Jürgen Buhl ist neuer Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Seitingen-Oberflacht / Durchhausen

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 Bernhard Flad (hinten Mitte) gibt sein Amt als Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Seitingen-Oberflacht / Durchhausen an
Bernhard Flad (hinten Mitte) gibt sein Amt als Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Seitingen-Oberflacht / Durchhausen an Jürgen Buhl (rechts) ab. Geschäftsführerin und Kassiererin Sandra Frick-Fricker sowie Durchhausens Bürgermeister Simon Axt gratulieren. (Foto: Jens Geschke)

Der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Seitingen-Oberflacht / Durchhausen, Bernhard Flad, hat bei der Hauptversammlung sein Amt abgegeben. Seitingen-Oberflachts Bürgermeister Jürgen Buhl wurde für ein Jahr zu seinem Nachfolger gewählt, dann sei man wieder im Wahlrhythmus. Derweil fiel der Bericht von Thomas Storz, Leiter der Holzvermarktungsstelle des Landkreises, ernüchternd aus.

Er informierte über den Holzmarkt, der momentan alles andere als rosig ist. Der Supersommer 2018 könnte für Waldbesitzer zu einer Katastrophe werden. Durch die große Trockenheit sowie mehreren starken Herbststürmen wurde dem Borkenkäfer Tür und Tor geöffnet, und in manchen Gebieten machten sich über das Jahr hin drei Generationen der Tiere im Wald breit, was zur Folge hatte, dass mehr Holz geschlagen werden musste als vorgesehen und der Holzmarkt überschwemmt wurde.

In der Region traf es den Heuberg am schlimmsten. Der Wintereinbruch vor wenigen Wochen sorgte für viel Schneebruch. Der Schaden beläuft sich geschätzt auf 60 000 Festmeter, die schnellstens aus dem Wald geschafft werden müssen. Betroffen sind 14 Gemarkungen, in denen 1500 Waldbesitzer 6000 Parzellen bewirtschaften. Um den Schädlingen wenig Grundlage zur Vermehrung zu bieten, ist man seit Wochen dran, das geschädigte Holz aus dem Wald zu holen.

Es wird geraten, kein Frischholz zu sägen und vor allem den Käferbefall zu beobachten und gegebenenfalls sofort zu handeln. Die Preise im Bereich Nadelholz, so Storz, werden fallen und die Sägewerke in der Region laufen auf Hochtouren, auch um einen Preisverfall entgegen zu wirken, jedoch kann sich der Preisdruck enorm erhöhen.

Das Forstamt ist in höchster Alarmbereitschaft und wer Beratung benötigt, dem versucht man trotz angespannter Lage zu helfen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wird sogar auf Satelliten zurückgegriffen. Mit dem GIF – Geographischen Information System – und zusammen mit Luftaufnahmen versucht man, den schadhaften Wald zu ermitteln, um Maßnahmen zu koordinieren. In den Hintergrund gerückt ist auf Grund der momentanen Umstände im Wald die Umstrukturierung des Holzmarktes. Eine neue Privatwaldverordnung wird kommen und die Waldbesitzer werden sich mehr um ihren Wald kümmern müssen.

Die Forstbetriebsgemeinschaft hat derzeitig 162 Mitglieder, die insgesamt 225 ha Wald bewirtschaften und eine der größten Gemeinschaften im Landkreis ist.

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