu enttäuschen, was mit ein Grund war, ihm im Jahr 2005 die Ehrenbürgerwürde zu verleihen“, fasste der Bürgermeister zusammen und erinnerte an die „vorzüglichen“ Wahlergebnisse und großen Verdienste als Unternehmer, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter. Der Geehrte habe sich für die Menschen in der Stadt und in der Raumschaft immer eingesetzt.

„80 ist schon eine Zahl, die nachdenklich macht“, resümierte der Geehrte. Die Rückschau auf die Jugendzeit machte deutlich, dass dem jungen Schuhmacher schon früh Verantwortung für die Familie und die Gesellschaft übertragen wurde. Nach seinen leitenden Funktionen als Jugendführer im kirchlichen und kommunalen Bereich folgte eine 32-jährige, erfolgreiche Arbeit als Stadtrat und CDU-Fraktionschef. Trotz dem Aufbau der eigenen Drehteilefabrik fand er noch Zeit, vier Jahrzehnte lang im Kirchenchor zu singen. Daneben übernahm Schuhmacher 28 Jahre lang Verantwortung im Kirchengemeinderat.

Als nach dem Verzicht von Roland Ströbele die Kandidatur für ein Landtagsmandat frei geworden war, entschloss er sich aufgrund vieler Bitten zur Kandidatur. Sein ältester Sohn Stefan stieg in den Betrieb ein.

Teufel zollt Schuhmacher Respekt

Altministerpräsident Erwin Teufel zollte seinem Wegbegleiter „großen Respekt“ für dessen beeindruckende Lebensleistung. Schon als Dekanatsjugendführer hatten sich die beiden kennen und schätzen gelernt. Nachdem Teufel vier Jahre Bürgermeister in Spaichingen war, sei Schuhmacher erstmals in den Stadtrat eingezogen. Trotz der persönlichen Nähe habe er aber niemals ein Sonderverhältnis zu ihm gehabt.

Als Landtagsabgeordneter habe er nicht nur den Landkreis Tuttlingen vertreten, sondern auch den ihm bis dahin unbekannten Südteil der Baar erfolgreich beackert. „Du hast mit Kompetenz im Landtag und einer unglaublichen Begabung, die Menschen zu gewinnen, viel Vertrauen erarbeitet“, lobte Teufel.

Die Rolle als Vorsitzender der Bürgerstiftung und als Jahrgangschef „auf Lebenszeit“ runde das Bild des Jubilars ab. „Das ganze Engagement ist jedoch nur möglich gewesen, weil dich deine Frau immer mit viel Verständnis begleitet und unterstützt hat“, fügte Teufel an. Das bestätigte der Geehrte in seinen Dankesworten über seine Frau: „Seit ich sie habe, habe ich das Glück an meiner Seite.“

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