Das Trinkwasser der beiden Gehöfte Bruckmühle und Aumühle kommt derzeit über eine Leitung vom Hochbehälter Grashalde in Seiting
Das Trinkwasser der beiden Gehöfte Bruckmühle und Aumühle kommt derzeit über eine Leitung vom Hochbehälter Grashalde in Seitingen-Oberflacht. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Der Juxbrunnen in Seitingen-Oberflacht, der wie andere Quellen den Ort mit Wasser versorgt, ist seit Mitte Dezember 2018 wegen Verkeimung außer Betrieb. Das Gesundheitsamt habe die Nutzung untersagt, berichtet Bürgermeister Jürgen Buhl im Gespräch mit unserer Zeitung. Ganz auf die Wasserquelle will die Gemeinde aber nicht verzichten. Deshalb soll ein Ingenieurbüro prüfen, wie das Wasser weiterhin genutzt werden kann.

Die Verunreinigung des Juxbrunnens mit coliformen Keimen ist „keine Eintagsfliege“, sagt Buhl. Bei Überprüfungen seien immer wieder Keime nachgewiesen worden. So zum Beispiel auch im Frühjahr 2017, als der Juxbrunnen für mehrere Monate abgeschaltet werden musste (wir berichteten) oder vergangenes Jahr im Herbst.

Das Problem der Verkeimung ist: Auf dem Weg vom Juxbrunnen zum Hochbehälter Grashalde befinden sich die Bruckmühle und die Aumühle, die mit dem Wasser versorgt werden, bevor es aufbereitet wird. Das bedeutet: Die beiden Gehöfte würden verunreinigtes Wasser bekommen. Da die Keime schon so oft aufgetreten seien, sei es zu gefährlich, das Wasser vom Juxbrunnen weiterhin zu beziehen, sagt Buhl. Deshalb werden die beiden Gehöfte, die Bruckmühle und die Aumühle, derzeit über eine Leitung vom Hochbehälter versorgt.

Den Juxbrunnen dauerhaft vom Netz zu nehmen, kommt für den Bürgermeister nicht in Frage. Um auch bei Trockenheit eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten und einen Puffer zu haben, will Buhl die Quelle nicht aufgeben.

Mit UV-Licht coliforme Keime abtöten

Mit einem Ingenieurbüro will die Gemeinde nun eine Lösung für dieses Problem suchen. Eine Möglichkeit wäre, eine neue Leitung zu bauen. Die Kosten, schätzt der Bürgermeister, belaufen sich auf 240 000 Euro. Eine andere Alternative wäre, die coliformen Keime mit UV-Licht direkt an der Quelle abzutöten. Diese Variante sei „wesentlich wirtschaftlicher und schneller umsetzbar“, erklärt der Bürgermeister.

Ob das UV-Licht überhaupt Wirkung zeigen würde, müsse noch geprüft werden. Dazu soll über einen Zeitraum von zehn Wochen das Wasser getestet werden. Chloren wäre auch eine Möglichkeit, doch dies rieche man, findet der Bürgermeister. Obwohl der Juxbrunnen seit einigen Monaten außer Betrieb ist, können die Haushalte in der Gemeinde Seitingen-Oberflacht derzeit problemlos versorgt werden. Zum Glück habe es in den vergangenen Wochen immer wieder geregnet, sodass die Grashalde – eine weitere Quelle, über die der Ort mit Wasser versorgt wird – „recht gut schüttet“, berichtet Buhl.

Zusätzlich bezieht die Gemeinde Seitingen-Oberflacht noch Wasser von der Baarwasserversorgung.

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