„Beim Laufen treffe ich nette Leute“

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 Günter Hauser (vorne in der blauen Jacke) ist 78 Jahre alt und läuft mehrmals wöchentlich um die acht Kilometer. Gemeinsam mit
Günter Hauser (vorne in der blauen Jacke) ist 78 Jahre alt und läuft mehrmals wöchentlich um die acht Kilometer. Gemeinsam mit seiner Lauftreff-Gruppe erkundet er die Spaichinger Umgebung auf 1000 Meter Höhe auf dem Dreifaltigkeitsberg. (Foto: Archiv: Braungart, Regina)
Ronja Straub

Günter Hauser ist seit der ersten Stunde beim TV-Lauftreff Spaichingen dabei - das war 1975. Heute ist der 78-Jährige der Älteste in der Gruppe. Er betreut eine der sechs Laufgruppen und geht mit ihnen zwei Mal pro Woche laufen. Im Interview mit Ronja Straub spricht er darüber, wie er mit dem Laufen angefangen hat und warum das Hobby ihn bereichert.

Wie kommt es, dass Sie im hohen Alter noch so sportlich sind?

Ich laufe, mit beruflich bedingten Unterbrechungen, seit fast 45 Jahren. Da baut man Kondition auf, und das hilft mir bis heute. Ich kann Stress besser abbauen und bleibe im Kopf frisch. Deshalb sind meine Enkel sehr stolz auf mich und möchten sich oft läuferisch mit mir messen.

Gehen Sie beim Laufen auch an Ihre Grenzen?

Ja, circa 300 bis 400 Meter powere ich richtig. Wenn ich immer wieder Gas gebe, dann halte ich meine eigene Geschwindigkeit. Würde ich nur gleichmäßig laufen, geht es irgendwann zurück. Ich bin heute noch so schnell wie vor sechs Jahren. Da bin ich ehrgeizig.

Was hat sich für Sie durch das Laufen verändert?

Wenn ich das nicht machen würde, hätte ich einen Bauch und würde auf dem Sofa liegen. Ich bin gesundheitlich stabil und habe selten eine Grippe. Außerdem trifft man beim Laufen Leute, ich lerne nette und interessante Menschen kennen.

Was würden Sie machen, wenn man Ihnen das Laufen verbieten würde?

Das wäre schlimm für mich. Ich hoffe, dass es noch lange so weiter geht. Ich versuche auch andere zum Laufen zu überreden. Allerdings wird das immer schwerer, vor allem bei Leuten in meinem Alter.

Wie hat das mit dem TV-Lauftreff Spaichingen angefangen?

Ein Freund hat mich damals zum Laufen gebracht. Wir waren einer der ersten Lauftreffs ins Baden-Württemberg und haben zu acht angefangen - alles Männer. Wir waren nur eine Gruppe und sind zwischen drei und vier Kilometer gelaufen und einschließend eingekehrt. Von damals ist keiner mehr dabei, außer mir. Manche leben nicht mehr und andere können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr laufen. Manche haben es mit dem Laufen auch übertrieben. Allzu viel ist ungesund.

Wie hat sich der Lauftreff über die Jahre verändert?

Der Leistungsgedanke wurde stärker. Es gibt einige beim Lauftreff, die Marathon laufen. Es ist toll, dass wir sechs Gruppen haben, weil jeder die Gruppe, die zu ihm passt, findet. Vor allem Gruppe sechs für Anfänger und Neueinsteiger ist wichtig. Dort verbessern sich die Läufer schnell.

Welche Routen laufen Sie?

Wir laufen auf 1000 Meter Höhe und zwischen sechs und zwölf Kilometern. Wir haben verschiedene Routen und laufen vom Dreifaltigkeitsberg aus zum Beispiel Richtung Klippeneck um das Flugfeld, Richtung Böttingen und zum Steinbruch oder Richtung Hirnbühl.

Auftakt am Freitag, 12. April

Der Spaichinger Lauftreff trifft sich ab Freitag, 12. April, wieder zwei Mal wöchentlich am Wanderparkplatz auf dem Dreifaltigkeitsberg - immer dienstags und freitags um 18.30 Uhr. „Wir sind sechs Gruppen mit unterschiedlichem Lauftempo und Strecken“, sagt Christa Reiser. Sie ist gemeinsam mit Stefan Bast die neue Leiterin des TV-Lauftreffs. „Wir wollen gemeinsam unseren inneren Schweinehund bekämpfen und uns an der frischen Luft bewegen“, sagt Reiser. Die einzelnen Gruppierungen: Gruppe eins läuft zwölf Kilometer und es ist gute Kondition erforderlich. Gruppe zwei läuft elf Kilometer bei flottem Tempo. Gruppe drei macht bis zu zehn Kilometer im flotteren Tempo. Gruppe vier läuft acht Kilometer ohne Gehpausen. Gruppe fünf sieben bis acht Kilometer und am Anfang mit Gehpausen. Gruppe sechs ist für Einsteiger, die eine Stunde joggen mit Gehpausen und Gymnastik.

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