Der Dreifaltigkeitsberg als Trainingslager

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Direkt über Spaichingen liegt ein Wahrzeichen der Stadt, das das Herz aller Wanderer höher schlagen lässt – der Dreifaltigkeitsberg. Doch was sind das eigentlich für Leute, die die Stiefel schnüren und die Natur per pedes erkunden – und wo kommen sie her? Bei einer kleinen Wanderung zwischen Dreifaltigkeitsberg und Klippeneck haben wir einige gefragt, warum sie just diese Route gewählt haben.

Bärbel Link und ihr Sohn Uli sind höchst ausdauernde Wanderer. „Wir leben seit vier Jahren in Spaichingen und laufen viel hier oben“, berichten sie. „Die Natur gefällt uns gut und es gibt viele Wander- und auch Einkehrmöglichkeiten.“ Die beiden haben eine Stammroute – ein Teilstück des Albtraufwegs zwischen Spaichingen und Gosheim und zurück über den Dreifaltigkeitsberg. „Das dauert fünf bis sechs Stunden“, sagt der 37-jährige Uli Link. „Heute laufen wir mal andersrum.“

Der Spaichinger hat im Juli Großes vor: Dann will er ein Teilstück des Europafernwanderwegs 5 bewältigen, der von der Bretagne nach Verona führt – von Oberstdorf bis Bozen will er laufen, „das werden zehn Tage lang fünf bis sieben Stunden täglich“. Der Dreifaltigkeitsberg ist für ihn eine Art Trainingslager, „eine gute Einstimmung, dass ich fit bleibe“.

Sie gehe gerne mit, sagt seine 63-jährige Mutter, „weil ich nicht so gern allein laufe“. Im Schnitt einmal die Woche sei sie von Frühling bis Herbst oberhalb Spaichingens unterwegs. Auch hoch gelaufen sei sie den Dreifaltigkeitsberg häufiger. Und auch eine Lieblingsstelle hat die Spaichingerin: die Wiese hinter der Dreifaltigkeitskirche, „bei der Strecke, die dort startet, gibt es herrliche Ausblicke“.

Die Wanderstiefel geschnürt hat heute auch ein Trio aus dem Raum Stuttgart/Böblingen. „Wir sind Albliebhaber“, sagen Sybille und Theodor Wehl sowie Wolfgang Schaufelberger. „Wir laufen seit Jahren an verschiedenen Orten der Schwäbischen Alb.“ Und heute eben auf dem Dreifaltigkeitsberg. Von der Wallfahrtskirche zum Klippeneck und zurück führt sie ihr Weg. „Uns reizt die Randlage am Hang mit den Blicken ins Tal.“ Sybille Wehl hat einen weiteren Grund: „Ich bin gottfroh, wenn ich niemanden sehe – auch wegen der Ruhe gehen wir hier rauf.“

„Wir legen nicht Wert auf viele gewanderte Kilometer, sondern auf die Muße“, meint Schaufelberger. Deshalb lasse man sich heute Zeit, sei den ganzen Tag unterwegs – mit einer Stippvisite beim Rottweiler Testtturm auf der Heimfahrt.

Übern Alten Berg

Regelmäßiger Gast auf dem Dreifaltigkeitsberg sind Sieglinde und Martin Schwarzwälder aus Locherhof bei Dunningen. „Wir wandern oft hier und am Klippeneck und kommen im Winter zum Langlaufen.“ Heute jedoch ist das Ehepaar erstmals mit dem Rad unterwegs. Nach dem Mittagessen im Gasthaus „Bleiche“ starten sie zu einem Rundkurs über den Alten Berg. „Das werden so anderthalb Stunden.“

Zum Abschluss machen sie Station an der Dreifaltigkeitskirche. „Die schönen Ausblicke reizen mich“, nennt Sieglinde Schwarzwälder ihre Motivation für den doch recht langen Anfahrtsweg vom Kreis Rottweil. „Meistens wandern wir im Schwarzwald, aber heute wollten wir auf die Schwäbische Alb.“

Viele Kilometer zurückgelegt, um am Dreifaltigkeitsberg zu wandern, hat auch Marion Roth aus Ostrach. Der Ausblick vom Berg hinunter ziehe sie hierher, erzählt sie, „außerdem wohnt eine Freundin in Spaichingen, so dass ich öfters hier bin“. Ihre Kusine aus Berlin begleitet sie heute, die „vor allem die Wallfahrtskirche interessiert“. Auch diese beiden haben die Route vom Dreifaltigkeitsberg zum Klippeneck und retour gewählt. „Und am Ende trinken wir dann schön einen Kaffee.“

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