Simone Neubrand (links) zeigt den Besuchern bei der Eröffnung der Museumsausstellung in Seitingen-Oberflacht ihre Werke.
Simone Neubrand (links) zeigt den Besuchern bei der Eröffnung der Museumsausstellung in Seitingen-Oberflacht ihre Werke. (Foto: Jens Geschke)
Jens Geschke

„Raum für Inspiration“ – Unter diesem Motto sind im Museum Seitingen-Oberflacht 50 Bilder von Simone Neubrand zu sehen. Bürgermeister Jürgen Buhl hat die Ausstellung am Freitag mit vielen Gästen und Freunden eröffnet. Zu sehen ist Gegenständliches, aber auch Abstraktes mit Acryl auf eine Leinwand gebracht.

Buhl dankte dem Arbeitskreis Museum für die Vorbereitung zu dieser Ausstellung und der Band „Plan B“, einer Hobbyband aus Seitingen-Oberflacht, die nicht zum ersten Mal eine Ausstellungseröffnung musikalisch begleitete. Dagegen zum ersten Mal übernahm der ehemalige Bürgermeister und Mitglied des Arbeitskreises Museum Bernhard Flad die Einführung in die Ausstellung und begann mit einer Zeitreise in das Jahr 1965.

Der Vietnamkrieg erreichte seinen Höhepunkt, Dr. Schiwago wurde in den Kinos uraufgeführt, Anke Engelke und Cem Özdemir wurden ebenfalls in diesem Jahr geboren, Arthur Fischer brachte die Fischertechnik auf den Markt und die „Scorpions“ begannen ihre musikalische Karriere. Zum Jahreswechsel 1964/65 endete nach 18 Jahren die Ära von Bürgermeister Wendelin Weinmann, Seitingen-Oberflacht hatte zu diesem Zeitpunkt 1400 Einwohner und 1965 wurde seine Enkelin Simone Neubrand geboren, die jetzt ihre Ausstellung im Museum hat. Flad gab persönliche Eindrücke von der Ausstellerin und über diese Ausstellung.

Als Kind, so Flad, zeigte sie großes Interesse an der Malerei und in der Schule sei sie als gute Gestalterin aufgefallen. 1992 faste Neubrand den Entschluss, sich intensiv mit der Malerei zu beschäftigen, zuerst mit Aquarellmalerei, später mit Acrylmalerei. Ihre Bilder bieten eine Plattform, um das Seelenleben, das oft aus der Balance gerät, wieder ins Gleichgewicht zum hektischen, erfolgsorientierten und anonymen Leben zu bringen.

Besucher interpretieren Bild

Flad brachte es auf den Punkt: Kunst muss gefallen, denn wenn sie nicht gefällt, erreicht sie das Innere des Menschen nicht und daran würde eine fachmännische Bewertung über Qualität und Niveau nichts ändern. Schön oder nicht schön, dass sollte jeder für sich entscheiden, denn die Geschmäcker der Menschen sind unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

In einem kleinen Experiment bat er zwei Gäste, nacheinander ein Bild zu interpretieren und beide lagen nicht weit voneinander entfernt, obwohl zwischen ihnen ein großer Altersunterschied lag. Auch der Titel der Ausstellung „Raum für Inspiration“ soll den Betrachter ermutigen, eine erhellende Idee, einen schöpferischen Einfall oder eine plötzliche Erkenntnis zu haben und dadurch eine kleine Auszeit zu erhalten.

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