Matteo Felisoni
Matteo Felisoni (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Da reimt sich was zusammen - Zeit fürs neue „Danke der Woche“.

Es geht dieses Mal an:

Das Gedicht.

Die Maske klebt dicht am Gesicht, du siehst den Typen vor dir nicht. Und siehst ihn doch, dann wohl nur kaum, denn schummrig ist’s, das Licht im Raum. Die Brille neblig, die Hände trocken, wir müssen es gemeinsam rocken. Verrückt ist sie, die Zeit im Heut, verrückt sind auch so manche Leut…

Die Frage, die sich mir jetzt stellt, ist aber nicht, ob’s allen g’fällt.

Eher frag ich mich, was folgt hieraus, denn Möglichkeiten gibt’s zuhauf. Blieb‘ übrig eine Tradition, dann bitte nicht Desinfektion! Auch Masken, Abstand, Händewaschen, hätten Chancen, es zu machen. Aber Nudeln, Hamstern, Klopapier bitte nicht, vergessen wir.

Doch ist die Frage, was dann bleibt, noch ungeklärt, wenn’s niemand schreibt. So frag ich euch, wie woll’n wir’s machen, wenn eines Tags in Omas Garten, Retro-Partys finden statt? Was werden wir tragen, was werden wir tun, was werden wir singen und was lassen wir ruhn, uns zu erinnern wie das war, als keiner durft, in großer Schar, sein Leben leben, wie es war?

Vielleicht mit Maske, vielleicht mit Hut, zusammen ist doch beides gut! Peinlich für den ein und andern, sieht man’s heut oft, nicht nur beim Wandern. Ach was soll’s werden, wann wird’s Licht, die Spannung bleibt. Du ahnst es nicht.

Ich sag’s frei raus, ich glaub’s wird bloß, die gute alte Jogginghos‘. Dabei gäb’s mehr, das dann erzählt, was uns heut mit am meisten fehlt.

Was uns wohl immer dran erinnert, wird im Folgenden geschildert: Uns fehlt der Alltag, wir vermissen, endlich wieder d‘Eltern küssen. Oma, Opa, Freunde treffen, mal gemeinsam Abendessen, und zwar nah und nicht nur fern, denn wir haben alle gern. Online geht zwar vieles gut, aber manchen fehlt der Mut. Homeoffice klappt auch ganz prima, das weiß jetzt fast jede Firma. Doch viele hatten Kurzarbeit, wo andren nicht mal das noch bleibt.

Es ist noch weit, noch nicht das Ziel, doch hinter uns liegt schon sehr viel. Ein großer Ruck geht quer durchs Land, am Ende unser starkes Band.

Trotzdem steh‘n manche dicht an dicht, ganz ohne Maske im Gesicht. Schaut lustig aus, ist’s aber nicht - denn Schutz ist Trumpf, damit er bleibt, der Trend zur guten, alten Zeit! Drum bleiben wir tapfer, bleiben wir heiter, dann geht schon bald der Alltag weiter.

Naja, also Danke.

P.S.: Und was gibt’s heute Abend noch? Eintopf. Oder zwei. Vielleicht auch nur Kartoffelbrei.

Von Matteo Felisoni

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