Als orthodoxer Rabbiner in einer offenen Stadt

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 Levi Yitzhak Hefer
Levi Yitzhak Hefer (Foto: sbo)

Levi Yitzhak Hefer ist Rabbiner der neuen Synagoge in Rottweil. Mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern wohnt er direkt in der neuen Synagoge am Nägelesgraben. Architektonisch öffnet sich der Neubau der Stadt, und so solle er auch allen offenstehen.

Reinkommen ist allerdings gar nicht so einfach: Die Türen sind verschlossen, an der Klingel ist eine Überwachungskamera, erst nach dem zweiten Läuten geht eine der Türen auf. „Die Juden haben eine alte, schöne Religion, aber das jüdische Volk hatte immer Probleme mit seiner Sicherheit”, sagt der junge Rabbi. Klar stehe die Tür der Synagoge jedem Interessierten offen. Jeder, der kommen wolle, könne das auch. Aber er müsse sich dann eben vorher anmelden.

In Rottweil zu sein, freut den 25-Jährigen, der in Israel geboren und aufgewachsen ist, ein Jahr in New York lebte und sich dann für Deutschland entschied – seine Frau Dinah stammt aus Frankfurt.

Hefer ist noch dabei, Deutsch zu lernen; es ist ein Deutsch, das stark jiddisch geprägt ist. „Ich habe gefunden eine offene Stadt”, sagt er über seine neue Heimat, viele Religionen, die friedlich zusammenleben, auch zusammen arbeiten. So ganz will er seine jüdische Gemeinde da allerdings nicht einbringen. „Jeder soll seinen Weg gehen”, betont der orthodoxe Rabbiner. Zwar seien die Grundsätze der Religionen gleich, basierten auf den sieben Geboten Noahs: Verbot von Mord, Diebstahl, Ehebruch oder Götzenanbetung. Aber „jeder hat seinen speziellen Weg, jeder ist besonders.”

Der Weg der jüdischen Gemeinde Rottweil ist ein orthodoxer: „Wir haben unseren alten Glauben”, nachdem beispielsweise Frauen getrennt von Männern beten, der Rabbi keiner Frau die Hand gibt. In Rottweils früherer jüdischen Gemeinde war das anders, hier beteten Frauen und Männer gemeinsam. Aber Hefer sagt, Gott selbst habe den Juden vor 3000 Jahren die Tora gegeben, und daran müsse man sich halten. Männer müssten unter sich beten, um den Kopf frei zu haben, nicht von Familienproblemen abgelenkt werden.

Moderne Juden, die sich nicht daran hielten, gingen nicht den richtigen Weg, sagt der Rottweiler Rabbiner. Und die vielen jungen Menschen in seiner neuen Gemeinde liebten die Traditionen, die sie hier lernten. „Wer Religion sucht, sucht den geistlichen Inhalt. Das ist der Weg.”

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