„50 Prozent Gymnastik, 50 Prozent schwätzen“

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Spaichinger Senioren trainieren Fitness
Spaichinger Senioren können auch außerhalb von Fitnessstudios etwas für ihr körperliches Wohlbefinden tun.

Spaichinger Senioren können auch außerhalb von Fitnessstudios etwas für ihr körperliches Wohlbefinden tun. Zum Beispiel an den Fitnessgeräten, die am Ententeich und bei der Sozialstation aufgestellt sind. Wie Hans Reisbeck, vor rund zwölf Jahren Initiator der Geräte am Ententeich, festgestellt hat, werden diese weiterhin gut genutzt – „von Jung und Alt“. Sie wurden bewusst so ausgewählt, dass sie verschiedene Bewegungsformen abdecken – wer an allen trainiert, deckt fast alle Körperpartien ab von den Beinen bis zu den Schultern.

Ein TV-Bericht war für den seinerzeitigen Freie Wähler-Ratsherren Reisbeck der Auslöser. „Solche Fitnessgeräte wurden in der Nähe von Hochhäusern in Reutlingen aufgestellt und gut angenommen.“ Seine Fraktion sei sich schnell einig gewesen, derartiges auch in Spaichingen zu platzieren. Um sich zu informieren, sei man nach Bad Dürrheim gefahren: im dortigen Kurpark stehen Fitnessgeräte der Firma Saysu. „Wichtig war uns, dass sie stabil sind – und dass sie leicht bedienbar sind und auch ältere Menschen sie benutzen können“, erläutert Reisbeck. Mit dem Hersteller habe man Kontakt aufgenommen, im Gemeinderat gab es eine Mehrheit für den Kauf von drei Geräten für den Stadtpark mit Gesamtkosten von 10 000 Euro.

 Hans Reisbeck war vor zwölf Jahren der Initiator für den Aufbau der Fitnessgeräte am Ententeich.
Hans Reisbeck war vor zwölf Jahren der Initiator für den Aufbau der Fitnessgeräte am Ententeich. (Foto: Michael Hochheuser)

Zur freien Verfügung stehen seither ein „Adductor/Abductor“ für Kraft und Koordination der Oberschenkelmuskulatur, eine „Arm-Rotation“ zur Beweglichkeit und Lockerung von Schulter, Ellbogen und Handgelenk sowie bis vor kurzem ein „Airwalker“ für die Koordination und Kondition des Unterkörpers. Der Hersteller weist gerade ältere Menschen darauf hin, dass sie „vor Ingebrauchnahme einen Arzt konsultieren sollten“.

„Es ist nicht ganz ungefährlich“, sagt auch Reisbeck. Man solle die Geräte „mit Bedacht“ nutzen – „auch wenn es von der Ferne kinderleicht aussieht“. Der 69-Jährige: „Wenn man es nicht übertreibt, ist es eine gesunde Sache.“ Senioren, und natürlich auch jüngere Menschen, könnten durch eine regelmäßige Nutzung gelenkig bleiben.

Ein weiterer Vorteil sei das kommunikative Element, wenn sich ältere Spaichinger am Ententeich zu gemeinsamen Übungen träfen. „Es sind 50 Prozent Gymnastik und 50 Prozent schwätzen“, lacht Hans Reisbeck. „Man hat etwas für die Gesundheit getan und erfährt was.“

Auch die Fitnessgeräte gleicher Art, die an der Sozialstation Spaichingen stehen, wenden sich unter anderem an ältere Menschen. „Die Sozialstation betreut meistens ältere Leute“, sagt Reisbeck. Diese würden animiert, die Geräte zu nutzen.

Reisbeck, der viele Jahre Vorsitzender des Spaichinger Obst- und Gartenbauvereins war, weist auch auf Gartenarbeit als Fitnessfaktor für Senioren hin. „Hacken, umgraben, Sträucher schneiden – das ist Bewegung in alle Richtungen.“

Neue Geräte sollen aufgestellt werden

Seit einigen Wochen sind nur noch anderthalb der drei Fitnessgeräte im Stadtpark nutzbar: Beim „Airwalker“ stehen nur noch die äußeren Stangen, am „Adductor“ kann man nur noch an einer von zwei Seiten trainieren. „Wir versuchen seit geraumer Zeit, Ersatzteile zu bekommen – aber das ist schwierig, die gibt es offenbar nicht mehr“, sagt Bernd Aicher vom Tiefbauamt der Spaichinger Stadtverwaltung. Die Geräte seien „an den Gelenken kaputt gegangen“ – ob Verschleisserscheinungen oder Vandalismus die Ursache für den nötigen Abbau gewesen sind, sei unklar. „Wir haben keine Meldung bekommen, dass jemand etwas gesehen hat“, sagt Aicher. Jedoch könne er Vandalismus nicht ganz ausschließen. Nun sei vorgesehen, zwei der drei Fitnessgeräte abzubauen und durch neue zu ersetzen. Geplant sei, diese im Frühjahr 2019 anzuschaffen.

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